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Brandenburg/Havel 1.000 Zuchtsauen mit 10.000 Ferkeln
Lokales Brandenburg/Havel 1.000 Zuchtsauen mit 10.000 Ferkeln
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00:27 25.01.2015
Auch in Golzow setzt man weiter auf Schweine.
Auch in Golzow setzt man weiter auf Schweine. Quelle: P. Geisler
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Golzow

Wenn alles glatt geht, ist nach Ansicht von Planer Matthias Thorwirth ein Baubeginn der Ferkelproduktionsanlage mit Güllebehälter Anfang 2016 realistisch. Die Agrargenossenschaft „Planetal“ will drei Millionen Euro investieren und bei Grüneiche „etwa 1000 bis 1100 Zuchtsauen“ halten.

Dafür werden die alten Ställe in Golzow und Ragösen stillgelegt. „Damit sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig. Der Bestand wird also nicht erhöht“, versichert Agrarchef Matthias Nadler, der sich am Dienstag den kritischen Fragen der Grüneicher stellte. Die bleiben auch nach der von ihnen geforderten Versammlung skeptisch und wollen ihre Bürgerrechte wahrnehmen. Bei drei Enthaltungen hat der Gemeinderat dem Vorhaben im Zuge des Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz zugestimmt. Bis Dienstag muss die Stellungnahme beim Landesumweltamt sein. Die Öffentlichkeit wird noch beteiligt.

Bei zehn Jungtieren je Sau wären es mindestens 10.000 Ferkel, die vier Wochen bei den Muttertieren und weitere sieben Wochen im 2005 bei Grüneiche gebauten Aufzuchtstall bleiben, wo sie bis 30 Kilo aufgepäppelt werden. „Wir investieren in etwas Zukunftsfähiges, haben dafür Wärme aus der kleinen Biogasanlage übrig, sparen Transporte aus Ragösen und Golzow“, nennt Nadler Vorteile. Für Gärreste habe man laut Gülleverordnung ausreichend Fläche.

Mehr Tierkomfort

Bei Grüneiche betreibt die Agrargenossenschaft bereits eine Rinderanlage und einen Ferkelstall mit derzeit 4000 Tieren. Dort werden die Ferkel bis zum Gewicht von 30 Kilo aufgezogen und dann an Mäster in ganz Deutschland verkauft. Versorgt wird der Komplex mit Wärme aus der seit 2006 betriebenen kleineren Biogasanlage, die noch Kapazitäten bietet.

Hintergrund dieser Investition ist eine EU-Verordnung, wonach Sauen aus Gründen des Tierwohls und -komforts nicht mehr in Einzelbuchten zu halten sind, sondern in Gruppen. na

Der Stall entstehe nach neuesten Gesichtspunkten. „Über eine Abluftwäsche werden 85 bis 90 Prozent an Ammoniak und Gerüchen herausgewaschen“, arbeitet Planer Thorwirth den Fragekatalog ab. Laut Geruchsgutachten des Institutes für Umweltrecht treten auf dem Komplex dann nur an sechs Prozent der Jahresstunden Gerüche auf. Ungläubige Blicke bei den Grüneichern, denn bisher hätten sie bei Westwind die Nase gestrichen voll, was Nadler bezweifelt. Unbestrittene Schwachstelle bleibt die Zufahrt.

Man habe sich um eine Anbindung an die B102 bemüht, vom Landesstraßenbauamt aber nicht genehmigt bekommen. Nadler versprach, dass Fahrzeuge so wenig wie möglich über die marode Dorfstraße fahren, sondern wie im Vorjahr über Feldwege. Von den Abgeordneten Marcel Semmler und Wolfgang Neumann nach Akteneinsicht vorgebrachte Bedenken zur Flächenentwässerung sollen bei einer Besichtigung geklärt werden.

Von Claudia Nack

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