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Brandenburg 5. und 6. Klassen: Nur noch einmal pro Woche Unterricht
Brandenburg 5. und 6. Klassen: Nur noch einmal pro Woche Unterricht
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17:50 25.05.2020
Mäppchen mit Maske – für Schulkinder jetzt Alltag. Quelle: dpa
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Potsdam

Gut zwei Monate nach der coronabedingten Schließung der Schulen sollen in dieser Woche die Schüler aller Jahrgangsstufen in Brandenburg zumindest tageweise in die Klassenräume zurückkehren. Allerdings kämen zunächst vor allem die kleinsten Schüler der Klassen 1 bis 4 zwei Tage pro Woche wieder in den Unterricht, berichtete die Sprecherin des Bildungsministeriums, Ulrike Grönefeld, am Montag.

„An den weiterführenden Schulen haben am Montag und Mittwoch die Abschlussprüfungen der zehnten Klassen sowie die Nachschreibtermine der Abiturprüfungen Vorrang“, sagte sie. So könnten die Schüler der siebten und achten Klassen voraussichtlich erst von Donnerstag an in größerem Maßstab wieder zu Schule gehen.

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Bis zu den Ferien: Lernstand ermitteln

Für die Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht ist es aus Sicht des Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs, höchste Zeit. „Es gibt Schüler, die wir über den Heimunterricht nicht erreichen können“, sagte Fuchs. Daher müsse bei den Schülern nun bis zu den Sommerferien Ende Juni individuell der Lernstand ermittelt werden. „Damit wir die Schüler im neuen Schuljahr entsprechend ihrem Lernstand individuell fördern können, etwa in entsprechenden Lerngruppen“, sagte Fuchs.

Dies müsse absoluten Vorrang haben vor anderen Aufgaben wie etwa zentralen Vergleichsarbeiten oder Leistungsgesprächen. „Wir müssen uns dann darauf konzentrieren, die Kernkompetenzen der Schüler zu stärken“, betonte der Gewerkschafter. Dies werde auch personell eine große Herausforderung, sagte Fuchs. Denn auch im kommenden Schuljahr werde der Bedarf an Lehrern nur durch die Einstellung von 600 bis 800 Seiteneinsteigern möglich sein, die nicht über die notwendige pädagogische Qualifikation verfügten, meinte Fuchs.

Unterricht im Wechselmodell

Weil wegen der Abstandsregeln weniger Schüler gleichzeitig unterrichtet werden können, arbeiten die Grundschulen mit einem Wechselmodell, das mit der Rückkehr der letzten Grundschulklassen zu Lasten der fünften und sechsten Jahrgangsstufen geht.

Nach dem Konzept des Bildungsministeriums haben diese Schüler bis zu den Sommerferien jetzt nur noch montags Präsenzunterricht. Dienstag und Mittwoch werden die dritten und vierten Klassen beschult, Donnerstag und Freitag die ersten und zweiten Klassen. Sofern es die Bedingungen vor Ort zulassen, können die Schulen die Angebote für die fünften und sechsten Klassen aber ausweiten. Schulen können aber auch ein Schichtmodell mit Vor- und Nachmittagsunterricht anbieten.

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Von Klaus Peters und Torsten Gellner