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Brandenburg/Havel 9,6 Prozent: Arbeitslosenzahlen fallen weiter
Lokales Brandenburg/Havel 9,6 Prozent: Arbeitslosenzahlen fallen weiter
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18:52 31.03.2017
Inzwischen können auch immer mehr Brandenburger der Arbeitsagentur und dem Jobcenter den Rücken kehren.
Inzwischen können auch immer mehr Brandenburger der Arbeitsagentur und dem Jobcenter den Rücken kehren. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Mehr als 25 Jahre hat es gedauert, bis die Arbeitslosenquote in Brandenburg/Havel wieder unter die 10-Prozent.Marke gerutscht ist. Am Freitag verkündete Guido Arndt, Vizechef des Jobcenters, den „historischen Wert“. Arbeitsagentur und Jobcenter registrierten im März eine Arbeitslosenquote 9,6 Prozent. Zuletzt war sie 1991 mit 9,7 Prozent derart niedrig gewesen.

Der Rückgang der behördlich registrierten Arbeitslosigkeit hält an in der Stadt Brandenburg und in den umliegenden Gemeinden. Für das gesamte Einzugsgebiet der Brandenburger Arbeitsagentur gab deren Leiterin Monika Obuch am Freitag eine Quote von 8,4 Prozent bekannt, auch dieser Wert liegt so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht.

Agenturweit wurde ebenfalls eine Art Schallmauer unterschritten. Denn weniger als 5000 arbeitslose Frauen und Männer wurden in Brandenburg und den umliegenden Gemeinden seit der Wiedervereinigung nicht gezählt. Der aktuelle Märzwert von 4973 arbeitslos gemeldeten Bürgern liegt um etwa 1000 niedriger als vor einem Jahr und um etwa 300 niedriger als noch im Februar.

Die Arbeitsagentur und die Politik mit Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) hatten vor rund zwei Jahren das Ziel für Brandenburg/Havel ausgegeben, die Arbeitslosenquote bis zum Jahr 2020 unter die 10-Prozent-Marke zu drücken. Dieses Ziel ist nun bereits im März 2017 erreicht.

Von den knapp 5000 Arbeitslosen im Altkreis Brandenburg leben etwas mehr als 3500 in der Stadt. Dort ist die Arbeitslosigkeit zwar immer noch höher als in manchen anderen Regionen des Bundeslandes Brandenburg. Doch die Horrorzahlen aus den Jahren zwischen etwa 2000 und 2007 sind zumindest derzeit Geschichte. Es gab Zeiten – vor 13 oder 14 Jahren –, das war fast jeder vierte Brandenburger arbeitslos.

Die Brandenburger Arbeitsmarktexperten sind ehrlich genug, den beständigen Rückgang nicht vorrangig auf die eigenen Anstrengungen zurückzuführen. Sie verweisen auf die allgemein gute wirtschaftliche Lage auch in der Region.

Für Guido Arndt ist erfreulich, dass im Jobcenter der Stadt nicht nur die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres um rund 22 Prozent zurückgegangen ist, sondern auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. In der Gruppe der jungen Leute haben sich einige aktuell arbeitslos gemeldet.

Nach Angaben von Monika Obuch handelt es sich um Frauen und Männer, die ihre Ausbildung beendet haben und die ihr Betrieb nicht übernommen hat. Sie sieht gute Chancen, diese jungen Leute schnell in Arbeit zu vermitteln.

Von Jürgen Lauterbach