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Brandenburg/Havel Auf Beutezug im Autohaus
Lokales Brandenburg/Havel Auf Beutezug im Autohaus
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19:55 05.02.2014
Hoher Schaden: Ein Mann prellt mehrere Autohäuser - jetzt steht er vor Gericht.
Hoher Schaden: Ein Mann prellt mehrere Autohäuser - jetzt steht er vor Gericht. Quelle: cruiseadors.de
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Brandenburg an der Havel

Gegenüber Fremden spielt Ben M. offenbar glaubwürdig den wohlhabenden Geschäftsmann. In Wirklichkeit soll der 27 Jahre alte Brandenburger Hartz IV beziehen, ohne Führerschein Auto fahren, Autohäuser betrügen und eine Hotelrechnung geprellt haben. Ein Geschädigter führt eine „Opferliste“.

Mehrere Verfahren laufen gegen den Mann, bei dem am 2. Januar eine Wohnungsdurchsuchung wegen mutmaßlich illegalen Waffenbesitzes stattfand. Sichergestellt wurde eine CO-2-Pistole, die das Landeskriminalamt analysiert. Ein Gutachter soll im Auftrag der Berliner Strafjustiz untersuchen, ob der Mann psychisch krank und womöglich nur eingeschränkt schuldfähig ist.

Ben M. ist in Brandenburg, im Raum Zossen und in Berlin auffällig geworden. Im November bestellte er im Brandenburger Autohaus Albrecht einen Dacia-Lodgy-Jahreswagen, den er nie abholte, obwohl der Händler das Auto schon auf ihn zugelassen hatte. Der Schaden: 1500 Euro. Jens Albrecht erstattete Strafanzeige und warnt in einem Rundschreiben andere Händler vor dem mutmaßlichen Hochstapler.

Der Schaden im Autohaus Jürgens fällt mit 90 Euro geringer aus. Der Verkäufer sei misstrauisch geworden und habe den von M. bestellten Mercedes nicht geordert, berichtet Prokurist Michael Titscher. Lediglich ein Mietwagen wurde ihm kurzzeitig überlassen. Jürgens informierte andere Mercedes-Häuser. Im Autohaus Klaus & Markwardt in Zossen bestellte der junge Mann unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen VW Phaeton, der bald darauf auf ihn zugelassen, doch nie abgeholt wurde. In der Zwischenzeit kutschierte M. mit einem Audi-A8-Mietwagen des Autohauses führerscheinlos durch die Gegend.

Ein Paar aus dem Raum Zossen hatte anfangs so viel Vertrauen in den souverän auftretenden Mann, dass beide ihm für mehrere Wochen ihre minderjährige Tochter anvertrauten, mit der die Familie nicht mehr klar kam. „Wir haben M. wegen Kindesentzugs angezeigt, sagt der Stiefvater, der sich und das Mädchen zudem um mehrere hundert Euro und eine Spiegelreflexkamera geprellt sieht. Der Schwindel sei aufgeflogen, als er die Bonität von Ben M. geprüft habe. Die 15-jährige Tochter hat M. in den gemeinsamen Wochen gut kennen gelernt. Sie berichtet, dass er, obwohl er keine Fahrerlaubnis hat, sogar zur Polizei mit Auto vorfahre, wenn er dort seiner Meldepflicht nachkommt.

Mit der 15-Jährigen wohnte und speiste M. im November zwei Wochen lang im Hotel Weißer Schwan in Zossen. Die Rechnung über 1500 Euro zahlte er nicht. Hotelier Ronal Eerens: „Herr M. kam glaubwürdig rüber.“ Ermittlungen gegen M. liefen oder laufen wegen des Betrugsverdachts, wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verleumdung, möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Missbrauchs von Titeln. Auf Nachfrage verbittet sich Ben M. die Einmischung der MAZ in sein „Privatleben“.

Von Jürgen Lauterbach

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