Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Laden nur mit E-Kennzeichen
Lokales Brandenburg/Havel Laden nur mit E-Kennzeichen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 07.02.2019
Elektrotankstelle am Hauptbahnhof: Der BMW-i3-Fahrer hat bereits ein E-Kennzeichen und darf da stehen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Im Ordnungsamt gibt es seit geraumer Zeit gibt es viele Beschwerden im Zusammenhang mit der Ladesäule für Elektrofahrzeuge am Hauptbahnhof. Kern der Kritik: Diese wird durch einzelne Fahrzeugbesitzer regelmäßig blockiert.

„Zu diesem Thema gibt es noch viele Unsicherheiten. Insbesondere stellt sich den Beteiligten häufig die Frage, wer darf was an den Ladepunkten mit der dortigen Verkehrsbeschilderung“, sagt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU). Auch nähmen Klagen über zu wenig Ladepunkte im öffentlichen Raum stetig zu.

65 Elektroautos in der Stadt

Langsam nimmt die Elektromobilität nimmt auch in der Stadt Fahrt auf.

Die Zulassungszahlen liegen derzeit noch auf einem geringen Niveau.

Ende Januar waren in Brandenburg an der Havel 34.880 Personenkraftwagen zugelassen.

Elektromobile gibt es ganze 65, das sind 0,19 Prozent, davon reine E-Kfz 37 und Hybrid 28.

46 von 65 Pkw haben bereits das E-Kennzeichen.

Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur hat der Bund zur Förderung der Elektromobilität das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) erlassen. Zwischenzeitlich liegen auch alle Umsetzungsverordnungen vor. Neben Bevorrechtigungen im Straßenverkehr durch beispielsweise Ausweisung von ausschließlichen E-Kfz-Stellplätzen ist auch eine Befreiung oder eine Reduzierung der Parkgebühren möglich. Hierzu werde die Stadtverwaltung mit der Einbringung der neuen Parkgebührenordnung noch im ersten Halbjahr 2019 adäquate Vorschläge einbringen.

„Zur Privilegierung von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Raum gibt das EmoG den rechtlichen Rahmen vor. Auch gewisse Hybride und Brennstoffzellen werden erfasst. Neben technischen Voraussetzungen ist auch die Zuteilung des E-Kennzeichens unabdingbar. Dieses wird jedoch nur auf Antrag erteilt“, erläutert Brandt. Das ist ein ganz normales Kennzeichen, bei dem hinter der Buchstaben- und Ziffernfolge ein großes „E“ aufgedruckt ist. Elektrofahrzeuge aus dem Ausland haben eine hellblaue Plakette mit einem „E“ und darunter dem Kennzeichen an der Windschutzscheibe.

Auf das Auto-Stecker-Piktogramm ist zu achten. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die an der Ladesäule am Hauptbahnhof vorhandene Beschilderung entspricht den Vorgaben des EmoG. Das Piktogramm (Kfz mit Stecker) erfasst alle Fahrzeuge mit einem "E-Kennzeichen". Das Piktogramm schreibt nicht den Ladevorgang vor. Daher wäre auch das Parken zulässig. Um dies an Ladesäulen zu vermeiden, soll daher regelmäßig die Parkdauer auf höchstens vier Stunden begrenzt werden. „Das machen wir nicht. Gerade an Hauptumstiegspunkten zum Öffentlichen Nahverkehr soll das modulare Verkehrsverhalten gefördert werden. Dem ordnet sich dann auch die Logik unter, dass ein Pendler nicht nach vier Stunden seine Arbeit für die Beendigung des Ladevorganges abbrechen kann. Daher wurde am Hauptbahnhof auf eine zeitliche Eingrenzung verzichtet. Das führt bei nur einer vorhandenen Ladesäule und zwei Ladeplätzen schnell zu einer ,Blockade’". Das ist jedoch ein Problem zu geringer Kapazitäten und nicht ein Problem der Verkehrsorganisation“, erläutert Brandt. Es seien kürzlich am Bahnhof die Stellflächen für Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen von zwei auf sechs baulich zusammengehörige Stellflächen erweitert worden, um etwaige Pseudolader, die eigentlich nur bequem parken wollen, von der Säule weg zu bekommen. Auch wurden schon im Vorgriff auf die Erweiterung der Lademöglichkeiten der Platz bereitet. Regulierend könnte auch wirken, wenn das Stromtanken nicht mehr kostenfrei ist. Die Stadtwerke Brandenburg hatten bereits im vergangenen Jahr angekündigt, künftig nur noch Wallboxen mit einer Bezahlfunktion zu installieren.

Viele Nutzer der Ladesäulen verfügen noch nicht über ein E-Kennzeichen. Viele Halter wollen ihr altes Kennzeichen behalten und sehen nicht den Mehrwert des E-Kennzeichens, zumal dies gesondert zu beantragen ist. Es ist daher auch zumeist nicht bekannt, dass nur mit einem solchen Kennzeichen an den mit dem Auto-Stecker-Piktogramm gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf. „Die Ordnungsbehörde geht daher in einer Übergangszeit nachsichtig mit Fahrern um, die auch ohne E-Kennzeichen laden oder parken.“ Mit einem Merkblatt werden die Fahrer aufgeklärt und es wird eine Übergangsfrist für Umkennzeichnung gewährt. Danach werden allerdings Verwarn- und Bußgelder erhoben, nötigenfalls abgeschleppt.

„Jeder sollte sich vor Anschaffung eines E-Fahrzeuges im Klaren sein, dass dieser Antrieb noch in den Anfängen steckt und die Infrastruktur noch nicht ausgebaut ist. Es wäre demnach auch nicht angemessen, regelmäßig freie Kapazitäten am Hauptbahnhof zu erwarten. Gleichwohl wird es in diesem Jahr eine deutliche Verbesserung der Ladeinfrastruktur geben. Weitere Anreize, wie eine Parkgebührenbefreiung, sind nicht ausgeschlossen und werden sicherlich diskutiert."

Von André Wirsing

Eine individuelle Zahnarzt-Beratung können Menschen aus Brandenburg/Havel und Umgebung am kommenden Donnerstag wahrnehmen. Der Service der Landeszahnärztekammer ist kostenlos. Manchmal hilft ein zweiter Blick.

07.02.2019

Zwölf Ärzte und acht Pflegekräfte sind gegangen. Das Asklepios-Fachklinikum in Brandenburg/Havel erlebt seit neun Monaten ungewöhnlich viele Personalwechsel. Von einem „Exodus“ in der Neurologie ist die Rede.

07.02.2019

Verwaiste Gleise, menschenleere Haltestellen, Straßenbahnen und Busse im Depot. Die Frühschicht der Verkehrsbetriebe Brandenburg befand sich am Donnerstag im Warnstreik. Pendler im Nahverkehr brauchten am Morgen viel Geduld, bis Busse und Bahnen wieder rollten.

07.02.2019