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Brandenburg Das waren die meistgelesenen MAZ-Geschichten 2019
Brandenburg Das waren die meistgelesenen MAZ-Geschichten 2019
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21:49 31.12.2019
Das sind die meistgelesenen MAZ-Geschichten im Jahr 2019. Quelle: Patrick Pleul/dpa, Ruediger Boehme, Konstanze Kobel-Höller, Polizei Brandenburg
Potsdam

2019 war ein Superwahljahr in Brandenburg. Die allgegenwärtige Debatte um den Klimawandel hat auch vor der Mark nicht Halt gemacht, wo der Sommer erneut lang, heiß und trocken war. Und während Brandenburg für große internationale Firmen – zum Beispiel Tesla – immer attraktiver wird, wachsen hier auch die Verkehrsprobleme wie endlose Staus und marode Brücken. Wir haben nachgeschaut, welche Themen auf MAZonline in diesem Jahr die meisten Leser interessiert haben. Hier können Sie sie noch einmal nachlesen:

Wahlen, Wahlen, Wahlen

Am 26. Mai waren nicht nur Europa-, sondern auch Kommunalwahlen. Die Brandenburger wählten insgesamt 14 Kreistage, die Stadtverordnetenversammlungen der vier kreisfreien Städte, 413 Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen der kreisangehörigen Gemeinden und Städte sowie ehrenamtliche Bürgermeister und Ortsvorsteher in Ortsteilen. Die AfD erreichte bei den Kommunalwahlen 15,9 Prozent landesweit und damit den dritten Platz hinter SPD und CDU. Alle Gewinner und Verlierer im Überblick haben wir hier noch einmal für Sie zusammengefasst.

Im September folgte dann die wichtigste Wahl des Jahres: Brandenburg wählte eine neue Landesregierung – und die MAZ-Leser konnten das Geschehen im Liveticker verfolgen. Gleichzeitig fanden Bürgermeisterwahlen in der Mark statt. Hier gab es unter anderem in Zossen eine große Überraschung.

Wie in Ihrem Kiez gewählt wurde, haben wir in Grafiken mit den Ergebnissen der einzelnen Wahlkreise aufbereitet– sie gehören zu den meistgelesenen MAZ-Inhalten des Jahres. In Brandenburg regiert nun eine Kenia-Koalition aus SPD, CDU und Grünen, und Woidkes neues Kabinett (hier als Bildergalerie) hat bereits seine Arbeit aufgenommen.

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Trockenheit, Klimanotstand und Proteste

Brandenburg, Heinersdorf: Der Boden blieb auch im Sommer 2019 vielerorts staubtrocken. Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa

Eines der strittigsten und meistdiskutierten Themen auf der Agenda der neuen Regierung ist der Klimaschutz. Einig sind sich die Koalitionspartner über einen Klimaplan für Brandenburg: Er soll neben konkreten Zielen für Energie, Landwirtschaft und Verkehr auch Aussagen zum Landschaftswasserhaushalt und zum Waldumbau enthalten.

Nach der verheerenden Dürre des vergangenen Jahres wurde das Thema in diesem Sommer erneut akut und beschäftigte auch die MAZ-Leser: Brandenburgs Bäumen geht es nach dem neuesten Waldzustandsbericht so schlecht wie nie. Allein im Neuen Garten und auf dem benachbarten Pfingstberg starben 220 Bäume durch die Trockenheit.

In Potsdam wurde erst zum Gießen der Straßenbäume aufgerufen und kurz darauf zum Wassersparen. Wegen der niedrigen Flusspegel wurde in etlichen Landkreisen sogar ein Bewässerungsverbot verhängt. Im August rief die Stadt Potsdam schließlich den Klimanotstand aus.

