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Brandenburg/Havel 3,2 Millionen für schnelleres Internet
Lokales Brandenburg/Havel 3,2 Millionen für schnelleres Internet
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00:19 21.08.2017
Schluss mit Schneckentempo: Mit mehr als drei Millionen Euro wollen Bund und Land der Stadt Brandenburg unter die Arme greifen.
Schluss mit Schneckentempo: Mit mehr als drei Millionen Euro wollen Bund und Land der Stadt Brandenburg unter die Arme greifen. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Schnelles Internet ist für manche Havelstädter insbesondere in städtischen Randlagen ein Fremdwort. Um allen Bürgern der Stadt Brandenburg mittel- und langfristig mit einem leistungsfähigen Breitbandnetz für die Internetnutzung zu versorgen, werden der Bund, das Land Brandenburg und die Telekommunikationsunternehmen in den kommenden Jahren tief in die Tasche greifen. Ein Zuschuss von 3,2 Millionen Euro von Land und Bund ist bereits im Anmarsch.

Um den Ausbau der Netze voranzutreiben, hat die Bundesregierung einen flächendeckenden Ausbau der Netze mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabyte pro Sekunde bis zum Jahr 2018 zugesagt. So soll der Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in Regionen gefördert werden, in denen ein privatwirtschaftlich finanzierte Ausbau bisher nicht gelang. Wie Bürgermeister Steffen Scheller auf Anfrage der MAZ mitteilt, hat die Bundesregierung eine Zuwendung in vorläufiger Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro für ein sogenanntes „Wirtschaftlichkeitslückenmodell“ für die Stadt Brandenburg bestätigt. Dieselbe Summe wird vom Land Brandenburg kommen, so dass die Stadt auf Mittel in Höhe von 3,2 Millionen Euro verfügen kann kann, um die weißen Online-Flecken von der Karte zu tilgen. Die Bereiche, wo es sich für die Betreiber nicht rentiert, ohne Unterstützung des Bundes und des Landes zu investieren, hat die Stadtverwaltung bereits ausgemacht. Dazu gehören unter anderem: Saaringen, Plaue, Mahlenzien, das Industrie- und Gewerbegebiet Schmerzke, Wendgräben, Brielower Ausbau, Schmerzke/ Paterdamm und Teilgebiete von Kirchmöser.

Wer dann in der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekommt, ist laut Bürgermeister Steffen Scheller offen. Quelle: Jacqueline Steiner

Wie Scheller sagt, habe die Stadt im ersten Schritt eine Markterkundung durchgeführt und der Bestand an sicheren Breitbandnetzen in der Stadt ermittelt. Darüber hinaus wurden die im Stadtgebiet tätigen Unternehmen angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Von 30 Unternehmen haben neun geantwortet, heißt es aus der Verwaltung. Die Auswertung ergab, dass bereits viele Straßenzüge der Stadt Brandenburg zumindest teilweise mit mindestens 30 Mbit/s versorgt werden oder in den nächsten drei Jahren ausgebaut werden. Durch dieses Markterkundungsverfahren wisse man, so Scheller, genau, „wo auch in drei Jahren noch die bereits aufgeführten weißen Flecken sind.“

Da sich eine Reihe Unternehmen wie die Telekom oder RFT in den kommenden Jahren massiv bemühen, in den vergleichsweise günstig auszubauenden Teilen der Stadt Kunden zu gewinnen und die Infrastruktur der Netze zu verbessern, hat die Stadt mit der Förderzusage im Rücken nun Zeit, die Ausschreibung für die „weißen Flecken“ vorzubereiten. Wer dann in der europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekommt, sei offen, so Scheller. Wobei die vom Bund und vom Land zugesagten Fördermittel nur der Teil der Investitionen seien, die für die Unternehmen nicht rentierlich ist. Zur Verdeutlichung: Geschätzte fünf Millionen Euro an Investitionen – die sich auch refinanzieren lassen - wird der Gewinner der Ausschreibung ausgeben müssen, um in den Genuss der Förderung von 3,2 Millionen Euro zu kommen. Wie Scheller weiter sagt, übernehme die Stadt Brandenburg das Projektmanagement, beauftrage die Erschließung und rechne die Maßnahmen ab. Bis Ende 2019, so gibt er sich überzeugt, seien die unversorgten Bereiche in der Stadt Brandenburg Geschichte.

Von Benno Rougk