Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel 400.000 Euro zusätzlich: Brandenburgs Klinikum ist dabei
Lokales Brandenburg/Havel 400.000 Euro zusätzlich: Brandenburgs Klinikum ist dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 11.07.2019
Das städtische Klinikum Brandenburg/Havel aus der Luft. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Geschenke zu bekommen ist für das städtische Klinikum in Brandenburg/Havel eher ungewohnt. Im nächsten Jahr und vielleicht auch in den folgenden Jahren sollen die Krankenkassen dem kommunalen Krankenhaus jeweils 400.000 Euro zusätzlich überweisen.

Sicherstellungszuschlag“ heißt das gesetzlich verbriefte Geschenk, das außer dem Brandenburger Klinikum auch die Krankenhäuser in Bad Belzig und Rathenow erhalten sollen, wie die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU) zutreffend berichtet.

Von der Information überrascht

„Uns hat die Information überrascht“, gesteht Gabriele Wolter, Geschäftsführerin des städtischen Klinikums in der Hochstraße. Den warmen Geldregen hatte sie nicht auf dem Zettel und daher auch noch nicht in ihr Budget eingepflegt.

Nach etlichen Ankündigungen und noch mehr Enttäuschungen übt sich die Klinikchefin gleichwohl erst einmal in Zurückhaltung. Sie geht davon aus, dass das Geld im Jahr 2021 mit den Kassen für 2020 verhandelt werden muss, und ist sich nicht sicher, ob das Brandenburger Krankenhaus den Betrag dann auch bekommen wird.

Wird sie, versichert Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Zusätzliche Verhandlungen werde es dazu nicht geben.

Geld soll „automatisch“ fließen

Der Betrag von 400.000 Euro fließt im Jahr 2020 nach Lanz’ Worten auf jeden Fall automatisch, also ohne weiteres Zutun, in die Kassen der deutschlandweit 120 Krankenhäuser, die auf der Liste stehen.

Diese Liste mit 120 Krankenhäusern will der GKV in der nächsten Woche veröffentlichen. Sie erfüllen bestimmte Anforderungen und kommen daher in den Genuss des sechsstelligen Sicherstellungszuschlages. Im Land Brandenburg sind das so gut wie alle Krankenhäuser der Erstversorgung, 26 an der Zahl.

Soweit erkennbar fehlt im Bundesland Brandenburg nur das Potsdamer Ernst-von Bergmann-Klinikum auf der Liste, auf die sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband und der Verband der Privaten Krankenversicherung verständigt haben.

Gute Chancen für die Folgejahre

Alle Krankenhäuser haben die Chance, auch in den Folgejahren begünstigt zu werden. Alljährlich wollen die Kassen zuvor prüfen, ob die einzelnen Häuser die Anforderungen auch weiterhin erfüllen.

Bezogen auf eine dieser Anforderungen ist erstaunlich, dass es Brandenburg/Havel und auch die anderen beiden kreisfreien Städte Cottbus und Frankfurt/Oder mit ihren Kliniken auf die Liste geschafft haben. Denn gefordert ist eine Bevölkerungsdichte von unter 100 Einwohnern. In Brandenburg/Havel sind es aber 312 Einwohner.

Insellage

Doch für Krankenhäuser in Insellage gilt ein geringer Versorgungsbedarf grundsätzlich als gegeben, erklärt Lanz.

Ihm zufolge geht es auch danach,wie viele Menschen einen unzumutbaren Weg in ein anderes Krankenhaus hätten, wenn es das Klinikum Brandenburg/Havel nicht mehr geben würde. Bei einer theoretisch angenommenen Schließung müssten zusätzlich mindestens 5000 Einwohner mehr als 30 Auto-Fahrzeitminuten zum nächsten Grundversorger fahren.

Dem unerwarteten Geldsegen ist Klinikchefin Wolter natürlich nicht abgeneigt. „Das Geld würde uns helfen, unsere Tarifsteigerungen zu finanzieren“, sagt sie. Ausfinanziert habe der Bund bisher nur die Pflegekräfte zum 1. Januar 2019. Das übrige zusätzliche Personal müsse das Klinikum selbst finanzieren.

Versorgung im ländlichen Raum

Dietlind Tiemann (CDU), Bundestagsabgeordnete. Quelle: Büro Tiemann

Die erwähnten 400.000 Euro zusätzlich sind zurückzuführen auf das zum Jahresbeginn in Kraft getretene Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, in dem die Finanzierung von Krankenhäusern weiterentwickelt und entschieden wurde, die stationäre Versorgung im ländlichen Raum mit 50 Millionen Euro für bedarfsnotwendige Krankenhäuser in ländlichen Regionen zu stärken.

Die Bundestagsabgeordnete Tiemann erkennt in der Sonderzahlung die Handschrift ihres Parteifreundes, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Sie schreibt: „Die Erhaltung und Stärkung der medizinischen Daseinsvorsorge auch im ländlichen Raum ist ein Kernelement für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse.“

Von Jürgen Lauterbach

Eine Streiterei auf einem Supermarktparkplatz in Brandenburg endete handgreiflich, als ein Mann seinen Kontrahenten anging – und ihm in den Arm kniff. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

11.07.2019

Erst macht er nur Spaß und wirft zwei jungen Frauen seinen Wasserball entgegen. Doch wenig später belästigt der mutmaßlich aus Rumänien stammende Marienbad-Gast beide sexuell. Die Polizei sucht ihn.

11.07.2019

Vertreter aus Politik, Justiz und Zivilgesellschaft haben Donnerstag gemeinsam des vor einem Jahr verstorbenen Generalstaatsanwalts Erardo Rautenberg im Brandenburger Paulikloster gedacht. Ministerpräsident Dietmar Woidke erinnerte mit berührenden Worten an seinen Weggefährten.

11.07.2019