Landwirte aus ganz Deutschland fuhren am 26. November 2019 mit tausenden Traktoren nach Berlin, um gegen verschärfte Umweltauflagen und strengere Düngeregeln zu protestieren. Quelle: imago images/epd

Auch den märkischen Bauern machte die Trockenheit zu schaffen. Ertragsausfälle bei der Ernte und Futter-Knappheit für Viehzüchter waren die Folge. Hinzu kam Ärger über neue Vorgaben von Bund und EU: Unter anderem zum Schutz von Insekten soll der Einsatz von Unkraut- und Schädlingsgiften stark eingeschränkt werden. Der Frust bei den Landwirten war so groß, dass sie im November mit ihren Treckern nach Berlin fuhren – unsere Reporter waren bei der Sternfahrt live dabei.

Das Thema Klimaschutz rief auch in Brandenburg die „Fridays for Future“ Bewegung auf den Plan. Die MAZ berichtete über die Demos, fragte Schüler nach ihrer Meinung zum Klimastreik, und eine Aggressionsforscherin, woher der Hass kommt, der so vielen jungen Aktivisten und ihrem Vorbild Greta Thunberg entgegenschlägt.

Unter anderem verbreitete Ronald Gläser (AfD) auf Twitter das gefälschte MAZ-Bild der Fridays-for-Future-Demo. Quelle: Collage dpa/Twitter/RND

Auch die MAZ-Redaktion wurde in eine Kampagne gegen die protestierenden Schüler hineingezogen: Die AfD verbreitete ein Demo-Foto der MAZ, das zuvor zu einer diffamierenden Montage umgestaltet worden war, um damit Stimmung gegen Fridays for Future zu machen. Die viel gelesene Geschichte dazu können Sie hier noch einmal nachlesen.

Apropos Klima: Die Abrechnung des Youtubers Rezo mit der Klimapolitik der CDU war in diesem Jahr der in Deutschland meistgesehene Beitrag auf der Videoplattform. Einer der meistdiskutierten Artikel der MAZ 2019 war der Beitrag eines Potsdamer Klimaforschers, der Rezos Aussagen zum Klimawandel einem Faktencheck unterzogen hat.

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Debatte um das Baumblütenfest

Die Nachricht war für Brandenburg ein Schocker: Im September wurde verkündet, dass das in ganz Ostdeutschland beliebte Baumblütenfest im nächsten Jahr ausfallen soll. Die Stadt Werder (Havel) hatte die Ausschreibung für eine dreijährige Dienstleistungskonzession ohne Ergebnis beendet.

Dem bisherigen Veranstalter, der Berliner Wohlthat Entertainment GmbH, wurde abgesagt, weil „wesentliche Zielvorstellungen und Vorgaben aus den Vergabeunterlagen nicht erfüllt waren“, heißt es in dem Papier, das der MAZ vorliegt. Dieser kritisierte daraufhin die Stadtverwaltung: Laut Wohlthat waren es „Fragen nach der Risikoverteilung zwischen Stadt und Wohlthat Entertainment, in denen keine Einigung erzielt werden konnte“.

Im Dezember konnten Fans der feuchtfröhlichen Veranstaltung dann aufatmen: Das Volksfest findet nun doch 2020 statt – allerdings anders und kleiner. Der große Rummel fällt aus, dafür soll es ein Straßenfest geben. Unter dem Titel „Baumblüte in Höfen und Gärten 2020“ konzentriert man sich darauf, die privaten Tore entlang des Panoramaweges am 25. und 26. April sowie vom 1. bis 3. Mai zu öffnen. Welche Änderungen das neue Konzept sonst noch umfasst, lesen Sie hier.

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Tödliche und kuriose Verbrechen

So fand die Polizei die unterschlagenen Pakete in einem der Verstecke vor. Quelle: Polizei Brandenburg

Sein Job war es, Pakete auszuliefern. Stattdessen hortete er Hunderte von ihnen. Ein Hermes-Bote musste sich im Sommer unter anderem wegen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses vor dem Amtsgericht in Brandenburg/Havel verantworten. Die Anklage ging von 929 Paketen aus. Das sei laut Gericht allerdings „nur die Spitze des Eisbergs“. Zudem war ihm vorgeworfen worden, seine Freundin verprügelt und reichlich Drogen besessen zu haben.

