Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Zöllner stoppen große „Tee-Lieferung“
Brandenburg Zöllner stoppen große „Tee-Lieferung“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 11.06.2018
Quelle: Zollamt Ludwigsfelde (Symbolbild)
Anzeige
Potsdam/ Ludwigsfelde

Am 22. Mai 2018 betrat ein 41-jähriger Mann das Zollamt Ludwigsfelde. Vier Pakete aus Äthiopien mit grünem Tee – insgesamt 64 Kilogramm – wolle er abholen, erklärte er gegenüber den Zöllnern. Es würde sich um Proben des Tees aus Äthiopien, die er in Deutschland verkaufen wolle, führte er weiter aus.

Neugierig öffneten die Zöllner die Pakete – und das geplante Geschäft des Mannes hatte sich direkt zerschlagen. „Aussehen und Geruch deuteten nicht auf Tee hin, sondern auf Blätter der Khat-Pflanze, deren Einfuhr nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten ist“, teilte das Zollamt mit. „Meine Mitarbeiter haben recht schnell erkannt, dass es sich bei dem Inhalt der Pakete definitiv nicht um Tee handelt. Wir sehen hier täglich allerhand, aber das war schon ein bemerkenswerter Fall.“, so Andreas Graf, Leiter des Zollamtes Ludwigsfelde.

Die Pakete wurden von den Zöllnern einbehalten – der 41-jährige Somalier machte sich aus dem Staub. Die gleiche Masche versuchte der Mann zudem beim Zollamt Berlin-Marzahn. Auch hier ohne Erfolg.

Am 24. Mai 2018 tauchte er schließlich in Rostock auf und versuchte dort erneut an seine „Tee-Lieferung“ zu kommen. Hier wurde er schließlich von Beamten des Zollfahndungsamtes Hamburg festgenommen.

Gegen den Mann wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Bannbruchs einleitete.

Hintergrund

Das Kauen von Khat-Blättern hat eine ähnliche Wirkung wie Amphetamine, wirkt aber deutlich schwächer. Der Konsument fühlt sich euphorisiert, und spürt weniger Hunger und Müdigkeit. Die Pflanze, die in Kenia und Äthiopien wächst, ist in den Herkunftsländern eine Alltagsdroge. In Deutschland gilt sie als verbotene Substanz, die den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes unterliegt.

Der Bannbruch in Verbindung mit einer verbotenen Einfuhr von Betäubungsmitteln wird mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Dies ergibt sich aus § 372 der Abgabenordnung und § 29 Absatz 1 Nr. 1 des Betäubungsmittelgesetzes.

Von MAZonline