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Brandenburg/Havel Asklepios verliert Ärzte und Pflegekräfte
Lokales Brandenburg/Havel Asklepios verliert Ärzte und Pflegekräfte
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10:33 07.02.2019
Arbeit gibt es genug im Asklepios-Fachklinikum auf dem Görden. Im Moment ist das Personal knapper als sonst. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Eingeweihte sprechen von einem „Exodus von Mitarbeitern“ in der neurologischen Klinik auf dem Görden. Das mag übertrieben sein. Doch sogar der Asklepios-Konzern räumt einen aktuell ungewöhnlich hohen Personalwechsel ein.

In den vergangenen neun Monaten habe es eine hohe Fluktuation sowohl im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich gegeben, bestätigt Konzernsprecher Mathias Eberenz Informationen der MAZ. Betroffen ist die Abteilung für Neurologie im Asklepios Fachklinikum Brandenburg. Eberenz: „Der Weggang und der Zugang von Fachpersonal war in etwa doppelt so hoch wie in den Vorjahren.“

Der Asklepios-Sprecher betont zugleich, dass die Versorgung der neurologischen Patienten in den vergangenen Monaten zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei und es auch aktuell keinerlei Einschränkungen in der Patientenversorgung gebe.

Nicht der Klinik anzulasten

Das Unternehmen hat die jüngste Personalentwicklung rückblickend analysiert und führt sie auf eine Reihe von Faktoren zurück, die nicht der Klinik anzulasten seien. Vielmehr seien sie „den jeweiligen persönlichen Beweggründen der Ärzte und Pflegekräfte geschuldet“.

Nach MAZ-Informationen aus dem Klinik-Umfeld ist das nur die halbe Wahrheit. Hinter vorgehaltener Hand wird von unzufriedenen Ärzten und Pflegekräften gesprochen und davon, dass sie soll, dass sie die Hoffnung verloren hatten, dass sich an den Arbeitsbedingungen etwas ändern wird.

Der Asklepios-Konzern bestätigt das nicht und nennt unterschiedliche Gründe für die jüngsten Abgänge. Die Ärzte hätten die neurologische Abteilung aus unterschiedlichen Beweggründen verlassen.

Nach Sabbatical nicht zurückgekehrt

Sie hätten sich nach langer Kliniktätigkeit mit ihrer gesammelten Erfahrung als Facharzt niedergelassen oder seien in andere Regionen Deutschlands umgezogen. Zudem habe es eine „Dauerkrankheit“ gegeben und eine Schwangerschaft.

Ein Arzt sei nach einem halben Jahr Sabbatical (unbezahlte Arbeitspause) nicht zurückgekehrt, ein weiterer habe die Fachrichtung innerhalb des Hauses gewechselt. Mehrere Ärzte in Weiterbildung hätten im Zuge der üblichen Rotation die Abteilungen gewechselt.

Asklepios verzeichnet in den vergangenen neun Monaten in der Summe zwölf Wechsel bei den Ärzten der Abteilung Neurologie. Sieben Positionen seien aber sofort nachbesetzt worden.

Ärzte vom Personalvermittler

Fünf Positionen stünden aktuell noch zur Nachbesetzung aus. Dazu laufen bereits Gespräche mit Bewerbern. Das große Krankenhausunternehmen äußert sich „sehr zuversichtlich“, dass alle freien Stellen bis Ende März/Anfang April nachbesetzt sind und „sich die Situation dann normalisiert“.

In der Zwischenzeit hätten qualifizierte Fachärzte die entsprechenden Dienste übernommen, heißt es. Diese Ärzte habe das Unternehmen mithilfe von spezialisierten Personalvermittlern zeitweise in die Klinik geholt.

Zehn Neueinstellungen in der Pflege

Im Bereich der Pflege registriert Asklepios in den vergangenen Monaten fünf Schwangerschaften. „Die Kolleginnen, für die wir uns mitfreuen“, könnten daher vorübergehend nicht mehr für die Klinik tätig sein.

Zudem sei ein Pfleger in den Betriebsrat gewechselt und dafür freigestellt worden. Acht weitere Schwestern und Pfleger hätten die Klinik verlassen. Einige davon seien aus persönlichen oder familiären Gründen weggezogen.

Andere Pflegekräfte arbeiten nun in anderen Kliniken. Matthias Eberenz betont, dass die Klinik parallel in den vergangenen Monaten zehn Neueinstellungen in der Pflege vorgenommen habe. Somit seien aktuell nur drei freie Stellen zu besetzen. Die Klinik suche intensiv nach geeigneten Kräften.

Von Jürgen Lauterbach

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