Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Auf der Suche nach Fontanes Frauen und Landschaften
Lokales Brandenburg/Havel Auf der Suche nach Fontanes Frauen und Landschaften
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:27 21.07.2019
„Mensch und Landschaft, Wege zu Fontane“ heißt die neue Ausstellung in der Brennabor Kunsthalle. Gezeigt werden Werke von Anna Gille, Gisela Eichardt, Elli Graetz, Dieter Goltzsche, Carsten Gille und Hans-Georg Wagner. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Sechs in der Kunsthalle Brennabor. Die Künstler, die dort seit Freitag ihre Werke ausstellen, haben ihren Weg zu Theodor Fontane gesucht. Und gefunden. Nicht um Illustrierung seiner Werke ging es ihnen, sondern um Verinnerlichung, um Widerspiegelung ihrer Empfindungen in einem anderen Medium.

Es ist mitunter nicht einfach, sich Fontane künstlerisch zu nähern. Sechs Frauen und Männern ist es gelungen, wenn auch zum Teil auf verschlungenen Wegen.

Die Annäherung erfolgte bei manchen von ihnen auf verschlungenen Wegen. Das zumindest lassen die Werke „Blatt“, „Durchstich“ oder „Tisch“ von Dieter Goltzsche vermuten. Er verfolgt schon seit Jahrzehnten literarische Spuren und hat mehr als sechzig Bücher mit literaturbezogenen Zeichnungen und Grafiken veröffentlicht. „Doch mit Illustrationen zu Fontane kann man nur etwas verderben, weil es Dichter gibt, die man nicht illustrieren darf“, sagt er und er weiß, wovon er spricht.

„Mensch und Landschaft, Wege zu Fontane“ heißt die neue Ausstellung in der Brennabor Kunsthalle, die Kurator Christian Kneisel (r.) am Freitag eröffnete. Quelle: Rüdiger Böhme

Auch Anna Gille hat sich die Spurensuche nicht leicht gemacht. Sie präsentiert Ansichten von wild wuchernder Natur, wie sie so oder ähnlich in den Büchern von Fontane beschrieben ist. „Wo liegen die Grenzen zwischen dem Gewachsenen und dem Kultivierten, zwischen Gestaltung und Gegebenheit?“ fragt sie. Sie sieht einen Gegensatz zwischen Kultur und Natur, der für den Menschen erst dann erfahrbar ist, wenn er sich nicht mehr als Teil der Natur versteht, sondern ihr als Subjekt gegenüber tritt.

Fontanes Landschaften

Ihr Vater, Carsten Gille, ist mit wunderschönen Bildern vertreten. Ob „Tiergarten III“, „Urstromtal“ oder „Sumpf“ - das Licht, die Farben und die Sujets sind einfach so stimmig miteinander verwoben, dass man sich kaum vom Betrachten dieser herrlichen Werke losreißen mag. Entstanden sind geheimnisvolle Seelenbilder, wie sie sich einstellen, wenn man sich von dem Wanderer Fontane verführen lässt und durch die wunderbaren märkischen Landschaften streift.

Dieter Goltzsche ist mit seinen 84 Jahren der älteste von sechs Künstlern, die bis Ende August ihre Werke in der Brennabor Kunsthalle zeigen. Quelle: Rüdiger Böhme

Fontane und die Frauen – das ist ein weites Feld für Elli Graetz. „Kopf im Profil“ lautet der Titel von zwei bestechenden Linoldrucken, der eine in Rot, der andere in Schwarz. Obwohl die großformatigen Profile klar umrissen sind, umweht die edlen Schönen ein Geheimnis: Wer sind sie? Anonym bleiben auch die Frauenporträts, die Graetz nach alten Fotos aus der Zeit um 1900 geschaffen hat. „Mit Siebdrucktechnik, sowie Collage und Zeichnung habe ich den Frauen einen neuen Ausdruck, eine neue Individualität gegeben“, beschreibt die Künstlerin ihr Vorgehen.

Lebenswege eines Dichters

Auch Gisela Eichardt hat sich mit Fontanes Frauengestalten intensiv auseinandergesetzt. Sie hat nicht nur einige beeindruckende Frauenbüsten und-köpfe aus Holz geschaffen (beispielsweise „Braut“ und „Seherin“), sondern sie ist dem Dichter mit ihrer Siebdruckserie „Lebenswege“ auch ganz besonders nahe gekommen. Sie hat sich vom Stadtmuseum Berlin handschriftliche Notizen zu Fontanes Romanen „Effi Briest“, „Jenny Treibel“ und „L‘Adulterra“ besorgt. Diese Handschriften hat sie als grafische Struktur ihren Zeichnungen, Fotos und Farbspielen zugrunde gelegt, was ihren Werken Authentizität und einen besonderen Reiz verleiht.

Hans-Georg Wagner ist zweimal mit Holzschnitten auf Shojipapier auf Shojirahmen vertreten. Der Titel der Werke aus demJahr 2018 ist "Jüngstes Gericht/Festung Europa" in gelb (oben) und "Jüngstes Gericht/Festung Europa g" in gelb/schwarz (unten). Quelle: Rüdiger Böhme

Der sechste Spurensucher ist der Cottbuser Bildhauer Hans-Georg Wagner. „Jüngstes Gericht/Festung Europa“ hat er einen seiner Holzschnitte betitelt. Besonders beeindruckend sind seine Arbeiten auf Japanpapier, die er auf Shoji-Rahmen gespannt hat, sowie auch seine Bronzeskulpturen.

Von Ann Brünink

Eigentlich sollte sich die Baustelle auf dem Zentrumsring schon seit Mai von der Gördenbrücke in Richtung Altstadt-Bahnhof wälzen. Doch in diesem Jahr passiert hier nichts mehr.

20.07.2019

Mit Hilfe des Landes gesundet die Stadtkasse von Brandenburg an der Havel. Doch wohin mit den sich ergebenden Handlungsspielräumen? Noch fehlt die große Linie, das Konzept, das Ziel, in dessen Richtung sich die Stadt entwickeln soll und will. Ein Kommentar.

20.07.2019

Erstmals entstehen drei neue Lastenräder in der offenen Werkstatt der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Projektbeteiligte sagen der MAZ, warum die Cargo Trikes für sie eine Alternative zum Auto darstellen. Auch Pläne für ein kostenloses Verleihsystem werden besprochen.

19.07.2019