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Brandenburg/Havel 200.000 Euro für Havelstadt-Kulturfestival
Lokales Brandenburg/Havel 200.000 Euro für Havelstadt-Kulturfestival
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17:36 21.02.2019
Die Verträge sind gemacht und es wurde (aus guten Grund) viel gelacht: Oberbürgermeister, Landräte, Vorsitzende von Verbandsversammlungen mit Ministerin Martina Münch. Quelle: GER
Brandenburg/H

Donnerstag wurde im Foyer der Studiobühne (BT) der auf vier Jahre angelegte Theater- und Orchesterrahmenvertrag unterzeichnet. Ab 2019 übernimmt das Land 50 Prozent der Finanzierung BT, 30 Prozent kommen aus dem Finanzausgleichsgesetzes (FAG), auf die Kommunen entfalle nur noch 20 Prozent.

Tag der Freude

„Heute ist kein Tag zum Jammern und Barmen“, hieß es daher als nun die Bürgermeister und Landräte aus Senftenberg, Frankfurt/Oder, Brandenburg/Havel, Cottbus und der Uckermark den Vertrag unterzeichneten und so langfristig mehr Geld haben werden. Mehr Geld für Kultur und nicht für die Konsolidierung der Haushalte, wie die Ministerin Martina Münch (SPD) sagte.

2019 werden den Häusern Mittel in Höhe von sieben Millionen Euro zusätzlich haben. Und es werden mehr. Münch bedankte sich für die Unterstützung aus den Theatern und den Kommunen und lobte die Bereitschaft der Landespolitik, mit mehr Geld für die institutionelle und die freie Kultur vor Ort die Kommunen und Landkreise zu stärken. Ausdrücklich erwähnte sie das Landesparlament und den Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher.

Land in der Pflicht

Der sieht in dem Vertrag „eine große Chance. Nach jahrelangen Diskussionen ist es gelungen, das Land stärker in die Pflicht zu nehmen.“ Wie auch OB Steffen Scheller (CDU) sieht Holzschuher darin eine Möglichkeit um im Wettbewerb um Attraktivität und Zuzügler zu punkten. Damit haben wir „einen unschätzbaren Vorteil gegenüber den Schlafstädten“, so Holzschuher.

Wohin mit dem Geld? Das ist für Scheller klar, wie er vor seinen Kollegen deutlich machte. Auch das Theater werde mehr Geld bekommen. Doch zu Kunst und Kultur gehörten auch Bibliotheken, Musikschulen, Kunst- und Zeichenschulen, Museen und freie Theater, deren Finanzierung hinten an gestanden habe um das BT zu sichern.

Mit neuer Geschäftsführung und einem neuen künstlerischen Leiter am BT werde es für das Haus in der Grabenstraße nun auch heißen: „Raus aus dem Theater!“ Raus aus dem Haus und rein in die Stadt! Schon im Sommer 2019 will Scheller erstmals ein Kulturfestival nach dem Vorbild der „Kulturarena Jena“ starten. Seit geraumer Zeit legen dazu Verwaltungsleute wie Carsten Tüchelmann, Jan Penkawa und Tim Freudenberg die Grundsteine.

Viel Geld für den künstlerischen Leiter des BT

200.000 Euro aus dem zusätzlich bewilligten Geld will die Stadt in die Hände des neuen künstlerischen Leiters Frank Martin Widmaier geben. Der soll mit dem Geld für das Festival Kultur einkaufen und organisieren. Das soll ein Ansatz sein, Kulturtouristen in die Stadt zu holen und mehrere Tage zu halten. Wie der städtische Kulturchef Tim Freudenberg sagt, arbeiten Theatergeschäftsführerin Christine Flieger und die BAS bereits zusammen, um beispielsweise die Bühne auf dem Marienberg für das Festival im Sommer nutzbar zu machen.

Vorbild Jena

Freudenberg: „Natürlich wird das nicht sofort wie in Jena, wo drei Monate lang jeden Abend im Sommer etwas los ist. Aber es ist ein Anfang.“ Pop und Klassik, eintrittspflichtige und freie Veranstaltungen, Sprechbühnen, Lesungen und Konzerte, Workshops und Proben – der Rahmen für ein solches Festival kann weit gesteckt werden.

Ganz neu ist die Idee nicht. Auch Schellers Vorgänger haben nach einer Möglichkeit gesucht, in der besucherstärksten Zeit Veranstaltungen anzubieten, die viele Besucher halten. Das Festival könnte ein Weg dahin sein.

Neben dem Geld für das Festival startet der neue BT-Kunstchef auch mit einer halben Million Euro pro Jahr an Programmmitteln mehr als bisher, die er unabhängig von der Arbeit des Orchesters einsetzen kann und soll, sagte Freudenberg gestern. Das sei das Geld, das Scheller für eine „Schauspielsparte“ angekündigt hatte. Dass sich damit eine eigene Sparte finanzieren lässt, glaubt wohl auch Scheller nicht.

Schauspiel als Chance

Aber es könne ein „identifizierbares, wiedererkennbares Stück Brandenburger Theater sein, das mit diesem Geld entsteht“, so Freudenberg. Er, der auch Theateraufsichtsrat ist, wünscht sich, dass Orchesterdirektion und die künstlerische Leitung Wege für Crossover-Produktionen von Schauspiel, Jugendtheater und Orchester finden, um auch die Rolle des Orchesters für Brandenburg stärker zu bestimmen.

Denn, und auch das wurde Donnerstag vor den Spitzen der Städte und Theater deutlich: Als Symphonische Nummer Eins des Landes Brandenburg sieht auch – wenig überraschend und wie der Name schon sagt – das Ministerium das Staatsorchester aus Frankfurt.

Das einzige A-Ochester sei als Botschafter des Landes Brandenburg unterwegs, vor Ort und auch demnächst in Japan und Polen. Die Frankfurter werden mit ihren zusätzlichen Mitteln alle freien Stellen im Orchester besetzen, die Musiker künftig nach Tarif bezahlen um überall im Land große Sinfonik anzubieten.

Von Benno Rougk

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