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Brandenburg Wolfs-Abschüsse: Verbände machen Druck auf Merkel
Brandenburg Wolfs-Abschüsse: Verbände machen Druck auf Merkel
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00:22 23.05.2019
Ein Wolf ruht sich aus. In Brandenburg soll es 38 Rudel geben. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Potsdam

Ein Bündnis aus Deutschem Bauernverband, Jagdverband, Anglern, Fischern, Reitern, bäuerlichen Familienbetrieben, Waldbesitzern und Weinbauern verlangt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine „rasche und unverzügliche Entscheidung“ für einen Einstieg Deutschlands in ein „aktives Wolfsmanagement“. Damit gemeint sind klare rechtliche Regelungen, nach welchen Wölfe abgeschossen werden können.

„Die Entwicklung des nationalen Wolfsbestands ist dramatisch“, heißt es in einer Stellungnahme der Verbände, die im „Aktionsbündnis Forum Natur“ vereint sind und mehrere Hunderttausend Mitglieder vertreten. Am Montag stellt das Forum in Berlin einen eigenen Plan für den Umgang mit dem Raubtier vor. Jährlich wachse der Wolfsbestand um 36 Prozent, in Deutschland lebten mehr als 1300 Tiere.

No-Go-Zonen für Rudel

Das Land sollte nach Auffassung der Verbände in drei Zonen aufgeteilt werden: in „Wolfsschutzareale“ (etwa Tagebaulandschaften und Truppenübungsplätze), in „Wolfmanagement-Areale“ (Gegenden, in denen Wölfe toleriert, aber bei starkem Anwachsen der Population dezimiert werden könnten) sowie in „Wolfsausschlussareale“ (vor allem Siedlungen und Nutztier-Weiden).

Der bisherige Umgang mit dem Thema komme einer „politischen Bankrotterklärung“ gleich, sagte der Vorsitzende des Bündnisses, Max Freiherr von Elverfeldt. Wie berichtet, hatte Merkel Anfang Mai das Thema an sich gezogen. Von Elverfeldt nannte diesen Schritt „folgerichtig“, nachdem sich weder die zuständigen Fachministerinnen Svenja Schulze (Umwelt, SPD) und Julia Klöckner (Agrar, CDU) noch die Umweltministerkonferenz der Länder in der vergangenen Woche auf eine gemeinsame Linie hätten einigen können.

2018 wurden in Brandenburg 235 Schafe gerissen

Konkret fordern die Verbände von der Kanzlerin eine Festlegung, dass die Wolfspopulation in Deutschland sich in einem „günstigen Erhaltungszustand“ befinde – und Abschüsse daher nicht die Art gefährdeten. „Hier ist die Bundeskanzlerin als Wissenschaftlerin gefragt“, heißt es in dem Forderungskatalog, der der MAZ vorliegt.

Die Wölfe in Deutschland gehören nach Einschätzung des Forum Natur zu einem mehr als 8000 Tiere zählenden Bestand, der bis nach Osteuropa reicht. Zweitens soll der Bund eine „unmissverständliche Initiative in Richtung der EU“ vorantreiben, um den Wolf unter deutsches Jagdrecht zu stellen. Bis dies erreicht sei, müsse Deutschland einen „Akzeptanzbestand“ für die Größe der Wolfspopulation definieren – damit oberhalb dieser Schwelle Tiere geschossen werden könnten. Als Vorbild nennen die Verbände Schweden.

Verbände: Obergrenze ist überschritten

Die Obergrenze eines als akzeptabel definierten Wolfsbestandes ist laut Forum Natur in Brandenburg längst erreicht. Brandenburgs Landesregierung geht derzeit von 38 Rudeln aus – im Zeitraum 2017/2018 wurden noch 26 gezählt. 2018 starben laut Ministerium 235 Schafe und 65 Rinder mutmaßlich bei Wolfsattacken.

Klare Entnahme-Kriterien seien im Interesse der Wölfe, die „die gleiche Existenzberechtigung in Europa haben wie der Rothirsch“, so von Elverfeldt. „Sollte die Situation nicht schnellstmöglich bereinigt werden, wird keine Macht der Welt den Wolf schützen können“, sagte der Forums-Chef. 2017/18 wurden in der Mark laut Umweltministerium drei Wölfe illegal geschossen.

Von Ulrich Wangemann

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