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Brandenburg Wohnen im Berliner Umland wird bald teurer
Brandenburg Wohnen im Berliner Umland wird bald teurer
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00:23 22.02.2019
Im dicht besiedelten Berlin ist der Wohnungsmarkt besonders angespannt. Doch zunehmend wirkt sich das auch auf Brandenburg aus. Quelle: foto: Paul Zinken/dpa
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Potsdam/Berlin

Für Mieter und Wohnungskäufer wird Berlin immer teurer. In keiner anderen deutschen Großstadt stiegen Mieten (plus neun Prozent) und Immobilienpreise (plus 15 Prozent) zuletzt so stark wie in der Hauptstadt. Das geht aus dem jüngsten Jahresgutachten des Lobbverbands ZIA hervor, das am Dienstag vorgestellt wurde.

Wie der Report zeigt, hat das auch erhebliche Auswirkungen auf die Städte und Gemeinden in Brandenburg. „Aufgrund der steigenden Preise in den Zentren ist die Abwanderung ins Umland abermals deutlich gestiegen“, sagt Carolin Wandzik vom ZIA. „Auf das Umland gerichtete Ausweichbewegungen“ zeigten sich mittlerweile für alle sogenannten A-Städte in Deutschland (außer Berlin sind das München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart).

Die Preisentwicklung in Brandenburg fiel dabei 2018 regional sehr unterschiedlich aus, so die ZIA-Zahlen. Während die Preise im Landkreis Prignitz um zehn Prozent nachgaben, stiegen sie im Landkreis Märkisch-Oderland um 21 Prozent. Die Umland-Gemeinde mit dem größten Preisvorteil im Vergleich zu Berlin war im vergangenen Jahr Beelitz (Potsdam-Mittelmark) mit nur 35,1 Prozent des hauptstädtischen Preisniveaus. Mehr als 80 Prozent erreichten Teltow, Wildau, Kleinmachnow und Stahnsdorf.

Kleinmachnow war auch Spitzenreiter bei den Ein- und Zweifamilienhäusern im Umland: Ein Eigenheim kostete dort vergangenes Jahr im Schnitt 4730 Euro/Quadratmeter – das entspricht 130,5 Prozent des Berliner Preisniveaus. Auch für Mieter ist Kleinmachnow relativ kostspielig –10,49 Euro/Quadratmeter und damit etwas teurer als im Berliner Durchschnitt (10,04 Euro). In der für Mieter günstigsten Gemeinde in Brandenburg (Joachimsthal, Landkreis Barnim) kosteten Wohnungen dagegen nur 5,13 Euro/Quadratmeter.

Bauboom seit 2011

Mit der gestiegenen Nachfrage geht auch ein Bauboom in den Umland-Gemeinden einher. 2017 wurden in den Umlandgemeinden Berlins rund neue 7700 Wohnungen fertiggestellt, eine Steigerung um 74,1 Prozent gegenüber 2011. Mit 1500 fertiggestellten Wohneinheiten war Potsdam der bedeutendste Bauschwerpunkt im Umland, mit deutlichem Abstand folgten Oranienburg und Teltow (mit 290 beziehungsweise 280 fertiggestellten Wohneinheiten).

In Potsdam gingen Eigenheime vergangenes Jahr für 3935 Euro/Quadratmeter weg – 21,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Eine vergleichbare Preisexplosion gab es in Ostdeutschland sonst nur noch in Leipzig (18,5 Prozent). Bei Neuvermietungen lagen die Preise in Potsdam etwas unterhalb (92,2 Prozent) des Berliner Niveaus.  

Laut Rainer Radloff vom Mieterbund Brandenburg betrifft das Phänomen steigender Mietpreise längst nicht mehr nur klassische Speckgürtel-Gemeinden, sondern ist inzwischen selbst in Randlagen an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten. Als Beispiel nannte Radloff die Stadt Prenzlau (Uckermark).

Im Berliner Umland verzeichneten viele Gemeinden zwischen 2011 und 2017 einen stärkeren Zuzug als Berlin selbst (8,6 Prozent Bevölkerungzuwachs). So wuchs Dallgow-Döberitz um 15,6 Prozent, Teltow um 13,4 Prozent und Potsdam um 11,5 Prozent. Vor allem Familien wanderten verstärkt ins Berliner Umland ab, heißt es im ZIA-Gutachten.

Die Marktprognose der Immobilienwirtschaft für dieses Jahr verheißt für Mieter und potenzielle Wohnungskäufer nichts Gutes: „In Anbetracht der anhaltenden Angebotsknappheit“ werde sich der Preisauftrieb 2019 fortsetzen. „Dabei dürfte sich die Marktanspannung in zunehmendem Maße von den Kernstädten auf ihr Umland übertragen.“

München bleibt die teuerste Stadt

Laut einer Rangliste des Berliner Empirica-Instituts ist der Münchner Wohnungsmarkt der Teuerste in Deutschland. Der aktuelle Empirica-Reports weist die bayerische Landeshauptstadt in allen drei Teilmärkten als Spitzenreiter aus, also bei den Mieten, den Eigentumswohnungen und bei den Ein- und Zweifamilienhäusern (Zahlen jeweils für das vierte Quartal 2018).

Im Mietpreis-Ranking steht Berlin an vierter Stelle. Bei den Eigentumswohnungen weist Empirica Potsdam als viertteuerste Stadt der Republik aus, Berlin liegt auf dem fünften Platz. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sind beide Städte nicht in den Top Ten vertreten.

Bei der Ursachenforschung für den angespannten Markt verweist ZIA-Präsident Andreas Mattner vor allem auf Versäumnisse der Politik: „Der Neubau in unserem Land wird völlig vernachlässigt“, sagte Mattner. 2017 wurden in Deutschland 285.000 neue Wohnungen gebaut – nötig gewesen wären aber 350.000.

Wenig hält der ZIA auch vom neuen Baukindergeld. Die Prämie werde vom Verkäufer in vielen Fällen auf den Verkaufspreis umgelegt, das treibe die Preise in die Höhe. Ähnlich äußert sich das auf Immobilien spezialisierte Berliner Marktforschungs-Institut Empirica. Institutsleiter Reiner Braun sagte: „Im laufenden Jahr wird das Preisfeuerwerk durch das neue Baukindergeld weiter geschürt. So wird die Teuerung ins Umland der Schwarmstädte exportiert.“

Bei jungen Familien ist die Prämie gleichwohl begehrt: Knapp 70.000 Förderanträge wurden bundesweit schon bewilligt, davon knapp 2700 aus Brandenburg.

 

Von Thorsten Keller

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