Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg „Ostdeutsche sollten sich nicht als Abgehängte sehen“
Brandenburg „Ostdeutsche sollten sich nicht als Abgehängte sehen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:35 27.01.2019
Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) spricht sich für für mehr Selbstbewusstsein der Ostdeutschen aus. Quelle: dpa
Oberkrämer-Schwante

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat die Ostdeutschen knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall zu mehr Selbstbewusstsein aufgerufen. „Es gibt eine viel zu negative Selbstwahrnehmung“, sagte der SPD-Politiker am Rande einer Klausur der ostdeutschen SPD im brandenburgischen Schwante. Ostdeutsche müssten „stärker als bisher den Eindruck bekommen, dass das, was in den vergangenen 30 Jahren bewältigt wurde, auch Anerkennung findet“. „Dazu müssen aber die Ostdeutschen selber beitragen und gewissermaßen das, was ich etwas bissig Anfälle negativer Selbstwahrnehmung nenne, überwinden.“ Sie sollten sich nicht „als Abgehängte, als Zweitklassige, als Gedemütigte empfinden“.

„Es gibt den Osten einfach nicht mehr“

Der frühere DDR-Bürgerrechtler fordert Anstrengungen für eine Lohnangleichung, eine Rentenangleichung und für den Ausgleich struktureller ökonomischer Nachteile in Ostdeutschland. „Da geht es um sichtbare wahrnehmbare Schritte, nicht um das Versprechen von Wundern“, sagte Thierse. Er differenziert innerhalb Ostdeutschlands: „Es gibt den Osten einfach nicht mehr. Der Unterschied zwischen Regionen wie Dresden, Jena, Erfurt, Berlin, Potsdam, Leipzig zu bestimmten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt ist erheblich, ist sichtbar.“

Keine Quote für Ostdeutsche

Der frühere Bundestagspräsident ging auch auf die Diskussion um eine Quote für Ostdeutsche bei der Besetzung von Spitzenposten ein. „Ich halte nichts von einer Quote“, sagte Thierse. Er werbe aber dafür, „dass 30 Jahre nach der friedlichen Revolution Ostdeutsche bei gleicher Qualifikation eine gleich faire Chancen bekommen sollen, in mittlere und Führungspositionen einzutreten“. Nicht nur die Netzwerke Westdeutscher sollten dabei zählen.

Von RND/dpa

In Brandenburgs Gefängnissen sitzen 66 mutmaßliche Straftäter, die schon jetzt zu lange in Untersuchungshaft sind. Ende Januar kommen sieben weitere hinzu. Einige von ihnen könnten deshalb bald freikommen. Dabei wurde mehr als die Hälfte bereits in erster Instanz verurteilt.

30.01.2019

Angst um Arbeitsplätze, Sorgen ums Klima: Der Ort Welzow liegt direkt in einer großen Kohleförderungsregionen in Brandenburg. Die Anwohner in der Lausitz sind damit direkt vom Kohle-Kompromiss betroffen. Auf die Einigung des Gremiums reagieren sie aber höchst unterschiedlich.

29.01.2019

Sollen 27 unbesetzte Polizeistellen zum Verfassungsschutz umgeschichtet werden? Im Koalitionsstreit um die Aufstockung stützt die Gewerkschaft der Polizei Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) den Rücken. Der Verfassungsschutz brauche Personal – auch wegen der noch immer gegebenen Terrorgefahr.

26.01.2019