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Brandenburg/Havel 23. Plauer Fischerjakobi ist ein buntes Farbenmeer
Lokales Brandenburg/Havel 23. Plauer Fischerjakobi ist ein buntes Farbenmeer
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17:35 28.07.2019
Die Fischerprozession auf der Havel am Sonntagnachmittag beim 23. Fischerjakobi in Plaue. Quelle: JACQUELINE STEINER
Plaue

„Ach, hallo, Tachchen.“ Plaues neuer Ortsvorsteher Udo Geiseler streift am Wochenende mit bester Laune über das Festareal des Fischerjakobis am Bornufer. Immer wieder begrüßt er Festgäste. Es ist der 23. Fischerjakobi und vieles ist in diesem Jahr anders. Veranstalter sind erstmals die Plauer Fischerfamilien. Sie haben das Festgelände am Borneufer konzentriert.

Shantymusik schallt über die Havel. Karussells stehen am Rande des maritimen Festes. Partybands heizen den Besuchern an den drei Tagen ein. Lange Schlangen gibt es voll geduldiger Wartender an den Ständen mit geräuchertem Aal und den Fischbrötchen. „Plaue ohne Fischerjakobi würde ein Stück Identität fehlen“, sagt Geiseler, während er an der alten Plauer Brücke über das Getümmel schaut.

Ein Farbenmeer auf der Havel beim 23. Plauer Fischerjakobi bei der Fischerprozession am Sonntagnachmittag. Tausende Menschen haben das traditionsreiche Volksfest am Wochenende genossen.

Die Musik wechselt auf Schlager, am Ufer genießen unzählige Besucher an Bierzelttischen unter großen Sonnenschirmen den Sommertag. Fischbrötchen sind die Renner auf diesem Fest. „Dreiviertel der Gäste bei der Eröffnung waren Plauer, man sitzt nebeneinander und lernt sich kennen. Es ist ein Stück Wir. Identitätsstiftend“, schwärmt Udo Geiseler. „Es ist unser Stadtfest, es prägt uns.“

Der Veranstalter-Verein Fischerjakobi hat viele Plauer Vereine mit ins Fest eingebunden. Am Umzug am Samstagvormittag wirkten 200 Menschen mit. Sie zeigten 23 Wagen mit unterschiedlichen Bildern.

Jahrhundertelange Tradition

Fischermeister Lutz Schröder, Vorsitzender des Veranstaltungsvereins, dankt bei seiner Eröffnungsrede dem Unabhängigen Bürgerverein Plaue und all denen, die in den vergangenen Jahren den Fischerjakobi organisierten und nun als Gäste auf dem Fest sind.

Geiseler ist in seinem Element. „War schön mit euch, habt ihr gut gemacht“, ruft er schnell Vorbeigehenden nach dem Umzug zu. Sein Handy klingelt fast ununterbrochen.

Schalmeien-Musik während der Prozession der Fischer am Sonntag auf der Havel in Plaue. Quelle: JACQUELINE STEINER

1997 zur 800-Jahr-Feier wurde die rund 500 Jahre alte Tradition des Fischerjakobis in Plaue wieder aufgegriffen. Zu DDR-Zeiten war das Fest fast vergessen.

15 Buden und glückliche Besucher

Glücklich streift auch Monika Schmidt an den 15 Ständen und Buden vorbei. „Begrenzt auf das Borneufer ist es viel angenehmer, die älteren Menschen erreichen alles gut. Man hat alles am Platz. Die Stimmung ist freier“, sagt die 77-Jährige. „Der Fischerjakobi ist ganz wichtig für den Zusammenhalt von Plaue. Die Gemeinschaft, die Senioren und Familien, dass das gehalten wird.“

An einem Getränkestand erholt sich Kultur-Beigeordneter Wolfgang Erlebach von seiner 15-Kilometer-Radtour durch die Hitze zum Fest. Passend trägt er ein weiß-blau-gestreiftes Fischerhemd. Die Stadt unterstützt den Fischerjakobi wie das Rolandspektakel und das Jazzfest mit zusammen 25.000 Euro. „Die Stimmung hier ist toll“, sagt Erlebach.

Durchatmen im Festgottesdienst

„Wir sind glücklich, alles ist top, wie haben ganz viele Helfer“, sagt Lutz Schröder. Zwischen 3000 und 5000 Besucher erwartet er bis zum Festende am Sonntagabend. Den Festgottesdienst am Sonntagmorgen hat der Veranstaltungschef genossen: „Da kann ich durchatmen und runterkurbeln.“

Pfarrer Christian Bochwitz segnet die Fischgründe der Havel für die Plauer Fischer. Quelle: JACQUELINE STEINER

Höhepunkt des Fischerjakobis ist die Fischerprozession am Sonntagnachmittag mit Segnung der Fischgründe. „Es ist ein sakrales, kirchliches Fest“, sagt Geiseler. Die Segnung spricht Pfarrer Christian Bochwitz wie auch den Festgottesdienst am Sonntagmorgen. Auf dem Wasser kehrt feierliche Ruhe ein. Dann geht das fröhliche Getöse weiter.

Von Marion von Imhoff

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