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Brandenburg Zäsur für Brandenburg
Brandenburg Zäsur für Brandenburg
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17:42 29.07.2013
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck am Montag im Fraktionssaal der SPD in Potsdam neben Innenminister Dietmar Woidke. Quelle: dpa

Der Ministerpräsident Brandenburgs straft alle diejenigen Lügen, die ihm unterstellten, bedingungslos an seinem Amt zu kleben, nur noch zu menscheln und keine Entscheidungen mehr zu treffen. Matthias Platzeck hat nun für sich entschieden, dass es gesundheitlich nicht mehr geht in seinem Amt. Hundert Prozent forderte er selbst von sich nach dem Schlaganfall im Juni. Die kann er offenbar nicht mehr aufbieten. Dass Platzeck sich jetzt auch nicht mehr davon abhalten ließ, dass er schon einmal aus gesundheitlichen Gründen ein wichtiges Amt aufgeben musste – 2006 den Vorsitz der Bundes-SPD – verdient erst recht Respekt. Dieses erneute Eingeständnis von Schwäche ist stark.

Die persönliche Entscheidung Platzecks stellt das Land vor eine Zäsur. Bis zur Landtagswahl im September nächsten Jahres wird es in Potsdam einen Übergangsministerpräsidenten geben, der aller Voraussicht nach Dietmar Woidke heißt. Er hatte bislang als Innenminister – Stichwort Polizeireform – nicht gerade mit den beliebtesten Themen in Brandenburg zu tun.Und als großer „Menschenfischer“ ist der Pragmatiker aus der Lausitz bislang auch noch nicht aufgefallen – auch wenn er in seinem Arbeitsbereich durchaus viele Sympathien genießt. Nun soll er demnächst als Ministerpräsident Generalist sein und als künftiger Parteichef die Seele der heimischen SPD streicheln.

Kein beneidenswerter Job. Denn klar ist: Die Sozialdemokraten stellen seit 1990 nicht ununterbrochen den Regierungschef, weil ihre Programmatik so toll war. Nein, die SPD hat ihre unangefochtene Spitzenposition im Land allein dem Charisma zweier Männer zu verdanken – Manfred Stolpe und Matthias Platzeck.

Diese beiden Glücksfälle könnten sich nun allerdings für die Sozialdemokraten in Brandenburg in einen Fluch verkehren. Stolpes und Platzecks ewigem Nimbus als Volksversteher und Krisenmanager konnten auch politische Irrtümer oder Niederlagen nichts anhaben. Selbst aus der Flughafenpleite, die Platzeck als Aufsichtsratsmitglied mitzuverantworten hat, wusste der Potsdamer politisches Kapital zu schlagen – indem er sich als reuiger Aufsichtsratschef an die Spitze der Bewegung setzte.

Die Ära der Volkstribunen in Brandenburg dürfte mit Platzeck aber zu Ende gehen. Das muss nicht verkehrt sein. Das Land ist gut aufgestellt, hat aber noch eine Menge Hausaufgaben zu lösen: Durch reduzierte Zuwendungen von Bund und EU etwa muss Brandenburg in Zukunft stärker auf eigenen Beinen stehen. Und auch in Sachen Kreis- und Verwaltungsreform braucht das Land mehr Tempo. Sicher, diese Themen sind alle nicht sehr sexy. Aber vielleicht kann der eine oder andere nun genau daran wachsen.

Von Thoralf Cleven

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