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Brandenburg/Havel 30 Jahre Mauerfall: Die Wende auf der Wäscheleine
Lokales Brandenburg/Havel 30 Jahre Mauerfall: Die Wende auf der Wäscheleine
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10:24 09.11.2019
Claudia Sprengel und Julian Zacharias hängen Alltagsgegenstände aus der DDR-Zeit und Zitate zum Mauerfall auf einer Wäscheleine auf. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Die Flucht aus der DDR, Momente der Trauer, des Glücks, neue Hoffnungen und die Bedeutung des Mauerfalls liefern am 9. November im offenen Atelier Artbox Stoff für die „Geschichte (n) vom Fall (en).“

Bei der Veranstaltung „Geschichte (n) vom Fall (en)“ erleben Gäste im offenen Atelier „Artbox“ Gespräche mit Zeitzeugen, Texte und Alltagsgegenstände aus der DDR-Zeit.

Dokumente auf der Wäscheleine

Dort befestigen die Brandenburger Claudia Sprengel und Julian Zacharias Zitate von Zeitzeugen, Kinderbilder und ein Handtuch auf der Wäscheleine. Das Duo stellt DDR-Alltagsgegenstände wie Hobbyschablonen aus dem volkseigenen Betrieb (VEB) Mantissa, die Verfassung der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und die Zeitung „Die Sporttaube“ aus.

Sie wollen so den Dialog zwischen Brandenburgern verschiedener Generationen fördern. Historikerin Claudia Sprengel plant die Veranstaltung seit zwei Monaten, sie suchte über das soziale Netzwerk Facebook nach Kommentaren und Geschichten zum 9. November 1989. „Das Projekt ist wie eine Zeitreise“, sagt die Brandenburgerin.

Unterschiedliche Meinungen zum Mauerfall

Sie erreichten 20 Aussagen und Texte, die aber anonymisiert bleiben. Die eingereichten Reaktionen auf den Mauerfall sind unterschiedlich, Zitate wie „Ich war auf Arbeit. Wie es sich gehört“ wechseln sich mit Aussagen wie „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen was danach geschieht“ oder „Ich bin fünf Monate vor der Grenzöffnung in den Westen abgehauen“ ab.

Für Claudia Sprengel verdeutlichen die Aussagen, dass die Befragten den Mauerfall differenziert betrachten. „Es gibt kein Richtig oder Falsch. Ich glaube, dass sich viele Menschen an diesem Abend total gefreut haben und große Hoffnungen hatten. Wenn diese enttäuscht wurden, kam später vielleicht eine andere Sicht der Dinge zustande“, sagt die 30-Jährige. Sie betont, wie wichtig es ihr sei, dass alle Befragten ungefiltert zu Wort kommen.

Flucht aus der DDR

Der als Skater bekannte Christian Heise berichtet bei der Veranstaltung als Zeitzeuge von seiner Flucht aus der DDR, die ihm gemeinsam mit Mutter Elke Heise und seiner Schwester Sandra gelang. Mit dem Auto fuhren die Familienmitglieder von Brandenburg an der Havel zum Berliner Ostbahnhof, von dort aus ging es für die Familie mit dem Zug weiter.

In der Nacht erreichten sie die westdeutsche Botschaft in der polnischen Hauptstadt Warschau. Auf dieser Reise war die Angst, entdeckt zu werden ein ständiger Begleiter, doch die Fahrt glückte. In Warschau angekommen, fanden Mutter und Sohn Zuflucht in der westdeutschen Botschaft.

Gespräche mit Zeitzeugen

„Für mich hat die Flucht wahrscheinlich erst meine Karriere als Profi-Skater ermöglicht. In der DDR wäre dies so gut wie ausgeschlossen gewesen“, sagt der 39-Jährige. Der Mut zur Veränderung und der Wunsch nach Freiheit begleiten ihn ein Leben lang.

Zuhörer der „Geschichte (n) vom Fall (en)“ können neben Christian Heise auch Uta Sändig als Zeitzeugin des Mauerfalls befragen. Ihr Sohn Arndt erinnert sich, dass sie die euphorischen Menschen im Bus auf dem Weg nach Westberlin „eher als peinlich“ empfand.

Künstler Julian Zacharias ist 26 Jahre alt und hat den Mauerfall nicht erlebt, er hörte aber von den „großen Veränderungen im Leben seiner Eltern.“ Das Leben in der DDR kann er sich „nur schwer vorstellen“, der Brandenburger ist dennoch gespannt auf Erzählungen und Dokumente aus der damaligen Zeit.

Für Claudia Sprengel ist die Geschichte des Mauerfalls noch nicht abgeschlossen. Sie wünscht sich, dass Gäste ihre Alltagsgegenstände aus der DDR-Zeit und ein Blatt Papier mit Zitaten mitbringen. „Sie setzen die Geschichte fort und ermöglichen neue Gespräche“, sagt die Brandenburgerin und blickt auf die Wäscheleine.

„Geschichte (n) vom Fall (en) erklingen am 9. November von 17 bis 19 Uhr im offenen Atelier „Artbox“ in der Großen Münzenstraße 16.

Von André Großmann

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