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Brandenburg/Havel AfD geht mit 15 Kandidaten in die Kommunalwahl
Lokales Brandenburg/Havel AfD geht mit 15 Kandidaten in die Kommunalwahl
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12:53 24.02.2019
Am Sonnabend fand der Wahlparteitag der AfD zur Aufstellung der Kandidatenlisten zur Kommunalwahl in Brandenburg statt. Quelle: Benno Rougk
Brandenburg/H

Eveline Hopfmann 76) möchte „hier in Brandenburg sterben“. Aber bis dahin will sie in der Lokalpolitik mitmischen. Im Wahlkreis II steht sie auf Platz vier der Liste, die Samstag im Axxon beim AfD-Parteitag abgestimmt wurde.

„Ich bin für die AfD, wegen Merkel.“ Schon wieder, so klagt sie, hat Facebook „mich für 30 Tage gesperrt.“ Nur weil sie die Burkamädchen „Schleiereulen“ genannt hat, die raus sollen aus Deutschland. Das findet sie doof.

Die Mühen der Ebene

Doch damit ist dann auch Schluss, Samstag beim Thema „Ausländer raus!“ Betont seriös arbeitet die AfD alle Formalien ab, die einen solchen Wahlparteitag zum Akt juristischer Fußangeln und Fettnäpfchen machen könnte.

Klaus Riedelsdorf, AfD-Mann der ersten Stunde (egal wer sich vorstellt, das Partei-Eintrittsdatum gehört dazu wie die Zahl der Kinder) führt sicher durch den Tag.

Über Nacht über den Haufen geworfen

In der Nacht zuvor sind alle Pläne über den Haufen geworfen worden. AfD-Kreischef Ulf Insel zaubert ein paar neue Spitzenkandidaten aus dem Zylinder, die die Listen der drei Wahlkreise anführen.

Statt des Fraktionschefs Axel Brösicke soll Wolfgang Kampe den Spitzenplatz im WK II übernehmen. Kampe ist schön länger hinter den Kulissen aktiv und hält die Verbindung nach Potsdam und Berlin und sieht sich selbst, wie er sagt, „am liebsten bundespolitisch aktiv“.

Tobias Dietrich wechselt das Lager

Ihm folgen Brösicke, Julia Simann, Gerd Stieg und Margot Trenk. Die eine oder andere ist erst tags zuvor AfD-Mitglied geworden, jetzt stimmberechtigt und steigt nun kometenhaft auf in den Himmel der Lokalpolitik auf. 20 Prozent der Wählerstimmen hält die AfD für realistisch.

Das wären neun Mandate in der SVV. Ganz überraschend war es dann nicht, wen die AfD in Kirchmöser und Plaue an die Spitze stellen will: Tobias Dietrich, früher für Pro Kirchmöser in der SVV, macht nun – noch parteilos, aber das muss ja nicht so bleiben, wie er sagt – den Spitzenkandidat im WK III.

Manfred Friedrich wieder dabei

Ihm zur Seite stellt das Dutzend wahlberechtigter Besucher Michael Tonn, Klaus Riedelsdorf, Eveline Hopfmann und Kerstin Breiler. Im Wahlkreis I bleibt Ulf Insel Listenführer. Ihm folgt Jan-Peter Trogrlic.

Dann folgen Rüdiger Fritz und ein alter Bekannter – mal aus dem rechten, mal aus dem linken Lager: Manfred Friedrich (71). Der gehörte früher zur rechtsextremistischen DVU an, war dann in der WASG, die mit der PDS zur „Linken“ verschmolz und wurde Chef der „Unabhängigen Brandenburger Bürger“.

Riedelsdorf vor dem Absprung

Mancher der Samstag zum Parteitag kam, wusste vorher nicht, dass er am Ende des Tages auf der Liste stehen würde und musste überzeugt werden. Und die 15 Kandidaten sind das gesamte Aufgebot.

„Viele unterstützen uns aber viele trauen sich nicht, mit ihrem Namen dafür zu stehen“, sagt Klaus Riedelsdorf, der selber auf dem Absprung ist. Er sucht in Westdeutschland Wohnung und Arbeit, um seiner Tochter näher zu sein, erzählt er.

Riedelsdorf ist auch Schatzmeister und sein Finanzbericht ist etwas absurd. Er werde keine Zahlen nennen, sagt er beim Parteitag. Aber: die Finanzlage sei angespannt, von der Partei gäbe es „gar nix“ für den Wahlkampf. Eigentlich sollte noch über das Programm geredet werden. Doch das ist nicht fertig und wird nachgereicht.

Bevor der Parteitag sich dem Ende nähert, wird AfD-Fraktionschef Axel Brösicke zum Direktkandidaten für den Landtag gewählt.

Von Benno Rougk

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