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Brandenburg Woidke: Wurzeln des Nationalismus haben überlebt
Brandenburg Woidke: Wurzeln des Nationalismus haben überlebt
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11:48 14.04.2019
Eine Eine Schleife an einem Blumenkranz in der Gedenkstätte Ravensbrück.
Eine Eine Schleife an einem Blumenkranz in der Gedenkstätte Ravensbrück. Quelle: dpa
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Fürstenberg

Bei einer Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Befreiung des NS-Konzentrationslagers Ravensbrück (Oberhavel) hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zum heutigen Eintreten gegen Diskriminierung aufgerufen. Hass, Rassismus und Menschenverachtung hätten dazu geführt, dass im Nationalsozialismus Zigtausende Menschen misshandelt, erniedrigt und getötet wurden, erklärte Woidke am Sonntag anlässlich der Gedenkfeier in Ravensbrück. „Die Wurzeln dieses Übels haben überlebt und kommen heute wieder an vielen Orten der Welt zum Vorschein“, ergänzte er.

Es komme deshalb darauf an, „einzuschreiten bei jeder Diskriminierung, bei jedem Übergriff auf unseren Nächsten“. Der Regierungschef würdigte, dass Überlebende des Nazi-Terrors nach Ravensbrück gekommen waren. „Sie schonen sich nicht, obwohl es verständlich wäre“, sagte er an die Überlebenden gerichtet: „Ihre bewundernswerte Größe macht eine lebendige Erinnerungskultur erst möglich.“

Neue Ausstellung

In der Gedenkstätte Ravensbrück sollte am Sonntag auch eine Ausstellung über den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma eröffnet werden. Dort wird unter dem Titel „Rassendiagnose Zigeuner“ auch der lange Kampf der Überlebenden um Anerkennung thematisiert.

Im Frauen-KZ Ravensbrück waren zwischen 1939 und 1945 mehr als 130.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 weibliche Jugendliche des „Jugendschutzlagers Uckermark“ als Häftlinge registriert. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Am 30. April 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge durch die Rote Armee befreit.

Für den Sonntagnachmittag war auch eine Gedenkveranstaltung im früheren Konzentrationslager Sachsenhausen geplant, zu der Kulturministerin Martina Münch (SPD) erwartet wurde. Im KZ Sachsenhausen wurden zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen aus vielen europäischen Ländern inhaftiert. Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das unmittelbar zuvor von der SS geräumte KZ.

Von MAZOnline