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Brandenburg/Havel AfD will per Beschluss das Verkehrschaos am Nicolaiplatz entschärfen
Lokales Brandenburg/Havel AfD will per Beschluss das Verkehrschaos am Nicolaiplatz entschärfen
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07:04 31.07.2019
Rechts, statt links: Würde man die Straße an den Häusern vorbei wieder öffnen, würde der Verkehr am Nicolaiplatz wieder deutlich besser fließen, glaubt die AfD. Quelle: Foto: GER
Brandenburg/H

Der tägliche Stau am Nicolaiplatz und die unübersichtliche Verkehrsführung nerven! Die Fraktion der AfD in der SVV packt ein heißes Eisen an: Die mit Stress und Staus aus allen Richtung einhergehende Verkehrsführung auf dem Nicolaiplatz. In einem jetzt ans Rathaus verschickten Beschlussvorschlag will sich die Fraktion für eine Verkehrsentlastung des Platzes stark machen. Die mit etwa zehn Millionen Euro sehr teure Neugestaltung des Nicolaiplatzes vor der Bundesgartenschau 2015, „erwies sich leider als nicht effektiv und machte diesen Platz zu einem der größten Verkehrsprobleme der Stadt.

Früher war weniger Stau

Fast jeder kann sich noch an den vorherigen Zustand erinnern, der nur selten zu Stau führte“, heißt es in der Begründung des Antrags. Täglich staue sich der Verkehr bis zum Rathaus und auch in der Gegenrichtung bis zur Technischen Hochschule. Die Straßenbahn könne häufig nicht aus der Ritterstraße herausfahren.

Bus und Bahn haben stets Vorrang. Auch das führt dazu, dass sich der Autoverkehr aus allen Richtungen staut. Quelle: Heiko Hesse

Der Vorschlag: Der Geradeaus-Verkehr aus Richtung Plauer Straße in Richtung Magdeburger Straße wird über eine separate Spur geleitet. Genutzt werden soll dafür die derzeit bestehende Anliegerstraße am Nicolaiplatz vor den Geschäften. Dafür müsse die derzeitige Anliegerstraße vor den Geschäften entsprechend umgebaut werden. Mit der Einführung dieser Geradeaus-Spur, die schon jetzt – verbotener Weise – häufig von entnervten Autofahrern genutzt wird, entfiele das Rechtsabbiegen an der Ampel gegenüber der Nicolaikirche.

Längere Grünphase

Die anderen Fahrtrichtungen könnten so längere Grünphasen nutzen, was den Knoten entspannen würde. Insgesamt sei eine deutliche Verkehrsentlastung und ein deutlich schnellerer Durchlauf zu erwarten“, ist AfD-Fraktionschef Axel Brösicke überzeugt. Dies sei gerade im Hinblick auf die kommende Sanierung der Umgehungsstraße dringend notwendig.

Und ein weiteres Problem soll in dem Zuge gleich mitgelöst werden: Das Rathaus soll prüfen, wie man es ermöglichen könne, künftig von der Luckenberger Straße in die Neuendorfer Straße nach links abzubiegen. Hintergrund: Hundertfach ist täglich zu beobachten, dass viele Innenstädter an der Ecke Luckenberger/Neuendorfer Straße wie gefordert rechts abbiegen. Doch sie stoppen am BAS-Parkplatz kurz vor dem Nicolaiplatz um dort zu wenden.

Warum nicht in die Neuendorfer Straße links abbiegen?

Um dann, wieder an der Ampel zu stehen und geradeaus zu den Einkaufsmöglichkeiten in der Neuendorfer Straße wie Rewe oder Phillips zu gelangen. „Dadurch kommt es immer öfter zu kritischen Situationen die das Stauproblem massiv verstärken“, so Brösicke.

Natürlich weiß auch der AfD-Mann, dass man weitere Instrumente benötigt, um die Altstadt wirklich zu entlasten. Und die werden seit Jahren ergebnislos diskutiert. Würden zur Entschärfung des Durchgangsverkehrs in der Altstadt und am Nicolaiplatz die Stadtteile Nord und Dom über eine kurze Verbindung zwischen der Gerostraße/Brielower an der Oberschule Nord vorbei zur Willi-Sänger-Straße verbunden und an den Zentrumsring angeschlossen, wäre der Effekt gewaltig. Allein der Nicolaiplatz, der durch die vielen Vorfahrt habenden Busse und Bahnen ohnehin eine Staustelle ist, könnte so um bis zu 2000 Autos am Tag entlastet werden.

Schon immer ein Kotenpunkt

Der Nicolaiplatz gehörte schon immer zu den Verkehrsknoten in der Stadt Brandenburg. Alle Straßenbahnlinien gehen über ihn hinweg, etliche Linienbusse verkehren dort. Und fast jeder, der die Altstadt in Richtung Westen verlassen will, fährt dort entlang. Bis zum Bau des Zentrumsringes, mit dem man den Durchgangsverkehr um die Innenstadt herum führt, führte die alte Reichsstraße 1 (heute B1) über den Platz.

Im Juni 2012, hatten die Bauarbeiten an der früher schon vor allem für Fußgänger und Fahrradfahrer unübersichtlichen Kreuzung und ihrer undurchsichtigen Vorfahrtsregelung begonnen und dauerten fast zwei Jahre an. Für fast zehn Millionen Euro wurde der Platz komplett umgestaltet, wirklich angenommen wird das Areal von den Bürgern nicht. Der Verkehr ist in den Umbauarbeiten anders organisiert worden, als es die Brandenburger gewohnt waren.

Hauptausschuss tagt am 18. August

Die Plauer Straße wurde stadtauswärts in Richtung Magdeburger Straße nun nicht mehr wie zuvor direkt entlang der Geschäfte geführt. Stattdessen werden Autofahrer in Höhe der Einmündung Rosenhag nach links auf die Straßenbahnschienen geführt, so als wollten sie in die Neuendorfer Straße abbiegen.

In den zurückliegenden Monaten hatten sich quer durch alle Parteien Politiker zu Wort gemeldet, die angekündigt hatten, man wolle das Nadelöhr Nicolaiplatz aufbohren. Das will die AfD jetzt in Taten umsetzen und bedient sich dafür nicht ganz neuer Ideen. Aber wen sollte das stören. Dirk Stieger von den FW, der im Frühjahr auch ankündigte, am Nicolaiplatz das Verkehrschaos beseitigen zu wollen, meinte im März: „Es kommt darauf an, ob eine Idee gut ist, nicht woher sie kommt.“

Schon am 19. August soll das Thema im Hauptausschuss erstmals behandelt werden.

Von Benno Rougk

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