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Brandenburg Wirtschaftsexperten wagen Prognose für 2017
Brandenburg Wirtschaftsexperten wagen Prognose für 2017
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20:45 21.12.2016
Quelle: dpa
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Dresden/ Magdeburg

Wirtschaftsforscher gehen im kommenden Jahr von einem moderaten Aufschwung für Ostdeutschland aus. Laut aktueller Prognose des Dresdner Ifo-Instituts können die ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlin für das Jahr 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent rechnen. Damit reichen sie laut Ifo-Institut an die vorausgesagte Entwicklung in ganz Deutschland (1,5 Prozent) nahezu heran. Zwar bleibe die ostdeutsche Wirtschaft in Schwung, aber die internationale Unsicherheit dämpfe die Dynamik, sagte der stellvertretende Ifo-Leiter in Dresden, Joachim Ragnitz, am Mittwoch. Für Sachsen rechnet das Institut mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle: Die Konjunkturforscher prognostizieren sowohl für den Osten als auch den Westen des Landes ein Wachstum von 1,3 Prozent im Jahr 2017. Der Osten profitiere dabei vor allem von der guten Entwicklung in Berlin. In den ostdeutschen Flächenländern stagniere der Aufholprozess dagegen, sagte IWH-Forscher Udo Ludwig.

Der Zuwachs fällt den Prognosen zufolge allerdings schwächer aus als in diesem Jahr. Das liegt nach den Einschätzungen der Wirtschaftsforscher vor allem an einer geringeren Zahl von Arbeitstagen. Zudem sind 2017 nur geringe Impulse der Exportwirtschaft zu erwarten. „Aktuell ist schwer abzusehen, wann die internationale Unsicherheit wieder nachlassen wird“, erklärte Ragnitz. Vor allem der angekündigte Brexit, die Bankenkrise in Italien sowie die Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump gelten unter Wirtschaftswissenschaftlern als Unsicherheitsfaktoren.

Dagegen treiben der private Konsum, ein stabiler Arbeitsmarkt sowie der anhaltende Bau-Boom die Konjunktur an. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen die Umsätze im ostdeutschen Wohnungsbau um knapp 30 Prozent, in Berlin sogar um gut 42 Prozent. Die Bauwirtschaft profitierte den Angaben zufolge von einem starken Zuzug in die ostdeutschen Städte, vor allem nach Berlin, Potsdam, Dresden und Leipzig.

Von Christiane Raatz

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