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Brandenburg/Havel Arbeiten an Weihnachten: Diese Menschen sind für uns da
Lokales Brandenburg/Havel Arbeiten an Weihnachten: Diese Menschen sind für uns da
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08:41 24.12.2019
Bahnfahrer Jan Panitzke wird Heiligabend mit der Linie 6 in Bandenburg an der Havel unterwegs sein. Quelle: Antje Preuschoff
Brandenburg/H

Weihnachten ist die Zeit der Familie und des Beisammenseins. Doch während viele Menschen die freien Tage genießen können, gibt es andere, die arbeiten müssen. Denn manche Aufgaben können einfach nicht ruhen.

Feuerwehrmann Andreas Massner hat an Heiligabend 24 Stunden lang Dienst. Quelle: Antje Preuschoff

Bei der Berufsfeuerwehr Brandenburg in der Fontanestraße 1 sind 21 Menschen im Einsatz, sechs in der Leitstelle und 15 haben Dienst. Die Dienste stehen früh fest, sie sind in drei Schichten zu je 24 Stunden organisiert. Das heißt: Am Heiligabend geht es um 7 Uhr früh los und bis 7 Uhr am 1. Weihnachtsfeiertag halten sich die Feuerwehrmänner dann bereit. Andreas Massner betrifft das nun zum dritten Mal. „Man gewöhnt sich an die Situation, an den Schichtrhythmus“, sagt er. „Da ist es eigentlich egal, was der Tag für eine Bedeutung hat.“

Zusammen frühstücken

Dennoch sei der Ablauf schon ein bisschen anders, als an anderen Tagen. Heiligabend werde vorrangig abgearbeitet, was noch offen ist. Und dann kann es auch etwas entspannter zugehen auf der Wache. Die Kollegen frühstücken zusammen, kochen zusammen, tauschen sich aus. „Man verbringt die Zeit hier mit seinen Kameraden, für die man einsteht“, sagt Massner. Dennoch seien die Feuerwehrmänner sofort bereit, wenn etwas passiert: „Wir müssen im Notfall einfach funktionieren.“

Der 36-Jährige hat dreijährige Zwillinge. Seine Frau müsse am 24. Dezember vormittags ebenfalls arbeiten. „Das sind alle gewohnt, das Arbeitsleben fordert das“, sagt der Feuerwehrmann. Am 1. Weihnachtsfeiertag will der Familienvater aber zuhause sein. Denn dann haben seine beiden Mädchen Geburtstag.

Ein ganz normaler „Samstag“

Wer an Heiligabend von Hohenstücken zum Bahnhof mit der Bahn fährt, sitzt im Wagen von Jan Panitzke. Der 28-Jährige fährt von 13 bis 20.20 Uhr die Linie 6. „Das ist für mich wie ein regulärer Samstag“, sagt Jan Panitzke. Dass Weihnachten sei, meint er, geht im Betriebsalltag unter.

Bahnfahrer Jan Panitzke wird Heiligabend mit der Linie 6 unterwegs sein. Quelle: Antje Preuschoff

Bisher war Panitzke an Heiligabend mit dem Bus unterwegs. „Ich versuche das dann durchaus weihnachtlich zu halten, indem ich zum Beispiel Weihnachtsmusik spiele“, sagt der junge Mann. Es sei ihm sehr wichtig, dass die Menschen pünktlich zu ihren Familien kommen. „Wir versuchen, das Menschenmögliche zu machen“, so Panitzke.

Er selbst sieht es entspannt, dass er an Heiligabend nicht zuhause ist. „Wir sind alle aus dem Alter raus, wo Geschenke so dringend sein müssen.“ In der Branche sei es einfach normal, an den Feiertagen zu arbeiten. „Wir legen da automatisch die Bereitschaft mit an den Tag“, sagt der 28-Jährige. Allerdings möchte er den ersten Weihnachtsfeiertag mit seiner Freundin und der Familie verbringen. Am 26. Dezember dann, sagt Panitzke, übernehme er gern auch den Dienst für Kollegen, die Kinder haben.

„Verrückte“ in der Gastronomie

Kaum etwas ist besser an Weihnachten als das Essen. Viele Menschen wollen gar nicht mehr selbst kochen, sondern genießen es, ins Restaurant zu gehen. In die Theaterklause zum Beispiel, wo Inhaber René Kolldehoff Vorbestellungen von mehr als 100 Menschen an den Feiertagen hat. Drei Leute sind dafür in der Küche im Einsatz, im Service sorgen sechs Mitarbeiter dafür, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Theaterklause-Chef René Kolldehoff versorgt an den Weihnachtsfeiertagen bis zu 100 Menschen. Quelle: Antje Preuschoff

„Wir wollen die Menschen einfach glücklich machen“, meint Kolldehoff. Das Arbeiten an Feiertagen gehöre in der Gastronomie dazu. „Wir fangen an, wenn andere aufhören“, sagt Kolldehoff. Der 47-jährige Koch wünscht sich, dass das den Gästen bewusst ist: „Wir sind immer da“. „Auch wir haben Familien und unsere Kinder müssen sehr zurück stecken“, meint er.

Ein wenig fehle ihm da schon die Wertschätzung. Doch: „Wir machen den Job gerne. Wir sind in der Gastronomie schon ein Stück weit Verrückte.“ Kolldehoff sagt: „Wenn die Gäste an den Feiertagen zufrieden nach Hause gehen – dafür machen wir das.“

Das letzte Weihnachten schön gestalten

Heiligabend im Hospiz in der Bauhofstraße ist schon anders als an anderen Arbeitstagen, sagt Leiterin Katrin Gutschmidt. „Da ist die Stimmung gedrückter, anders als in anderen Einrichtungen wie Krankenhäusern zum Beispiel. „Es ist eine schwierige Zeit, weil es für die meisten das letzte Weihnachten ist“, weiß die Krankenschwester. „Wir versuchen trotzdem, Weihnachtsstimmung reinzubringen mit Musik, Gemütlichkeit und schönem Essen.“

Jeder ist mal dran

Katrin Gutschmidt selbst hat Frühdienst bis 14.30 Uhr. Dann kommen zwei Kolleginnen zum Spätdienst bis 22.30 Uhr. „Heiligabend ist jeder mal dran“, sagt sie. Das sei natürlich nicht ganz leicht, denn viele Mitarbeiter hätten natürlich Familien. Aber, so hat die Hospizleiterin für sich selbst festgestellt, „ich weiß es wirklich mehr zu schätzen, wie wichtig Weihnachten ist und wie dankbar wir sein können, gesund zu sein“.

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