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Brandenburg/Havel Abrissarbeiten in Molkenmarkt-Höfen sind abgeschlossen
Lokales Brandenburg/Havel Abrissarbeiten in Molkenmarkt-Höfen sind abgeschlossen
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12:42 14.07.2019
Der Sturm riss am Mittwoch, 12. Juni 2019, die Schutzplane von der Baustelle am Neustädtischen Markt fast ab. In dem Haus befand sich einst das Café Oske, zu DDR-Zeiten die HO-Gaststätte Zum Roland. Quelle: Heiko Hesse
Brandenburg/H

Es war ein mörderischer Schreck, der den Architekten Moritz Krekeler durchfuhr, als der Sturm am 12. Juni die Plane von dem abgedeckten Dachstuhl riss und der Wind drohte, die historische Dachkonstruktion zu zerstören. Mit Hilfe der Feuerwehr wurde das Schlimmste verhindert, seither liegt der Blick auf den Dachstuhl frei. Während der Molkenmarkt selbst derzeit mit großem Aufwand umgestaltet wird, hat es den Anschein, als würde in den Häusern wenig passieren. Doch weit gefehlt!

Mit dem Abriss des Imbiss zwischen der Fleischerei Ewald und dem Geschäft "Belmondo" ist nun auch die kleine Gasse wieder hergestellt und auch der Blick zum Mühlentorturm ist frei. Quelle: Rüdiger Böhme

Das Bauvorhaben geht mit großen Schritten voran, auch wenn man es vom Neustädtischen Markt aus kaum sieht, wenn sich nicht gerade Kräne im Hof zu schaffen machen. „Das momentan wohl komplizierteste und anspruchsvollste Sanierungsvorhaben in Brandenburg an der Havel ist der Erhalt der denkmalgeschützten, ruinösen Häuser am Molkenmarkt 26-28“, ist Moritz Krekeler überzeugt.

„Deutlich schlechter als erwartet“

Eigentümerin des Areals des früheren Café Oske und zugleich Projektverantwortliche ist die Brandenburger Molkenmarkt Höfe GmbH. Nach Aussage ihrer beiden Geschäftsführer, des Architekten Moritz Krekeler und des Immobilienentwicklers René Pröfrock, hat sich der Zustand der Gebäude im Zuge der Abrissarbeiten in den Hinterhöfen noch als „deutlich schlechter erwiesen, als die Bauherren es erwartet haben.“

Der beliebte Tanzsaal "Roland" am Molkenmarkt ist weg. In nur wenigen Tagen wurde aus dem einsturzgefährdeten Gebäudeensemble ein riesiger Stein- und Schutthaufen, der inzwischen abgetragen wurde. Quelle: Rüdiger Böhme

Unter schwierigsten Bedingungen versuchen sie derzeit die verbliebene, sehr stark geschädigte Denkmalsubstanz an dem beliebten Platz im Herzen der Stadt zu sichern. Das Gebäude stand über Jahrzehnte leer, hofseitig war das Dach längst eingefallen – Regen, Wind und Eis setzten dem historischen Gemäuer schwer zu. „Alle weiteren Maßnahmen können erst geplant werden, nachdem Freilegungen erfolgt sind und die Häuser zugänglich sind. Ein Großteil der Gebäude war bis heute für eine Bestandsaufnahme nicht begehbar“, heißt es von Krekeler weiter.

Viele Tonnen Bauschutt abgefahren

Während derzeit von der Rückseite Stützen ins Haus eingebracht werden, ist der Abriss der riesigen Hinterhofgebäude mit Küchen, Tanzsaal und Werkstätten abgeschlossen worden. Ungezählte Kubikmeter Bauschutt wurden fast in aller Stille über die kleine Münzenstraße entsorgt.

Moritz Krekeler (l.) und René Pröfrock vor Beginn der Sanierungsarbeiten. Quelle: Rüdiger Böhme

Jetzt, da die Sicherungen an den alten Häusern am Molkenmarkt selbst beginnen, sei „absolutes Fingerspitzengefühl für diese anspruchsvolle Arbeit gefragt, um einen Einsturz der Häuser und dessen, was von ihnen übrig ist, zu verhindern.“

Mit Fingerspitzengefühl

Die Architekten und die vom Bauherrn beauftragten Firmen würden dabei äußerst behutsam vorgehen. Bislang wurden nur zerstörte Bauteile ausgebaut und Arbeitsebenen in einigen Bereichen eingezogen. Anschließend werden erste Konstruktionshölzer zur Stabilisierung der Objekte eingebaut, um einen Großteil des historischen Dachstuhls und der Fassaden zum Molkenmarkt zu sichern und die Standsicherheit der Gebäude wiederherzustellen.

Insgesamt rechnen Pröfrock und Krekeler mit etwa drei Monaten Restbauzeit, so dass bis Ende September 2019 für die umfangreichen Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen sein werden.

Dass parallel dazu die Abrissarbeiten im kompletten Hofareal beendet und der Baugrund für das Neubauprojekt geschaffen werden konnte, werten die beiden Bauherren als „Meilenstein“.

Fertigstellung Ende 2022

Die Planung steht und das Projekt der neuen innerstädtischen Molkenmarkt Höfe ist auf einem guten Weg. Der Bauantrag wird nun nicht mehr im Sommer sondern erst im Herbst 2019 eingereicht. Geplant sind derzeit sieben Wohneinheiten im geschützten und ruhigen Hofareal, zwei große Ladeneinheiten im Erdgeschoss am Molkenmarkt und fünf Büro- und Praxiseinheiten auf einer Gesamtfläche von etwa 3800 Quadratmeter, die voraussichtlich bis 2022 fertiggestellt werden sollen.

Parallel zu den Bauarbeiten an den historischen Gebäuden und den Straßen und Wegen des Molkenmarktes ist auch der Abriss des Imbisses zwischen der früheren Metzgerei Ewald und dem Weinladen Bel Mondo in dieser Woche beendet worden. Dadurch ergeben sich völlig neu Straßenfluchten und Einblicke an dieser zentralen Stelle der Brandenburger Innenstadt.

Von Benno Rougk

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