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Brandenburg Sicherheitsverwahrung? Zweiter Prozess gegen Silvio S. beginnt
Brandenburg Sicherheitsverwahrung? Zweiter Prozess gegen Silvio S. beginnt
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00:23 13.05.2019
Mit einem Aktenordner vor dem Gesicht, betritt der Mörder Silvio S. am 26. Juli 2016 für die Verkündung des Urteiles in Potsdam einen Saal des Landgerichtes. Quelle: dpa/Ralf Hirschberger
Potsdam

Der zweifache Kindsmörder Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming) steht heute Vormittag ab 10 Uhr erneut vor Gericht. Das Landgericht Potsdam muss darüber entscheiden, ob gegen den 35-Jährigen neben seiner bereits rechtskräftigen lebenslangen Freiheitsstrafe auch noch Sicherungsverwahrung verhängt wird. Es wird die Gefährlichkeit des Mannes erneut überprüfen.

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen

Der ehemaligen Wachschützer, der im Jahr 2015 die Kinder Elias (6) aus Potsdam und das Flüchtlingskind Mohamed (4) missbraucht und getötet hatte, wird unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen vorgeführt werden.

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Im Landgericht stand er bereits 2016 vor seinen Richtern. Die 1. Strafkammer verhängte damals zwar lebenslange Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Eine Entlassung nach 15 Jahren war somit unmöglich, rund 25 Jahre Haft waren also zu erwarten. Doch verweigerte die Kammer die Sicherungsverwahrung und stützte sich dabei auf ein Sachverständigengutachten.

Nur über Sicherungsverwahrung wird verhandelt

Der Gutachter hatte im ersten Prozess bei Silvio S. keinen eindeutigen Hang zu derartigen Taten im Sinne eines eingeschliffenen Verhaltensmusters festgestellt. Sicherungsverwahrung ist etwas anderes als Strafhaft. Sie wird vorsorglich verhängt, wenn von dem Täter erwartbar eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Der Bundesgerichtshof fand, dass das Gericht diesen Aspekt nicht gut genug geprüft habe. Die Staatsanwaltschaft hatte – unzufrieden mit dem Richterspruch – eine Teilrevision des Urteils erreichen konnte.

JVA-Psychologe wird angehört

Auf Weisung des BGH wird nun eine andere, nämlich die 5. Strafkammer über den Fall entscheiden. Als Zeuge vorgesehen ist ein Anstaltspsychologe aus dem Gefängnis in Brandenburg/Havel, wo Silvio S. seit September 2018 einen Platz in der sondertherapeutischen Abteilung hat. Dort ist er nicht mehr so isoliert wie im regulären Strafvollzug. Die Staatsanwaltschaft hat darüber hinaus eine Polizeibeamtin als Zeugin berufen, die Details zu Tatvorbereitungen des Silvio S. wiedergeben soll. Es dürften belastende Einzelheiten sein, mit denen die Ankläger einen Hang beim Täter belegen wollen.

Urteil voraussichtlich in zwei Wochen

Später am Tag wird voraussichtlich der Gutachter Matthias Lammel aus dem ersten Prozess gehört. Für den darauffolgenden Freitag sind bereits Plädoyers geplant, in zwei Wochen soll das Urteil gesprochen werden.

Silvio S. hatte im Juli 2015 den Erstklässler Elias beim Spielen vor dessen Haustür in Potsdam weggelockt, entführt und getötet. Später vergrub er den Leichnam in seinem Pachtgarten bei Luckenwalde. Im Oktober schnappte sich der bei seinen Eltern auf dem Dorf wohnende Mann in Berlin am Landesamt für Gesundheit und Ordnung (Lageso) das Flüchtlingskind Mohamed. Silvio S. missbrauchte den Jungen und erdrosselte ihn später. Die Leiche bestreute er zu Hause mit Katzenstreu.

Die Polizei fand den Mörder, nachdem die Mutter von Silvio S. ihren Sohn auf dem Foto aus einer Überwachungskamera erkannt hatte. Das Bild stammt aus Berlin-Moabit. Silvio S. hält Mohamed an der Hand und geht die Straße hinunter.

Von Ulrich Wangemann

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