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Brandenburg/Havel Ansturm auf die Freilichtbühne: So beliebt ist der Kultursommer in Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Ansturm auf die Freilichtbühne: So beliebt ist der Kultursommer in Brandenburg
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19:19 29.08.2019
Zum Kultursommer auf der Freilichtbühne des Marienberges lauschten fast 800 Menschen Ray Wilson und Band. Dabei war schnell die Stimmung auf dem Höhepunkt. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

„Sie glauben gar nicht, wie sehr ich mich freue! Die Menschen pilgern mit Klappstühlen und Decken auf den Marienberg. Manche waren seit 30 Jahren nicht mehr hier oben“, freut sich Christine Flieger, die Chefin des Brandenburger Theaters. Seit einer Woche nun geht der „1. Kultursommer Brandenburg an der Havel“ auf der Freilichtbühne des Marienbergs über dieselbe. „Es läuft sehr gut, ich bin außerordentlich zufrieden“, schwärmt Flieger in einer ersten Zwischenbilanz.

Wie berichtet, war im Frühjahr mit nur kurzer Vorbereitungszeitder Kultursommer aus dem Boden gestampft und mit 200 000 Euro aus dem Stadtetat unterstützt worden. Zusammen mit den Einnahmen aus den Veranstaltungen hatten die Organisatoren um Christiane Flieger die Aufgabe, ein 14-tägiges Kulturfestival auf die Beine zu stellen, das die Brandenburger – aber auch Gäste von außerhalb anzieht.

Erfolgskonzept: Gutes Musik bei schönem Wetter unter freiem Himmel auf der Freilichtbühne des Marienbergs. Quelle: Rüdiger Böhme

Sicher ist: Zumindest die Brandenburger kommen. Zu den „Magischen Filmmomenten“ mit den Brandenburger Symphonikern kamen 750 Gäste auf den Berg, das Rudelsingen lockte etwa 300 Sänger,Ray Wilson begeisterte am Wochenende 785 zahlende Besucher, knapp 100 waren es beim Freilichtkino und zur Musik von Ulli & den Grauen Zellen“ wollten mitten in der Woche immerhin 260 Konzertgäste feiern.

Zum Freilichtkino am Mittwochabend waren 350 Zuschauer auf dem Marienberg. Sie sahen „Bohemian Rhapsody“ und spendeten zum Abschied einen tosenden Applaus.

Insbesondere bei den Konzerten sind die Karten keineswegs billig: Doch die Idee des Freilichtkonzerts in herrlicher Kulisse kommt an und so strömen die Menschen auf den Marienberg.

Beste Voraussetzungen

Und es spricht einiges dafür, dass der Erfolg noch über eine Woche lang anhält: Das Wetter bleibt gut, die Magier „Golden Ace“ sind an zwei Abenden auf dem Marienberg zu Gast, Rumpelstil ist Freitag mit dem beliebten Taschenlampenkonzert vor Ort und in einer Woche wird am 6. September die Theaterspielzeit mit dem Schauspiel Grete Minde eröffnet.

„Wir können natürlich nur einen Zwischenbericht geben, aber die Erlöse sind ganz gut und ich bin optimistisch, dass es trotz einzelner Verschiebungen am Ende aufgeht.“ In der Tat ist das Unterfangen auch ein wirtschaftliches Risiko. Allein die große Bühne, die zuerst für die Regattastreckenkonzerte gemietet und dann auf den Marienberg umgestellt wurde, kostet mehrere zehntausend Euro.

70 Prozent der Mittel für die Infrastruktur

Die zahlreichen Dixie-Klos, die Absperrungen, Veranstaltungstechnik, Strom, Wasser und die Bewachung rund um die Uhr verschlingen einen Großteil des Etats. „Bis zu 70 Prozent bezahlen wir für die Infrastuktur“, erklärt die Theaterchefin, und: „Das Geld für die Künstler ist der geringste Teil.“

Christine Flieger, Geschäftsführerin des Brandenburger Theaters, stellte gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter Frank Martin Widmaier (v.re.) in einer Pressekonferenz die Highlights des erstmals stattfindenden „Marienberg open air“ vor. Quelle: Rüdiger Böhme

Was ihr vorschwebt: „Ich möchte später noch viel mehr Veranstalter für diesen Kultursommer begeistern und zum Mitmachen einladen.“

Der Anfang ist mit der Band Rumpelstil gemacht. Die hatte ihr Konzert schon vorher auf dem Marienberg geplant, kann jetzt aber die Infrastruktur inclusive der großen Bühne vergleichsweise günstig nutzen.

Weitere Partner gesucht

Die anteiligen Kosten für das Rumpelstil-Konzert „werden wir natürlich ordentlich berechnen“, schließlich seien das ja Haushaltsmittel die für den Kultursommer von der Stadt kommen. Flieger: „Mal schauen, wie sich das perspektivisch entwickelt, und welche Partner und Mitveranstalter wir dann in Zukunft dabei haben.“ Ihr Traum: Eine eigene, professionelle Bühne, die die Stadt dann an den Veranstaltungsorten aufbauen kann.

Sie würde sich freuen, wenn sich viele Brandenburger mit Ideen an der weiteren Gestaltung beteiligen. Und sie ist überzeugt, dass das „Rudelsingen“ – also das gemeinsame Singen bekannter Lieder – sich zu einer Tradition entwickelt, die „noch ganz doll wächst.“

Überrascht und begeistert ist Flieger auch von der Bereitschaft vieler anderer Institutionen, sich für dieses Projekt zu engagieren.

Unterstützung gesichert

Die Bürgerbühne ist dabei ebenso wie die Bibliothek, Chöre musizieren ebenso kostenlos wie noch unbekannte Bands. „Und die Wobra“, so schwärmt Christine Flieger, hat uns gerettet.

In der Tat fiel eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn auf, dass ein eigens aus Berlin besorgter Hochleistungsbeamer für das Open-Air-Kino defekt war. Die Wobra half mit ihrem Gerät aus. Das war zwar auch gut, aber eben kein Hochleistungsgerät. Flieger verzichtete auf den Eintritt und alle Gäste hatten an diesem Kinoabend Spaß.

Von Benno Rougk

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