Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Alten Hund im Beetzsee ertränkt: Halter kommt vor Gericht
Lokales Brandenburg/Havel Alten Hund im Beetzsee ertränkt: Halter kommt vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 06.05.2019
Zeugen haben den im Beetzsee ertränkten Hund erkannt, weil sie ihn zuvor schon einmal in der eigenen Nachbarschaft gesehen hatten. Quelle: Polizei/dpa/Montage
Brandenburg/H

 Der Mann, der seinen Hund im vergangenen Sommer im Beetzsee ertränkt hat, wird sich in einigen Monaten vor Gericht verantworten müssen. Gegen eine Geldstrafe in Höhe von 1250 Euro wegen strafbarer Tiermisshandlung hat der Brandenburger Einspruch eingelegt.

Am 8. August 2018 hatten Zeugen im Schilf des Beetzsees bei Bollmannsruh einen toten Hund entdeckt: einen unkastrierten, 15 Kilogramm schweren Mischlingsrüden mit weißem Fell am Bauch und schwarz-hellbraunen Flecken am Rücken.

Das tote Tier, das die Feuerwehr seinerzeit an Land zog, trug ein Lederhalsband. An seinem Körper war eine verrostete Kette befestigt, an der ein 30 Zentimeter langes Gewicht hing. Diese Metallkette war so mit einem Schloss fixiert, dass sie nicht abrutschen konnte vom Körper des Hundes.

1250 Euro Strafe beantragt

Polizei und Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Hundeleiche wurde im Landesveterinäramt in Frankfurt (Oder) obduziert. Dort wurde festgestellt, dass der Mischlingsrüde ertränkt worden ist.

Die Polizei bat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung der Tierquälerei. Hinweise von Bürgern führten auf die Spur eines 66 Jahre alten Mannes aus Brandenburg-Nord.

Die Staatsanwaltschaft stellte am Ende ihrer Ermittlungen einen Strafbefehl aus. Danach sollte der beschuldigte Mann 50 Tagessätze à 25 Euro zahlen, in der Summe also 1250 Euro. Damit wäre der Fall abgeschlossen gewesen.

Einspruch gegen Strafbefehl

Doch der beschuldigte Mann machte von seinem Recht Gebrauch, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Daher wird er sich nun als Angeklagter dem Strafverfahren stellen.

Soweit die MAZ erfuhr, ist der 66 Jahre alte Mann zu 90 Prozent schwerbehindert und sah sich offenbar überfordert damit, sich weiter um seinen zwölf Jahre alten Hund zu kümmern, der nicht mehr bei guter Gesundheit gewesen sein soll.

Womöglich war er der Überzeugung, dass er sein Tier von dessen Leiden erlösen müsse. Deshalb hat er sich zunächst an einen Tierarzt gewandt, der seinen Mischling einschläfern sollte. Soweit bekannt, lehnte der Veterinär dieses Ansinnen ab, weil er dafür keine Grundlage sah.

Töten ohne vernünftigen Grund verboten

Strafbar macht sich nach dem Tierschutzgesetz, wer einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Strafbar macht sich nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes auch, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.

Der Brandenburger Tierarzt Björn-Sirke Schwarz war in diesem Fall nicht der behandelnde Veterinär. Auf Anfrage der MAZ erklärt er, dass das Einschläfern eines Tieres stets eine Entscheidung im Einzelfall sei.

Zweite Meinung

Maßgebend sei, wie krank das Tier ist, wie sehr es leidet, welchen Sinn eine Behandlung noch macht. Diese Themen erörtert der Tierarzt mit den Haltern und empfiehlt ihnen, im Zweifel eine zweite Meinung einzuholen.

Nur selten ist der Fall für Tierarzt Schwarz so klar wie vor vielen Jahren bei einem Hundehalter, der sein Tier einschläfern lassen wollte, weil er ihn nach seinem Umzug nicht mehr halten konnte. Bei so etwas macht der Veterinär nicht mit.

Wie der Fall des Beetzsee-Hundes gelagert war, wird der zuständige Richter im Strafverfahren vor dem Amtsgericht Brandenburg versuchen zu klären. Der Prozess findet voraussichtlich im Oktober statt.

Von Jürgen Lauterbach

Katharina Burges, Göran Schade und Torsten Gränzer sind sich zufällig begegnet. Daraus ergab sich eine beeindruckende musikalische Zusammenarbeit. Kostproben gab es in der Kulturkirche Wust.

05.05.2019

Da war wohl einer mit zu großen Pupillen unterwegs. Polizeibeamte schöpften bei einem 23-Jährigen Verdacht und unterzogen ihn einem Schnelltest: Der bescheinigte, dass sie richtig vermutet hatten.

05.05.2019

18 Billard-Disziplinen, 500 Aktive und eine Legende gibt sich die Ehre: Raymond Ceulemans besuchte erstmals die Europameisterschaften in der Havelstadt. Er sah ein hochspannendes Finale im Dreiband.

05.05.2019