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Brandenburg/Havel Goethes Melodram „Proserpina“ im Mittelpunkt
Lokales Brandenburg/Havel Goethes Melodram „Proserpina“ im Mittelpunkt
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15:02 24.11.2019
Salome Kammer rezitierte „Proserpina“ von Johann Wolfgang von Goethe, unterstützt von den Brandenburger Symphonikern und Mitgliedern des Theaterchores sowie des Extrachores Brandenburg. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Dass der Dichterfürst Goethe regelmäßig in seinem Haus am Frauenplan in Weimar zu Konzerten einlud, mag einleuchten, denn als einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Stadt gehörte es sich, auch mit musikalischen Matineen und Soiréen zu repräsentieren.

Doch auch sein Interesse an Musik könnte dafür ausschlaggebend sein. Immerhin engagierte er für seine Hauskonzerte Carl Eberwein, den der Goethe-Freund Karl Friedrich Zelter als kompositorisches Mittelmaß bezeichnete, obwohl er bei ihm in Berlin Unterricht hatte. Trotz dieser individuellen Meinung beauftragte Goethe seinen Hausmusik-Organisator und Berater mit Vertonungen seiner Dichtungen: Lieder, Faust oder Proserpina.

Goethes Melodram Proserpina hat am Wochenende im Mittelpunkt des 3. Sinfoniekonzertes der Brandenburger Symphoniker gestanden. Leitung hatte der Dirigent Ivo Hentschel.

Eberweins und Goethes Melodram Proserpina standen am Wochenende im Mittelpunkt des 3. Sinfoniekonzerts der Brandenburger Symphoniker, die unter der Leitung des Dirigenten Ivo Hentschel musizierten. Erzählt wird eine Missbrauchsgeschichte, von denen es in der antiken Mythologie eine ganze Reihe gibt.

Fülle an Emotionen

Hier wird Proserpina, die Tochter des Jupiters und der Fruchtbarkeits-Göttin Ceres, vom Gott der Unterwelt, Pluto, entführt. Das Werk, das mit einer großen Fülle von Emotionen ausgestattet ist, verlangt eine Sprecherin, Schauspielerin, ja Musikerin von Format. Es gibt derzeit kaum eine andere Stimmkünstlerin wie Salome Kammer, die mit großer Präsenz Goethes Text und die Musik Eberweins auszufüllen vermag.

Mit Vehemenz schleuderte Salome Kammer das Verlorene, die Angst, den Hass der Ceres-Tochter aus, ganz in sich gekehrt, erinnerte sie sich der schönen Tage auf der Erde. Das Publikum war gefesselt von der emotionalen Wirkungskraft der Sprechkunst und halbszenischen Interpretation Salome Kammers.

Stimmen der Schicksalsgöttinnen

Auf Ivo Hentschel und die Brandenburger Symphoniker konnte sie sich bestens verlassen. Sie unterstrichen eindrucksvoll das große Erlebnis des Proserpina-Melodrams mit der in großen Teilen bereits an die Romantik erinnernde Musik Eberweins mit ihren stürmischen Ausbrüchen und der artifiziellen Lyrik. Dem nicht umfangreichen Part der Stimmen der Schicksalsgöttinnen, auch Parzen genannt, wurden Mitglieder des Theaterchores sowie des Extrachores Brandenburg (Einstudierung: Karsten Drewing) anvertraut.

Eine weitere Solistin wurde für das Konzert verpflichtet: die rumänische Violinistin Iona Cristina Goicea. Sie interpretierte das selten zu hörende Violinkonzert in C-Dur von Joseph Haydn. Klang in der Aufführung am Freitagabend der Geigenton der Solistin im ersten Satz noch ein wenig gehemmt und hart, so machte sie aber dann den himmlisch schönen zweiten Satz zum Herzstück des C-Dur-Konzerts.

Akkurat und warmherzig

Mit einer stilistisch angemessenen Schlichtheit, die von einer Haltung nobler Sanglichkeit gekennzeichnet ist, wusste sie die Schönheit der Musik mit tiefer Empfindung zu spielen. Auch der tänzerische dritte Satz stand unter feiner dynamischer Kontrolle und wurde in artikulatorischer Hinsicht feinnervig interpretiert. Die Streicher des Brandenburger Orchesters unter dem aufmerksam dirigierenden Ivo Hentschel folgten der Solistin mit Agilität und setzten mit glasklarem Spiel gewandte Akzente.

Für Franz Schuberts 5. Sinfonie in B-Dur, die noch im Geiste Mozarts steht, gab Hentschel eine feinsinnige Wiedergabe. Sie war frei von der Phrasierung falscher Akzente, dick aufgetragener Drücker und expressiver Mätzchen, die das sensible Werk angeblich heben sollen. Vielmehr war Transparenz angesagt, die sogar fast zerbrechlich wirkte. Die Brandenburger Symphoniker folgten dem Dirigenten mit akkuratem und warmherzigem Spiel.

Von Klaus Büstrin

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