Ebenfalls in Brandenburg/Havel ereignete sich der Kriminalfall, der 2019 die meisten MAZ-Leser interessierte: Eine 26-Jährige wurde Anfang August tot in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gefunden. Wenige Tage später meldete die Polizei: Ihr Lebensgefährte Maximilian B., hat gestanden, seine Freundin getötet zu haben. Er habe dabei unter dem Einfluss von Drogen gestanden.

Für viele Schlagzeilen sorgte auch das Verschwinden zweier junger Mädchen: Die eine, Britney aus Potsdam, wurde tot in der Havel aufgefunden, die andere, Rebecca aus Berlin-Neukölln, wird bis heute vermisst.Auch in Brandenburg war mehrfach nach ihr gesucht worden.

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Debatte um Wildschweine

So wie bei diesem MAZ-Leser sehen viele Gärten in Stahnsdorf aus. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf hat in diesem Jahr vor allem ein Thema bewegt: Wildschweine, die durch Wohngebiete rennen und die Gärten der Anwohner zerstören. Ein verletztes Tier verwüstete einen Friseursalon, woanders biss eine Rotte einen Hund tot. Im Potsdamer Umland ist das Schwarzwild zur Plage geworden – zum Leidwesen vieler Bürger.

Die Debatte ging soweit, dass Jäger und Gemeinden die Tiere nun mit Pfeil und Bogen bekämpfen wollen. Die Maßnahmen sind umstritten und Tierschützer empört. Und erschwerend kommt nun auch noch die Afrikanische Schweinepest als Bedrohung hinzu. Wie stark das Thema Wildschweine polarisiert, wurde auch beim MAZ-Talk zum Thema in Kleinmachnow deutlich – und nahezu täglich in unserer Wildschweingruppe auf Facebook. Diskutieren Sie gerne mit!

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Es bröckelt

Anfang Dezember unterzogen Spezialisten die Brücke am Brandenburger Altstadt-Bahnhof einer intensiven Prüfung. Quelle: Ruediger Boehme

Er war 2019 Dauerthema bei der MAZ: der Stau. In Potsdam startete der Brückenbau an der Nutheschnellstraße – ab Anfang Februar 2020 beginnt hier der Brückenabbruch der westlichen, stadtauswärtsführenden Hochstraßenbrücke. In Brandenburg/Havel wurde die wichtige Verkehrsverbindung der Brücke 20. Jahrestag am Altstadt-Bahnhof wegen Einsturzgefahr komplett gesperrt – die Umfahrung führt mitten durch ein Wohngebiet.

Und am Autobahndreieck Funkturm, das täglich von tausenden Pendlern aus Brandenburg genutzt wird, droht eine Dauerbaustelle bis 2030. Wir haben das zum Anlass genommen, einen Blick in das Hotel zu werfen, das dort wie eine seltsame Insel für Gestrandete mitten im brausenden Verkehr steht. Außerdem haben wir ein Video auf der B96 in Oberhavel gedreht: Warum gibt es hier eigentlich so viele schwere Unfälle?

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Von Maike Schultz

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe ist tot. Er starb nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Am Dienstag versammelten sich Bürger und Weggefährten, um Abschied zu nehmen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen.

31.12.2019

Der Wetter in der Silvesterabend wird mild in Berlin und Brandenburg. In der Nacht kann es allerdings zu Glätte auf den Straßen kommen.

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Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Oliver Hermann erklärt im MAZ-Interview, warum sich die klassische „Bürgergemeinde“ in Auflösung befindet. Angst mache ihm die zunehmende Aggressivität gegen Kommunalpolitiker – im Netz und auf der Straße, sagte er.

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