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Brandenburg/Havel Angriff mit Golfschläger: Hoteldirektor zu Gefängnis verurteilt
Lokales Brandenburg/Havel Angriff mit Golfschläger: Hoteldirektor zu Gefängnis verurteilt
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18:22 28.11.2019
Quelle: dpa
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Bad Belzig/Brandenburg/H

Der angeklagte Hoteldirektor aus Bad Belzig zeigt bis zum Schluss seines Prozesses vor dem Schöffengericht Brandenburg/Havel weder Einsicht noch Reue.

Alexander M. bleibt dabei: Er habe die ihm vorgeworfenen gewalttätigen Überfälle und andere Straftaten nicht begangen. Folgerichtig beantragen seine Verteidigerinnen einen Freispruch.

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Das Gericht hält den Hotelier aufgrund der Beweislage und Zeugenaussagen gleichwohl für überführt, einen Kunden bei helllichtem Tag auf offener Straße in Brandenburg/Havel mit einem Golfschläger hinterrücks niedergestreckt zu haben.

Angeklagter hätte Chance auf Bewährung

Deswegen und wegen weiterer Straftaten verurteilt das Brandenburger Schöffengericht den 36 Jahre alten Mann zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Bewährung bekommt der Angeklagte nicht.

>> Lesen Sie dazu auch: Drogen und Diebesgut –Großrazzia im Burghotel Bad Belzig

Der verurteilte Hotelier muss laut Gerichtsurteil zudem 3000 Euro Schmerzensgeld zahlen an seinen Kunden für den gefährlichen Angriff vor gut zwei Jahren in der Bauhofstraße. Hinzu kommen noch gut 500 Euro Schadensersatz.

Staatsanwältin und Richterin lassen allerdings wenig Zweifel daran, dass die Strafe bei einem von Reue getragenen Geständnis vermutlich zur Bewährung ausgesetzt worden wäre. Denn Alexander M. war zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten aus den Jahren 2017 und 2018 noch nicht vorbestraft.

Neue Ermittlungen laufen

Eine Verurteilung wegen Diebstahls folgte erst später im vergangenen Jahr. Und weitere Ermittlungen im Zusammenhang mit Drogenverstößen und Urkundenfälschung laufen noch bei der Staatsanwaltschaft Potsdam oder werden erst noch aufgenommen.

Zwei Taten wiegen für die Staatsanwältin besonders schwer im Falle des Bad Belziger Burghotel-Chefs. Am 29. August 2017 lauert M. nach Überzeugung von Staatsanwältin und Gericht einem Mann auf, der im Monat zuvor seine Hochzeit im Burghotel gefeiert hatte.

Im Nachgang ist es nämlich zum Streit über die Höhe der Rechnung gekommen, die sich auf mehr als 13.000 Euro belaufen hat. Der Kunde hält die Rechnung für zu hoch und will nur einen Teil bezahlen.

Hinterlistiger Überfall

In der Nacht des 29. August 2017 fordert der Hotelier in einer elektronischen Nachricht den kompletten Betrag binnen dreier Tage. An dem gleichen Dienstag verfolgt er mit einer dunklen Sonnenbrille auf der Nase den Kunden, der gerade seinen kleinen Sohn in der Kita abgegeben hat.

Der Täter holt aus und schlägt dem ahnungslosen Mann von hinten gegen das linke Bein, so dass er verletzt auf dem Boden liegen bleibt. Zeuginnen beobachten die Tat.

Nach Auffassung des Gerichtes weist alles eindeutig auf den Hotelier als Angreifer hin.

Die Staatsanwältin spricht von Körperverletzung mit einem gefährlichen Werkzeug und einem hinterlistigen Überfall.

Intelligent und skrupellos

Dirk Stieger, Rechtsanwalt des Opfers, weist auf „ein hohes Maß an Intelligenz, gepaart mit unglaublicher Skrupellosigkeit“ hin. Der Nebenklage-Anwalt berichtet von den schlimmen, immer noch andauernden psychischen Folgen für den Hotelkunden und seine Familie.

In einem zweiten Vorwurf geht es um eine Auseinandersetzung mit einem ehemaligen Hotelmitarbeiter. Als der rund 2000 Euro Trinkgeld und andere Schulden fordert, holt Alexander M. eine als Schlagstock taugliche Taschenlampe und einen Elektroschocker aus seinem Auto und verletzt seinen Mitarbeiter damit an der Brust, wie dessen Bruder vor Gericht bezeugt.

Drei Monate unter geforderter Strafe

In weiteren Anklagepunkten geht es um Nötigung und Holzdiebstahl. Die Verteidigerin macht in ihrem Plädoyer auf Schwächen in der Beweisführung und sich daraus ergebende Zweifel an der Schuld ihres Mandanten aufmerksam. Doch damit dringt sie nicht durch.

Das Gericht bleibt drei Monate unter dem Strafmaß, das die Staatsanwältin fordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dem Angeklagten bleibt die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

Von Jürgen Lauterbach

Den einen hat er mit dem Golfschläger niedergestreckt. Einen anderen mit dem Elektroschocker verletzt. Das Schöffengericht sieht den Chef des Burghotels Bad Belzig als überführt an und schickt ihn in den Knast. Dabei hätte er Bewährung bekommen können.

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