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Lokales Bald grüne Politik im Schloss?
Lokales Bald grüne Politik im Schloss?
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16:24 15.12.2016
Noch vor dem Schloss und demnächst den Arbeitsplatz darin? „Das ist keine Spaßkandidatur, sondern ein Angebot an die Stadt, den Leitgedanken einer lebenswerten und bürgernahen Stadt umzusetzen“, sagt Heiner Klemp. Quelle: Andreas Herz
Oranienburg

„Es wird bestimmt eine spannende Wahl.“ Heiner Klemp freut sich darauf. „Denn alles ist möglich.“ Bisher haben Jennifer Collin für die SPD, Kerstin Kausche für die CDU und Enrico Rossius für die Linke kundgetan, Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) im Herbst 2017 beerben zu wollen. Seit Mittwochabend gehört auch Heiner Klemp zu den Anwärtern. Bei der Wahl der Oranienburger Grünen stimmten acht von neun Mitgliedern für ihn. Einen Mitbewerber gab es nicht.

Er habe lange überlegt, sich gefragt: „Will ich das und kann ich das leisten?“ Und er kam zu dem Schluss: „Ich habe beide Fragen mit ja beantwortet. Natürlich steht auch meine Frau hinter mir.“ Für den 53-Jährigen Informatiker wäre es ein großer Schnitt vor allem in Sachen Beruf: „Bei einer Wahl könnte ich acht Jahre später nicht ohne Weiteres zurück. In der IT-Branche ist man weg vom Fenster.“ Das schreckt ihn dennoch nicht: „In der freien Wirtschaft sind Veränderungen die Konstante.“ Respekt zollt er den „zweifellos großen Fußstapfen“, die Laesicke hinterlässt. „Ich kenne ja auch gar keinen anderen Bürgermeister in Oranienburg.“ Er habe in 23 Jahren enorm viel bewegt, das Antlitz der Stadt zum Guten verändert. Nun werde ein Nachfolger „neue Schwerpunkte setzen, vieles anders machen. Das ist Demokratie.“

Auch Heiner Klemp hat das vor. Vor allem eine Modernisierung der Verwaltung. Das spare Kosten und bringe mehr Service. Dabei sehe er keine großen Stellschrauben, sondern „Potenziale im Kleinen“. Eingespartes möchte er zum Beispiel in zusätzliche Schulsozialarbeiter investieren. „Ich sehe es als Chance, eine andere ’Denke’ aus der Privatwirtschaft in die Verwaltung reinbringen zu können.“

Zweiter Punkt, der dem potenziellen grünen Bürgermeister wichtig ist: „Mehr und regelmäßige Mitsprache der Einwohner auf Augenhöhe.“ Gutes Bespiel, wenn auch Jahre her, sei des „diskursive Verfahren“ zur Gestaltung des Schlossumfeldes gewesen. Auch wünscht er sich ein anderes Verhältnis zwischen Verwaltung und Politik. Es ginge nicht an, dass „die Verwaltung ein Konzept vorlegt, das wir dann möglichst schnell beschließen sollen.“ Bei dem zum Bau von Kitas und Schulen bis 2022 „haben wir nichts verzögert, sondern noch mal zügig diskutiert, viel verändert und nun einen Kompromiss gefunden.“

Klemps Leitbild für Oranienburg ist das einer „lebenswerten Stadt“. „Da sie stetig wächst, brauchen wir auch eine wachsende Wirtschaft.“ Und da der Vorrat an Gewerbeflächen schwinde, möchte Klemp raumsparende, hochwertige Dienstleister fördern. Ein Gründerzentrum für Jungunternehmer passe gut nach Oranienburg. Den Radwegbau möchte er ebenso weiter voranbringen wie den Wohnungsbau für Leute mit schmalen Einkommen. „Um das stemmen zu können, müssen wir mehr privates Kapital in die Stadt holen.“ Und eine Stadtbuslinie will Heiner Klemp als Bürgermeister unbedingt Realität werden lassen.

Geboren in Berlin-Reinickendorf, lebt Klemp seit 1994 in Lehnitz.

Seine Frau Petra arbeitet als Sozialarbeiterin am Krankenhaus in Berlin. Sohn Jonas (20), studiert Politik und Wirtschaft, Tochter Laura (18) ist Schülerin am Henriettengymnasium.

Der 53-Jährige ist studierter Informatiker und arbeitet im Management eines mittelständischen Software- und Beratungshauses in Berlin, betreut nationale und international Großkunden im Bereich Prozessoptimierung.

Klemp ist seit 1996 Mitglied der Grünen, arbeitet in der Gemeindevertretung von Lehnitz. Seit 2003 ist er Stadtverordneter in Oranienburg und Fraktionschef der Grünen.

Der Lehnitzer ist Mitbegründer der Willkommensinitiative Oranienburg und Mitglied im Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt.

Heiner Klemp hofft auf einen fairen Wahlkampf, „ohne falsche Versprechen. Der aber Unterschiede aufzeigt, ohne ins Persönliche zu gehen und zu verletzten“.

Mit den städtischen Gesellschaften ist der Bürgermeister Chef von rund 800 Mitarbeitern.

Von Heike Bergt

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