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Lokales Witze und Anekdoten aus Brandenburg/Havel
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11:55 30.06.2021

Witze und Anekdoten aus Brandenburg/Havel

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Eine Anekdote von Alexander Pollok: Es gab es schon immer Berufsgruppen, die keinen leichten Stand bei der Bevölkerung hatten, etwa die des Verkehrspolizisten. Auch in der „alten Zeit“ mussten sich die armen Verkehrspolizisten gefallen lassen, dass die gemeinen Bürger Witze über sie machten und ihnen ein wenig krumm nahmen, dass sie auf der Straße für Recht und Ordnung sorgten. Denn des einen Freud ist des anderen finanzielles Leid. In jener Zeit, als es noch keine Punkte in Flensburg, sondern Stempel auf kleinen Pappkärtchen in der Fahrerlaubnis gab, hatten die Bürger der Stadt Brandenburg ein besonders strenges Exemplar dieser Berufsgruppe unter sich. Ihm wurde nachgesagt, dass er sogar seiner eigenen Ehefrau 5 Mark dafür abgenommen haben sollte, als sie an einem Stoppschild nicht ordnungsgemäß angehalten hatte. Eben jener Verkehrspolizist befuhr an einem Wochentag gegen Mittag irgendwann in den 1980er Jahren den Neustädtischen Markt. Warum sollte es ihm besser ergehen, als vielen anderen Havelstädtern, die mit ihrem Moped oder Fahrrad die Straßenbahnschienen als Gefahrenquelle unterschätzt haben?Er kam mit seinem Vorderrad in eine Schiene und fiel mit seinem Polizeimotorrad vor unzähligen Brandenburgern auf das Pflaster. In diesem Fall hatten die Brandenburger jedoch kein Mitleid, sondern spendeten Applaus und riefen „Zugabe!“

Quelle: Alexander Pollok

Katha Seyffert erinnert sich: Im Jahre 1987 feierten wir im Familienkreis meine Jugendweihe, mit Kaffee und Kuchen, im Restaurant „Zum Roland“ bei Löfflers am Neustädtischen Markt 4. Um genau zu sein, in dem dazugehörigen Café, das sich auf der rechten Seite des Tores befand. Da wir in diesem Haus über der Gaststätte wohnten, bot es sich als Feierort an. Als einzige Erinnerung an diese Feier ist mir im Gedächtnis geblieben, dass mir davor und auch danach nie wieder so kalt war. So kalt, dass ich die Feierlichkeit verlassen habe, hinauf in unsere Wohnung ging, um warm zu duschen. Andere Versuche, mich aufzuwärmen, waren gescheitert. Während die anderen Gäste Kuchen zum Kaffee genossen, war es mir an meinem Ehrentage gestattet, so viel Eis zu essen, wie ich mochte – und das tat ich auch. Mancher Brandenburger erinnert sich noch an den legendären „Zentraleisbecher“, den es nur bei Löfflers im „Roland“ gab. Dieser Eisbecher bestand aus drei Kugeln Schokoeis, einer großen Portion Sahne, über die Eierlikör, Schokoladensauce und Krokant gegeben wurde. Jeder, der diese Spezilität einmal verzehrt hat, weiß, dass schon zwei dieser Becher eine Herausforderung waren, selbst für den geübten Eisesser. Aber soviel essen zu dürfen, wie ich wollte, das musste ich natürlich ausnutzen. So verputze ich meiner Erinnerung nach sechs Stück. Auch wenn es nur vier oder fünf gewesen sein sollten, fühlt es sich bis heute nach sechs „Zentraleisbecher“ an.

Quelle: Heiko Hesse

Das Havelfest 1997 bleibt Ute und Uwe Brauer aus der Brandenburger Altstadt in besonderer Erinnerung. Sie saßen am Salzhofufer und sahen dem quirligen Treiben. Ein Motorboot wollte anlegen beziehungsweise seine beiden Insassen versuchten es. Sie waren bereits ziemlich betrunken. Einer war an Land und wollte nun das Boot ans Ufer ziehen. Doch das Boot trieb ab. Der Mann hielt es eisern fest und das Publikum am Ufer den Atem an. Die Füße an Land, die Hände am Boot, zog es den Mann langsam in die Länge. Bald war sein Pullover im Wasser. Der Stoff sog sich voll und zog den Mann nach unten. Schließlich musste er nachgeben und fiel in die Havel. Sein Trinkbruder zog ihn an Bord und das Motorboot fuhr davon.

Quelle: Zeichnungen: Ute Brauer
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