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Brandenburg/Havel Tolle Schauspieler in großen Rollen
Lokales Brandenburg/Havel Tolle Schauspieler in großen Rollen
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13:42 19.05.2019
Das Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ in der Inszenierung des Stendaler Theaters der Altmark wurde am Samstag im Brandenburger Theater aufgeführt. In der Hauptrolle Hannes Liebmann als Handlungsreisender. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

„Wer Arbeit will, der findet auch welche“, diese vermeintliche Binsenwahrheit, die schon viele Hartz-IV-Empfänger in Verzweiflung gestürzt haben dürfte, stimmte schon vor 70 Jahren nicht.

Als Arthur Miller 1949 sein Stück „Tod eines Handlungsreisenden“ auf die Bühne brachte, lebten die Menschen in den USA den sogenannten „amerikanischen Traum“. Der besagte, dass jeder, der es will, auch sein Glück machen könne – vom Tellerwäscher zum Millionär eben.

Miller zeigt in seinem Stück am Beispiel der Familie Loman – Willy Loman und seine Frau Linda sowie die beiden erwachsenen Söhne Biff und Happy –, wie verführerisch und gleichzeitig hohl dieser Traum ist. Wie eben genau nicht derjenige mit Erfolg, Anerkennung und Beliebtheit belohnt wird, der eifrig genug nach Erfolg strebt.

Selbstbetrug

Millers Stück wird oft als antikapitalistisch beschrieben. Doch Willy Loman scheitert letzten Endes nicht daran, dass sich sein Chef Howard (verkörpert von Michaela Fent) ihm gegenüber als Charakterschwein entpuppt und den Handlungsreisenden nach 36-jähriger Firmenzugehörigkeit einfach rausschmeißt.

Hannes Liebmann als Handlungsreisender sowie Matthias Hinz und Ole Xylander als seine Söhne Biff und Happy. Quelle: Rüdiger Böhme

Loman scheitert an seiner Fantasie von der eigenen Bedeutung und Einmaligkeit. Denn er hätte eine Alternative gehabt. Doch sein Selbstbetrug macht es ihm unmöglich, das wiederholte Jobangebot seines Freundes Charly (Andreas Müller) anzunehmen. „Ich kann einfach nicht für dich arbeiten“, stammelt er, „ich kann es einfach nicht.“ Und so bleibt seine Lage aussichtslos.

Regisseur Wolf E. Rahlfs vom Theater der Altmark Stendal bringt das 13-Personenstück mit sechs Mimen weitgehend werkgetreu auf die Bühne. Die schauspielerischen Leistungen dieses kleinen Ensembles sind grandios.

Zwei Gefahren

Die Fußstapfen sind wahrlich groß, in die Hannes Liebmann als Harry Loman tritt: Angefangen mit Lee J. Cobb, der bei der Uraufführung in Elia Kazans Broadway-Inszenierung brillierte, bis hin zu Ulrich Matthes am Deutschen Theater Berlin, der 2017 in der Inszenierung von Bastian Kraft überzeugte, nicht zu vergessen die zahlreichen Verfilmungen.

Wer einen Theaterklassiker auf die Bühne bringt, der muss zwei Gefahren meistern: Oftmals werden klassische Stücke vergewaltigt, indem man ihnen unpassende Modernität aufzwingt. Das ist in der Inszenierung von Wolf E. Rahlfs nicht passiert.

Zu viel Werktreue

Aber er ist in die zweite Falle getappt, die der übergenauen Werktreue, die dann schnell verstaubt wirkt. Eine behutsame Straffung hätte der gut zweistündigen Stendaler Inszenierung jedenfalls gutgetan.

Gespielt wird auf einem kahlen, völlig leeren rechteckigem Podest, um das die Zuschauer ringsherum platziert sind. Vor allem der erste Teil der Aufführung wirkt banal und geschwätzig. Und das völlig bruchlose Ineinanderschieben der Zeitebenen von Gegenwart und Vergangenheit verwirrt mehr, als dass dadurch Erkenntnis gewonnen würde.

Nach der Pause gewinnt Katrin Steinke in der Rolle der Linda Loman deutlich an Kontur. Geradezu überragend entwickelt sich Matthias Hinz, der den ältesten Sohn spielt, den Verlierer Biff Loman. Und Ole Xylander agiert sehr überzeugend als Happy Loman, jüngster Sohn und Frauenheld. Freundlicher Applaus von den nur 32 Zuschauern.

Von Ann Brünink

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