Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Wirtschaft in Brandenburg stimmen Tesla-Fabrikpläne zuversichtlich
Brandenburg Wirtschaft in Brandenburg stimmen Tesla-Fabrikpläne zuversichtlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:05 14.11.2019
Der zukünftige Betriebsstandort von Tesla in Grünheide (Oder-Spree) im Gewerbegebiet Freienbrink. Quelle: imago images/Michael Handelmann
Potsdam/Berlin

Die Wirtschaft in Brandenburg und Berlin hat sich zuversichtlich gezeigt, dass von der geplanten Ansiedlung des E-Autobauers Tesla in Grünheide (Oder-Spree) auch Fachkräfte aus der Region profitieren. „Wir rechnen damit, dass viele Hochschulabsolventen aus der Region und darüber hinaus sich für eine Karriere in dem neuen Werk interessieren werden“, sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), der MAZ. „Ein Arbeitgeber wie Tesla hat gerade für junge Leute eine starke Strahlkraft.“

Es gebe ein beträchtliches Fachkräfte-Potenzial in der Region: So würden in Berlin jedes Jahr gut 8000 ausgebildete Ingenieure die Hochschulen verlassen; in Brandenburg seien es knapp 2000. Amsinck sagte aber auch, dass der Wettbewerb um Talente zunehmen werde. „Schon jetzt schaffen es die Unternehmen in Brandenburg, sechs von zehn neuen Arbeitsplätzen mit Fachkräften aus dem Ausland zu besetzen.“ Bei diesen Entscheidungen würden auch Weltoffenheit und Toleranz eine Rolle spielen, so der UVB-Chef.

UVB: Landespolitik muss duale Ausbildung verbessern

An die brandenburgische Landespolitik appellieren die Unternehmerverbände, die Qualität der dualen Ausbildung zu verbessern. Auch seien für eine bessere Anbindung mehr Investitionen in den Schienenverkehr nötig.

Die geplante Fabrik, über die Tesla-Chef Elon Musk am Dienstag Abend informiert hatte, soll in Grünheide auf einer Industriefläche nahe der Autobahn 10 entstehen. In einer ersten Ausbaustufe könnten nach Angaben von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (CDU) rund 3000 Arbeitsplätze entstehen. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2020 beginnen, der Produktionsstart ist 2021 geplant.

Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg geht davon aus, dass die Fachleute für das neue Werk „auf jeden Fall“ aus der Region kommen werden, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands sowie aus Polen. Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke sagte, ein solches Unternehmen wie Tesla werde ähnliche Unternehmungen nach sich ziehen. Außerdem würden Dienstleister in Bereichen wie Wartung, Sicherheit, Heizung und Sanitär, aber auch Catering, benötigt.

Hoffnung auch bei der Windkraft-Branche

Die Windenergie-Branche verbindet mit der Ansiedlung die Hoffnung, dass weitere Unternehmen angezogen werden, „die Lösungen für die Energie- und Verkehrswende anbieten“. Der Chef des Verbandes der Windenergie Berlin Brandenburg, Jan Hinrich Glahr, sagte, für die Batterieforschung müsse beispielsweise auch grün erzeugter Strom bereitgestellt werden. „Denn E-Mobilität ist doch erst dann ein Erfolg, wenn wir CO2-frei produzieren und tanken.“

Der Naturschutzbund Brandenburg erwartet, dass alle naturschutzrechtlichen Anforderungen berücksichtigt werden, wie Landeschef Friedhelm Schmitz-Jersch betonte. Der Bebauungsplan sei fast 20 Jahre alt. Unklar sei, ob damals die natur- und artenschutzrechtlichen Belange ausreichend berücksichtigt wurden.

Der Direktor des Max-Planck-Instituts in München, Dietmar Harhoff, bezeichnete Teslas Standortentscheidung für Deutschland als „Auszeichnung“. Tesla-Chef Musk habe sich anstelle von Billiglohnländern für deutsche Standards und Qualität entschieden. Der daraus entstehende Wettbewerb wirke sich auch auf die Konkurrenz aus.

Von Igor Göldner

Der designierte Parteivorsitzende Michael Stübgen würde gern den 40-jährigen Landtagsabgeordneten zu seinem neuen Parteimanager machen, wenn er am Samstag auf dem Parteitag gewählt wird. Wie viel Rückhalt hat Hoffmann in der Partei?

14.11.2019

Elon Musk will in Brandenburg bald Elektroautos bauen. Die Ankündigung der sogenannten Gigafactory sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Die MAZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

14.11.2019

Seit Monaten hat die Polizei in Berlin und Brandenburg verstärkt Kriminelle im Blick, die Drogen nach Bestellung per SMS oder Anruf zum Kunden fahren - schnell und diskret. Jetzt sind 170 Ermittler gegen eine Gruppe ausgerückt und konnten sechs Verdächtige festnehmen – bei drei von ihnen liegt nun ein Haftbefehl vor.

14.11.2019