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Brandenburg/Havel Alles Schwindel: Mann täuscht Raubüberfall vor und löst Polizeieinsatz aus
Lokales Brandenburg/Havel Alles Schwindel: Mann täuscht Raubüberfall vor und löst Polizeieinsatz aus
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19:08 05.03.2020
Die Polizei Brandenburg an der Havel ermittelt. Quelle: Rüdiger Böhme
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Ziesar

Ein Mann aus Ziesar hat am Mittwochabend die Polizei zum Narren gehalten. Das ging für ihn jedoch gründlich schief.

Der 36-Jährige rief kurz vor Mitternacht über den Notruf an und meldete einen brutalen Raubüberfall auf sich. Er sei das Opfer von mehreren Männern, die ihn im Breiten Weg zusammengeschlagen und bestohlen hätten, erklärte er den Beamten. Dann seien die Täter in einem Auto geflüchtet.

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Polizei eilt mit mehreren Streifenwagen zum angeblichen Tatort

Die Polizisten nahmen den Anrufer nach eigenen Angaben sehr ernst und lösten einen Einsatz aus. Mehrere Beamte aus Brandenburg an der Havel und sogar aus Genthin fuhren zum vermeintlichen Tatort.

„Nachdem dann im gesamten Nahbereich weder Personen noch Fahrzeuge angetroffen werden konnten, kontaktierten die Beamten den Anrufer“, berichtet Polizeisprecher Oliver Bergholz von der Direktion West in Brandenburg an der Havel. „Sie suchten ihn zu Hause auf, um weitere Details in Erfahrung zu bringen“, so Bergholz weiter.

Das vermeintliche Opfer war völlig betrunken

Dort öffnete ihnen ein stark alkoholisierter Mann (Atemalkoholtest: 2,60 Promille) die Tür, der sich im weiteren Verlauf der Befragungen vermehrt und wiederholt in Widersprüche verstrickte. „Auch wies er keinerlei Verletzungen auf, die er aufgrund seiner Sachverhaltsschilderung hätte haben müssen“, erklärt der Polizeisprecher.

Geldbörse lag in der Wohnung

„Eine Aussage, dass er den Abend in einer Kneipe verbracht habe, wurde nach Rücksprache beim Kneipenwirt zwar bestätigt, ergab jedoch, dass der Mann dort schon keine Geldbörse bei hatte“, berichtete Bergholz. Das Portemonnaie hätten die Beamten dann unversehrt in der Wohnung des 36-jährigen Mannes gefunden.

Wieso dieser den Notruf missbrauchte, ließ er offen. Jetzt befasst sich die Kripo mit dem Anrufer. „Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen Notrufmissbrauchs und dem Vortäuschen einer Straftat eingeleitet“, so der Sprecher.

Von hms

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