Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Gegen Abriss des Slawendorfes: Brandenburger demonstrieren für Erhalt des Abenteuerparks
Lokales Brandenburg/Havel Gegen Abriss des Slawendorfes: Brandenburger demonstrieren für Erhalt des Abenteuerparks
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:43 03.04.2019
Die Brandenburgerinnen Julia Rehdorf und Janett Girbinger demonstrierten mit einem Plakat für den Erhalt des Slawendorfs.
Die Brandenburgerinnen Julia Rehdorf und Janett Girbinger demonstrierten mit einem Plakat für den Erhalt des Slawendorfs. Quelle: André Großmann
Anzeige
Brandenburg/H

Mit Helm und Schutzschild setzt der Neunjährige Carl Strehlau vor dem Rathaus ein Zeichen für das Slawendorf, sein Freund Valentin Rangnow greift zum Holzschwert, um sich spielerisch für den Veranstaltungsort einzusetzen. Mehr als 100 Brandenburger protestieren vor dem Rathaus gegen die städtischen Pläne für einen Hotelbau. Die Kritik wird seit Wochen lauter.

100 Brandenburger demonstrierten vor dem Rathaus für den Erhalt des Veranstaltungsortes und schließen weitere Proteste nicht aus.

Protest mit Herz und Comicfiguren

Die Brandenburgerinnen Janett Girbinger und Julia Rehdorf zeigen ihre Liebe zum Erlebnisort mit einem Plakat. Es trägt die Aufschrift „Hotel Nein! Slawendorf Ja!“, zeigt ein Herz, eine Friedenstaube, einen Slawenjungen und ein Slawenmädchen. Die 36-Jährige Girbinger betont, wie wichtig ihr das Slawendorf ist. „Dort können sich die Kinder austoben und lernen viel zur Geschichte ihrer Vorfahren“, sagt die Brandenburgerin.

Mitstreiterin Julia Rehdorf erinnert sich, dass ihr Sohn Leon im Slawendorf seine erste Kerze herstellte. Sie kritisiert, dass die Stadt genug Flächen als Alternative für einen möglichen Hotelbau habe. Nancy Petsch ist verärgert über die aktuellen Entwicklungen. „Wenn der Tourismus boomt, ist alles in Ordnung für die Stadt, aber wenn es um den kleinen Bürger geht, dann ist es egal, was die wollen“, sagt die Brandenburgerin. Sie hofft, dass die städtischen Pläne nicht die Politikverdrossenheit der Bürger fördern.

Weitere Demonstrationen nicht ausgeschlossen

Andreas von Wertheim gründete die Initiative „Pro Slawendorf“. Für ihn steht der Ort für Natur, Erholung, Kultur, Freizeit und Geschichte. Der 45-Jährige will jetzt mit Vertretern der Stadt und Mitgliedern des „Fördervereins Slawendorf“ sprechen. Er schätzt, dass in der Havelstadt bislang bis zu 700 Unterschriften für den Erhalt der Veranstaltungsstätte gesammelt wurden. Von Wertheim bemängelt außerdem, dass Bürger von der Verwaltung „zu intransparent und zu spät“ informiert würden und schließt weitere Proteste nicht aus.

Auch der SPD-Stadtverordnete Michael Raith äußerte sich vor dem Rathaus am Mikrofon. Er forderte die Demonstranten auf, weiter Unterschriften zu sammeln. „Wenn es in der Stadtverordnetenversammlung so nicht weiter gehen sollte und ein Nein aufgrund der jetzigen Verhältnisse kommt, sorgt für einen Bürgerentscheid. Sorgt dafür, dass abgestimmt wird, wie beim Packhof“, sagte Raith weiter.

Von André Großmann

03.04.2019
03.04.2019