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Brandenburg/Havel Karatekampf mit Tonnen von Gestrüpp: BKSV saniert Vereinsgelände
Lokales Brandenburg/Havel Karatekampf mit Tonnen von Gestrüpp: BKSV saniert Vereinsgelände
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17:03 25.07.2019
Bodo Pippel und Ingo Lorenz vom 1. Brandenburger Kampfsportverein e.V. haben mit viel Eigeninitiative und Helfern das Gelände des Vereins beräumt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Wenn dir keiner hilft, so hilf dir selbst! Dieses Motto haben die verantwortlichen des 1. Brandenburger Kampfsportvereins BKSV verinnerlicht. Seit mehr als 25 Jahren nutzen sie einen Teil der im Vorjahr reaktivierten Kindertagesstätte in der Sophienstraße 49.

Seit mehr 25 Jahren nutzt der 1. Brandenburger Kampfsportverein das Areal der Sophienstraße 49. Weil die Stadt nichts an den Außenanlagen macht, erledigen das nun die Vereinsmitglieder in Eigenregie.

Jedes Jahr nimmt sich der Verein ein neues Projekt vor, 2018 wurden beispielsweise die Sanitäranlagen erneuert. Innen war damit alles fertig. Über die Jahrzehnte verlotterten aber die Außenanlagen auf dem kommunalen Grundstück.

Zaun war eingewachsen

Vereinschef Bodo Pippel ging auf Trainer Ingo Lorenz zu und schlug ihm vor, die Mammutaufgabe anzugehen. „Bodo, das ist ein Projekt für zwei Jahre“, sagte Lorenz. Der Angesprochene erwiderte nur: „Nee, für die Sommerferien.“

Seit nunmehr drei Wochen schuften 15 aktive Mitglieder auf dem etwa 4000 Quadratmeter großen Areal. Auf 800 Quadratmetern war die komplette Rückseite des Grundstückes dicht zugewuchert mit Gehölzen, vom Zaun war nichts mehr zu sehen. Alte Sockel von Betonbänken sowie tonnenweise Unrat und alter Bauschutt kamen zutage.

Alles wurde komplett gesäubert und gerodet. Firmen sprangen mit Leistungen ein: Preiswerte Container kamen von Frischbeton, Baumpflege Räbel stellte den Industriehäcksler, Gartenbauer Ralf Klischke und Oldtimer-Restaurator Patric Bodenstab verliehen Kleinbagger. Die Firma Dreihardt gab ihren großen Multicar, mit dem Lorenz unentwegt Muttererde heranfuhr. Die Stadt ließ sich erweichen und spendierte 1000 Euro für die Schuttabfuhr.

Mehr als 40 Tonnen Erde

Mittlerweile sind 40,5 Tonnen Muttererde aufgebracht, Pippel führt genau Buch darüber. Weitere Erde wird benötigt, zudem jede Menge Samen für einen belastbaren Sport- und Spielrasen, Spender sind willkommen.

Vor zehn Jahren hatte der Verein schon einmal einen Brunnen gegraben, um eine Wasserversorgung für die Freiflächen zu haben. Nun haben die Vereinsmitglieder etliche Wasserrohre mit Hilfe des kleinen Baggers vergraben, um überall Wasser entnehmen zu können und den Schlauch nicht mehr 100 Meter weit durch den Garten zu ziehen.

Komplett umgegraben

Die kleine Garage für die Arbeitsgeräte ist komplett saniert und nun auch wieder regendicht. Die alte Unterstellbox wurde entrostet und um neue Dachlatten ergänzt, um die sich der wilde Wein winden kann. Für das Beachvolleyballfeld haben die BKSV-Verantwortlichen in Absprache mit den Rotariern die Netzpfeiler umgesetzt und befestigt.

Der Serviceklub hatte vor vier Jahren, als die damals fast leere Kita fürs Unterbringen von Flüchtlingen diente, eine Volleyballanlage für diese Menschen spendiert. Das Übergangswohnheim wurde allerdings zwei Jahre später aufgegeben. Jetzt erfüllen die Netzmasten wieder ihren Zweck.

„Mit dem eigentlich zuständigen Gebäude- und Liegenschaftsmanagement GLM ist die Zusammenarbeit etwas schwierig“, erzählt Pippel, „umso entspannter geht es mit dem Amt für Schule und Sport zu. Amtsleiterin Viola Cohnen und Sibylle Steinhäuser agieren eher im Stillen und versuchen, das Maximale an Geld und Unterstützung für die Vereine herauszuholen.“

Hilfe vom Amt

Viola Cohnen bestätigt gegenüber der MAZ, dass der Verein noch in diesem Jahr 5000 Euro Förderung bekommt. „Das Geld ist gebunden an investive Maßnahmen. Es wird aber erst ausgezahlt, wenn der Haushalt bestätigt ist.“ Gleichwohl habe man den vorgezogenen Maßnahmebeginn genehmigt, damit der Verein während der Ferien arbeiten kann und nicht bis Oktober warten muss.

Im 1. BKSv gibt es derzeit 80 Mitglieder, vornehmlich sind es Kinder und Jugendliche, die sich im Karate oder in den schottischen Highland-Games probieren. „70 Prozent unserer jungen Mitglieder haben entweder einen Migrationshintergrund oder sie kommen aus Hartz-IV-Familien. Das macht uns einzigartig in Hohenstücken und wahrscheinlich in der ganzen Stadt“, sagt Pippel.

Große Pläne für die Zukunft

Am 14. September richtet der Verein in der großen Sporthalle am Marienberg die offenen Landesmeisterschaften im Karate aus, da gibt es auch internationale Beteiligung mit Wettkämpfern aus Italien, Russland und Polen.

Und im nächsten Jahr soll die einst als Kinderplanschbecken in den Hof eingelassene Mulde gestaltet werden, Pippel träumt von einem japanischen Zen-Garten.

Von André Wirsing

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