Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel 19 Stunden Warnstreik vor dem Riva-Werk
Lokales Brandenburg/Havel 19 Stunden Warnstreik vor dem Riva-Werk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 12.07.2019
In Italien ist mehr Farbe dabei. Vor der Riva-Firmenzentrale in Mailand haben am Donnerstag Riva-Mitarbeiter und Gewerkschafter aus Deutschland und Italien demonstriert. Quelle: Stefanie Jahn
Brandenburg/H

Am Montagmorgen um 5 Uhr treten die Mitarbeiter des Brandenburger Elektrostahlwerks in der Woltersdorfer Straße in einen Warnstreik. Die Arbeit werde bis Mitternacht niedergelegt, kündigt Stefanie Jahn an, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Oranienburg und Potsdam.

Die Teilnehmer wollen mit ihrer Arbeitsniederlegung erreichen, dass die Arbeitgeberseite den Tarifabschluss „Stahl Ost“ für das Riva-Werk in Brandenburg/Havel übernimmt. Zum neuerlichen Warnstreik ruft die Gewerkschaft IG Metall ihre Mitglieder auf.

Ein erster Warnstreik im Riva-Werk am 14. Juni hatte noch nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Lesen Sie mehr dazu hier.

Auch eine Frage der Mentalität. Die jeweilige Stimmung beim Warnstreik vor dem Riva-Werk in Brandenburg/Havel scheint etwas anders zu sein als bei der Demonstration vor der Riva-Zentrale in Mailand.

Die Übernahme des Tarifabschlusses für die Brandenburger Stahlarbeiter bedeuten, dass auch sie 3,7 Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum 1. März erhalten würden sowie Einmalzahlungen in Höhe von 100 Euro für die Monate Januar und Februar 2019.

Für die Riva-Kollegen am Standort Hennigsdorf gilt dieser Abschluss bereits. Dort ist die automatische Tarifübernahme bereits seit 2008 auf Betriebsebene geregelt. „Das läuft“, versichert der Betriebsratsvorsitzende Hans-Jürgen Spitzer.

Andere Regeln in Hennigsdorf

Aus Arbeitnehmersicht ist die betriebliche Regelung im Brandenburger Elektrostahlwerk (BES) ungünstiger. Dort können nach einem Tarifabschluss sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberseite zunächst Gesprächsbedarf anmelden.

Diese Option hat das Riva-Management gezogen. Zwar scheint es zur Übernahme grundsätzlich bereit, knüpft diese aber an Bedingungen. Es geht ihr um eine vorherige Betriebsvereinbarung zur Neuorganisation der Arbeit im Werk – Schichtenmodell, Ruhezeiten, Arbeiten am Stück, solche Dinge.

Stefanie Jahn, 1. Bevollmächtigte der IG Metall. Quelle: Rüdiger Böhme

Gewerkschafterin Jahn sieht in der Verknüpfung von Tarifübernahme und Betriebsvereinbarung ein Erpressungspotenzial. Sie verspricht sich von dem zweiten, diesmal längeren Warnstreik entsprechenden Druck auf die Geschäftsführung des Riva-Unternehmens. Diese hat der MAZ auf Anfrage angekündigt, dass sie sich zu gegebener Zeit äußern werde.

Das Riva-Management in Brandenburg/Havel und Hennigsdorf hat zurzeit eine zweite Baustelle mit den Gewerkschaften. Denn die Mitarbeiter der Hennigsdorfer HES-Tochterfirmen in Trier und dem von dort rund 50 Kilometer entfernten Horath befinden sich seit dem 19. Juni im unbefristeten Ausstand.

Die IG Metall will dort erreichen, dass Riva die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie in Rheinland-Pfalz anerkennt. Bislang gelte, so die IG Metall, in den beiden Werken in Horath und Trier kein Tarif. Etwas Bewegung ist der IG Metall zufolge in dieser Woche in diesen feststeckenden Konflikt geraten.

Demo vor Riva-Zentrale in Mailand

Am Rande der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Dienstag habe die HES-Geschäftsführung Gesprächsbereitschaft erkennen lassen, Stefanie Jahn spricht von einer „ersten kleinen Bewegung auf der Arbeitgeberseite“. Einem ersten Gespräch am Mittwoch folgte ein zweites an diesem Freitag.

Am Donnerstag waren nach IG-Metall-Angaben rund 70 HES-Mitarbeiter aus Trier und Horath nach Mailand gereist, um dort vor der Riva-Firmenzentrale mit italienischen Riva-Mitarbeitern sowie mit Gewerkschaftern aus Italien, Brandenburg und Rheinland-Pfalz für ihre Forderungen zu demonstrieren.

Aus dem Wunsch, dass eine Delegation die Forderungen in der Riva-Zentrale vorträgt, wurde es nichts. „Das wurde abgelehnt, also haben wir davor demonstriert und gesungen“, berichtet Stefanie Jahn.

Von Jürgen Lauterbach

Vor wenigen Tagen angepriesen als Übergangslösung für die Bundesfreiwilligen des THW in Brandenburg/Havel. Doch inzwischen rudern Stadt und THW in Sachen Fohrder Landstraße 11 zurück. Übrig bliebe ein Luftschloss.

15.07.2019

Das städtische Klinikum Brandenburg/Havel steht als eines von 26 Krankenhäusern im Land auf der Begünstigten-Liste der Krankenkassen

11.07.2019

Eine Streiterei auf einem Supermarktparkplatz in Brandenburg endete handgreiflich, als ein Mann seinen Kontrahenten anging – und ihm in den Arm kniff. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

11.07.2019