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Brandenburg/Havel Abgetaucht: 500 Meter Rohr am Stück
Lokales Brandenburg/Havel Abgetaucht: 500 Meter Rohr am Stück
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18:03 08.10.2019
Das Schiff, dass gerade vor dem Buhnenhaus halt gemacht hat, zieht das 500 Meter lange PE-Rohr hinter sich her. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Es ist ein Bauwerk, dass auch den Brawag-Mitarbeitern nur einmal in ihrem Berufsleben passiert: Ein 500 Meter langer Düker wird in einem Stück verlegt. Das hat es seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gegeben. Der Begriff Düker kommt aus dem Niederländischen: „Duiker“ bedeutet „Taucher“.

Tief unterm Flussbett

Und tatsächlich wird er tief unter dem Flussbett der Plane durchgeführt – der neue Trinkwasserleitungsdüker, den die Brawag GmbH zurzeit in der Nähe des Buhnenhauses einziehen lässt.

Ein Schiff mit einer 500 Meter langen Röhre im Schlepptau, eine matschige Grube voller Bentonit und ganz viel High Tech sind nötig, um den längsten und tiefsten Düker der Stadt einzufädeln.

Polyethylen statt Stahl

Die Hauptversorgungsleitung mit 800 Millimetern Durchmesser aus Stahl stammt aus dem Jahre 1967. Sie verbindet das Wasserwerk Mahlenzien mit dem Hochbehälter auf dem Marienberg und wird schrittweise vom Wasserversorger ausgetauscht. Nun wird das Stahlrohr vom Schmöllner Weg bis zur Havelfähre auf 500 Meter Länge durch eine Polyethylen-Leitung ähnlicher Dimension ersetzt.

Einzelteile zu einem Stück verschweißt

Zuvor waren die einzelnen Leitungsstücke auf dem gegenüber liegenden Gelände der BES. Brandenburger Elektrostahlwerke GmbH zusammengeschweißt worden. Im Ganzen ging die Leitung dann auf die Reise, flankiert und gezogen von drei Schiffen über den Breitlingsee bis auf die Havel auf Höhe der Seilfähre. Mit schwerem Gerät wird die – zur Verhinderung des Auftriebs dann mit Wasser gefüllte –Leitung von hier aus in den vorbereiteten Bohrkanal durch das Gelände und schließlich unter der Plane hindurchgezogen.

Spülbohren mit Bentonit

Seit Wochen hatten die Mitarbeiter der Firma Bohrtec-Teubner Wittenberg GmbH im Spülbohrverfahren die Voraussetzungen dafür geschaffen. Immer neue Bohrungen zum Aufweiten des Kanals mit immer größeren Bohrköpfen gab es hintereinander. Zeitgleich wurde eine flüssige Dispersion aus Wasser und sehr quellfähigen Tonmineralien namens Bentonit eingefüllt. Das besteht überwiegend aus einem Natrium-Aluminium-Silikat, ergänzt durch Quarz, Glimmer, Feldspat, Pyrit oder auch Calcit. Es entsteht durch Verwitterung aus vulkanischer Asche. Wegenm seiner Dichte und Gleitfähigkeit dient es als so genannte Stützflüssigkeit, die während des Bohrens den Einsturz des Bohrkanals verhinderte. So waren schließlich alle Vorbereitungen getroffen, beschreibt Harm Schenk, Technik-Chef der Brawag die bisherigen Arbeiten.

Eingezogen wird am Mittwoch

Das Bentonit ist auch nicht umweltschädlich, es muss nicht aufwendig entsorgt werden.

Wegen des torfigen Untergrunds wird der neue Planedüker etwa 20 Meter unter dem Flussbett liegen, damit er sich nicht mehr bewegt. In einigen Wochen wird er an den Kanal-Bestand eingebunden. An diesem Mittwoch soll das Einziehen des Dükers in den Bohrkanal erfolgen.

Von André Wirsing

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