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Brandenburg/Havel Abzocke statt Hauptgewinn: Betrüger verlangen „Transfergebühr“ von ihrem Opfer
Lokales Brandenburg/Havel

Abzocke statt Hauptgewinn in Brandenburg an der Havel: Betrüger verlangen „Transfergebühr“ von ihrem Opfer

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15:08 22.07.2020
Die Polizeiinspektion in Brandenburg an der Havel. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Mit einer besonders miesen Masche wollte ein Betrüger jetzt eine Frau in Brandenburg an der Havel abzocken. Der Mann rief die 69-Jährige am Dienstagnachmittag in deren Wohnung im Ortsteil Kirchmöser an und gratulierte ihr zu einem vermeintlichen Hauptgewinn. Für sie stünden 38.000 Euro bereit, sagte der Unbekannte am Telefon. Die Sache hatte natürlich einen Haken.

Anrufer will 900 Euro in Gutscheinen

Für die Übergabe des Geldes werde eine „Transferleistung“ in Höhe von 900 Euro erhoben, die in Form von Gutscheinkarten zu entrichten sei, soll der Fremde gesagt haben. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Demnach ließ sich die angerufene Frau erst einmal auf das dubiose Geschäft ein. Der erste Anruf war um 12.22 Uhr in deren Wohnung am Platz der Einheit eingegangen.

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Zweiter Anruf zur Vereinbarung der Übergabe

„Die Dame vereinbarte bei einem zweiten Anruf die Übergabe der Karten“, berichtet Kriminalhauptkommissarin Birgit Westphal von der Polizeiinspektion in Brandenburg an der Havel. „Zur vereinbarten Zeit meldete sich dann erneut der unbekannte Anrufer und versuchte die Codes der Karten telefonisch zu erfragen“, so die Kriminalhauptkommissarin weiter.

Unbekannter beendet abrupt das Telefonat

Doch das potenzielle Betrugsopfer war schlauer als der Ganove am Telefon. „Die toughe Dame gab an, sie habe ihre Brille verlegt und könne die Nummern nicht lesen“, schildert Birgit Westphal die Szene. Daraufhin hat der mutmaßliche Betrüger offensichtlich kalte Füße bekommen und schnell den Hörer aufgelegt. „Eine weitere Kontaktaufnahme unterblieb“, so die Polizistin.

Herber Verlust bleibt erspart

Der cleveren Seniorin aus Kirchmöser blieb der herbe Verlust von 900 Euro erspart. Die Kripo ermittelt jetzt trotzdem gegen den Unbekannten wegen Betrugsversuchs. Vermutlich versucht der Mann es immer wieder bei anderen Leuten in der Region und darüber hinaus.

Die Polizei in Brandenburg an der Havel warnt ausdrücklich vor dieser miesen Masche. „Es wird kein Gewinn erfolgen, wenn man zuvor nicht aktiv an einem Gewinnspiel teilgenommen hat“, gibt Kriminalhauptkommissarin Westphal zu bedenken.

Polizei rät zur Vorsicht

Sie rät: „Kaufen Sie keine Gutscheinkarten nach Aufforderung, wenn Sie diese nicht selbst benötigen, und geben Sie grundsätzlich nicht die darauf befindlichen Codes per Telefon preis.“ Die Täter nutzten diese Möglichkeit, um so anonym an Geldwerte zu gelangen und dabei nicht persönlich vorzusprechen. „Solche Gutscheincodes, können von jedem, der diesen Code besitzt, jederzeit und nicht zurückverfolgbar als Zahlungsmittel im Internet eingesetzt werden“, so die Polizistin. „Das ist das Ziel der Täter.“

Transferleistungen sind bei Gewinnen nicht üblich

Zudem sollte jeder, der an einem Gewinnspiel teilgenommen habe und auch einen Gewinn erhoffe, bedenken, dass es äußert unwahrscheinlich und unseriös sei, zuvor eine Zahlung leisten zu müssen, um Anspruch auf den Gewinn zu bekommen, so Westphal.

Hinweise an die Polizei in Brandenburg an der Havel unter 03381/5600

Von hms