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Brandenburg/Havel Architektur: Das sind die Pläne für neue Wohnhäuser am Packhof
Lokales Brandenburg/Havel Architektur: Das sind die Pläne für neue Wohnhäuser am Packhof
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16:55 27.09.2019
Der Entwurf des Bieters 2 in der Packhof-/Ecke Eichamtstraße. So könnten die Baufelder 3 und 4 gestaltet werden. Quelle: Stadt Brandenburg
Brandenburg/H

Als sich dieser Tage der Stadtentwicklungsausschuss und der Sanierungsbeirat trafen, um erstmals Einblick in die Entwürfe potenzieller Investoren für die Bebauung der Brachflächen in der Packhofstraße und der Eichamtstraße zu nehmen, machte sich Erstaunen breit. „Ich hätte nicht erwartet, dass uns eine so breite Palette wirklich hochwertiger und durchdachter, guter Entwürfe vorgelegt würde“, sagt beispielsweise Achim Krekeler.

Der MAZ liegen die Entwürfe für eine neue Wohnhausbebauung am Packhof in Brandenburg an der Havel vor. Die Varianten sind vielfältig.

Der Brandenburger Architekt sitzt im Vorstand der Architektenkammer und ist Mitglied im Sanierungsbeirat. Krekelers Meinung schlossen sich viele Teilnehmer der Runde an. Über die Details der Sitzung wurde Stillschweigen vereinbart, der MAZ liegen jetzt allerdings exklusiv die Entwürfe der neun Bewerber vor.

Platz für etwa 80 Wohnungen

Im Kern geht es darum, vier Baufelder in Größen von 719 bis 1162 Quadratmetern an einen oder mehrere Investoren zu vergeben, die dann mit Wohnbauten zu füllen sind. Die Ecke wurde aus dem Bebauungsplanverfahren für den Packhof herausgelöst, so dass das Gelände relativ zügig nach einem vereinfachten Verfahren bebaut werden kann.

Läuft jetzt alles glatt, könnte das Gelände in drei Jahren bebaut sein. Die Bauinteressenten konnten sich jeweils auf ein beziehungsweise mehrere Baufelder bewerben. Drei Bewerber machten im Vorfeld deutlich, dass sie nur bauen, wenn sie alle vier Grundstücke bekommen, drei weitere gaben Entwürfe für die vier Häuser ab, sind aber bereit, auch nur einzelne Flächen nach Zuschlag zu bebauen. Drei weitere Investoren gaben zusammen mit ihren Planern Entwürfe ab, wonach sie jeweils zwei Baufelder bebauen wollen.

Neue Konzepte für Mobilität

Einreichen mussten die Investoren mit ihrer Bewerbung: Lageplan, Gebäudeschnitte, Ansichten, 3-D-Visualisierungen, Stellplatzberechnung, Energiekonzept, Wohnform (Miete/Eigentum) sowie Wohnungsausstattung. Weil es an großen Wohnungen in der Innenstadt mangelt, mussten mindestens die Hälfte der neuen Wohnungen familiengerecht für vier oder mehr Personen geplant werden.

An die Vorgabe, dass die Neubauten sich in Größe und Form in die vorhandene Bebauung einfügen, aber nicht historisieren, sondern „sich mit eigenem Charakter in die Umgebung einfügen“, haben sich alle Bewerber gehalten. Ebenso wie an die Vorgabe, dass die insgesamt etwa 80 neu entstehenden Wohnungen nur mit 0,5 Parkplätzen pro Wohneinheit zu planen seien und stattdessen auf alternative Mobilitätskonzepte zu setzen.

Zwei Favoriten

Das Stadtplanungsamt hat eine detaillierte Bewertung der Entwürfe vorgenommen und diese in einer PDF-Datei zusammengefasst. Diese können Sie, liebe Leser, hier herunterladen.

In der Sitzung waren sich die Fachleute und Volksvertreter schnell einig: Sie wollen die vier Grundstücke an zwei Bewerber vergeben. Der Bieter 9 habe den interessantesten Entwurf für das Baufeld 1 in der Packhofstraße geliefert, der sich hervorragend an die danebenstehende gründerzeitliche Bebauung anpasse. Für die Baufelder 2, 3 und 4 favorisierte die Runde, ebenso wie die Stadtplanung, die Entwürfe des Bieters 2, der mit einer ebenso modernen wie ansprechenden Bebauungsplanung und einer Tiefgarage zu punkten wusste und auch auf Car- und Bikesharing setzt, sowie 225 Fahrradstellplätze mit 36 Ladestationen plant.

Abschließende Beratungen zur SVV-Vorlage

Wie die MAZ erfuhr, wird die Beigeordnetenrunde am Dienstag im Rathaus über die jetzt von der Stadtplanung erarbeitete Beschlussvorlage abschließend beraten. Darin soll die Vergabe der Flächen an die Bieter 2 und 9 vorgeschlagen werden und dann zur Diskussion in die Ausschüsse gegeben werden. Neben den Ausschüssen für Finanzen, Liegenschaften und Stadtentwicklung wird das Projekt auch im Hauptausschuss behandelt, bevor es in die Stadtverordnetenversammlung geht.

Positiv bewertet wurde von den Fachleuten, dass der Bestand alter Rotbuchen in alle Entwürfen integriert und auch sonst mit viel Grün geplant wurde. Wie es aus den Gremien jetzt hieß, sei es denkbar, die nicht zum Zuge kommenden Entwürfe zumindest als Idee in der Hinterhand zu behalten, wenn es im nächsten Schritt um die Beplanung des Packhofes gehe.

Sollten die Beschlussvorlage der Verwaltung noch im Dezember beschlossen werden, könnte bereits zur Jahresmitte 2020 Baufreiheit in der Packhof- und der Eichamtsstraße herrschen. Bei einer Bauzeit von etwa zwei Jahren könnten die 80 neuen Wohnungen in bester Lage dann Mitte 2023 fertiggestellt sein.

Von Benno Rougk

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