Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Ausstellung zur Regattastrecke: 50 Jahre Erfolgsgeschichte
Lokales Brandenburg/Havel Ausstellung zur Regattastrecke: 50 Jahre Erfolgsgeschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:06 30.06.2019
Hartmut Töpel, Planer der Regattastrecke am Beetzsee, vor seinem Projektierungsplan von 1967. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Es ist eine Geschichte voller Sportereignisse auf internationalen Wettkampfniveau, kultureller Höhepunkte und besonderer Events –seit 50 Jahren lockt die Regattastrecke am Beetzsee in Brandenburg an der Havel jährlich Zehntausende von Aktiven und Besuchern in die Havelstadt.

Die Sonderausstellung blickt auf eine wechselhafte Erfolgsgeschichte des bedeutsamen Rudersportstandortes.

Unter Federführung des Stadtmuseums Brandenburg widmet sich nun eine sportgeschichtliche Sonderausstellung in der Johanniskirche der Geschichte dieses Rudersport-Mekkas. Am Samstag eröffnete die Ausstellung, welche einen spannenden Einblick in die abwechslungsreiche Geschichte der Regattastrecke mit ausgewählten und bedeutenden Exponaten gewährt, darunter Leihgaben erfolgreicher Spitzensportler.

Ausstellung soll regionale Identität stärken

„Die Ausstellung bietet Brandenburgern die Möglichkeit, sich für den vielleicht bisher unbekannten Ruder- und Motorsport zu interessieren“, sagt Kuratorin Heike Köhler vom Stadtmuseum. „Sie soll die regionale Identität stärken und lädt zur Beschäftigung mit der Stadtgeschichte ein.“

Die Ausstellungseröffnung lockte zahlreiche ehemalige und aktuelle Aktive des Rudersports in die Johanniskirche. Quelle: Tobias Wagner

Somit bekomme die an sportlichen Errungenschaften reiche Havelstadt eine schöne Ergänzung in Form einer Ausstellung, deren Organisation anfangs in Anbetracht der langen Geschichte der Stadt als schier unerschöpfliches Unterfangen kaum zu bewältigen schien.

Fertigstellung dank voller Power

„Wir haben jedoch mit geballter Kraft die Ausstellung rechtzeitig fertig gestellt.“ sagt Köhler stolz. „Natürlich konnten wir nicht alle Objekte, die uns von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen überreicht wurden, verwenden, aber das ist bei solch einer Ausstellung nun mal so.“

Neben Programmheften verschiedener Rudermeisterschaften, Medaillen, technischer Geräte wie Zeitmesssystemen, Starterblöcken und Telefongeräten findet der geschichtsinteressierte Besucher unter anderem vollständige Ruderboote und Kajaks, mit deren Hilfe sich die Historie des Kanusports nachvollziehen lässt. „Meine Lieblingsstücke sind jedoch die nicht-digitalen Gerätschaften, mit denen damals Regatten organisiert, durchgeführt und ausgewertet wurden“, so Köhler.

Tiefer Einblick in wechselhafte Entwicklung

Insgesamt 12 Ausstellungstafeln führen den Besucher der Ausstellung zusätzlich durch die wechselhafte Entwicklung der Regattastrecke: von der Bauphase und Eröffnung am 16. Juli 1969 über den Wettkampfbetrieb zu DDR-Zeiten bis zum Standort kultureller Großveranstaltungen.

„Wir haben den Geburtstag der Regattastrecke zum Anlass genommen und im Rahmen eines Festkomittees überlegt, was man machen kann, um diesen zu würdigen“, so Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) bei der Eröffnung. „Mithilfe von Geldern des Landes konnten wir schlussendlich diese Ausstellung in Angriff nehmen.“ Scheller kündigte ebenfalls für Ende Juli die Veröffentlichung eines Buches von seiten der Stadt mit dem Titel „50 Jahre Regattastrecke“ an.

Erfolgreichste deutsche Olympionikin zu Gast

Neben Birgit Fischer, mit acht Gold- und vier Silbermedaillen im Kanusport erfolgreichste deutsche Olympionikin und Ehrenbürgerin der Havelstadt, die zur Ausstellung ein von ihr bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen genutztes Paddel beisteuerte, fand sich auch der Regattastreckenplaner Hartmut Töpel unter den Gästen der Eröffnung.

Im Februar 1968 begannen die Baggerarbeiten zum Bau der Regattastrecke. Quelle: Stadtmuseum

Dieser erinnerte sich gerne zurück: „Ich kam damals aus Halberstadt nach Brandenburg und landete hier in einem sich noch im Aufbau befindlichen Planungsbüro“, so der heute 87-Jährige. „Ein Mitarbeiter war damals Trainer eines Ruderclubs und kam zu mir, um an einen Wassersportturnier zu arbeiten.“

Blitzidee zur Planung der Regattastrecke

Im April 1967 begab sich Töpel das erste Mal an den Beetzsee. „Damals war das noch eine Wüste, auf der Funktionäre wohl bereits Bungalows beschlossen hatten“, erinnert sich Töpel. Es sei eine Blitzidee vor Ort gewesen, die damalige Ruderstrecke an das Ufergelände zu holen. „Einen Tag später entwickelte ich ein Konzept, und das ganze wurde in Berlin abgesegnet“, so der Planer.

„Bei der Gestaltung mit dem Thema Sport war mir klar, das muss etwas dynamisches sein, die Spannung muss zu spüren sein.“ Vom Entwurf zur Konzeption dauerte es zwei Wochen, nach Planung und der Vermessungen von Wassertiefen startete der Bau der Wettkampfstrecke im Sommer 1967.

Planer vom baulichen Ergebnis enttäuscht

Vom Ergebnis war Tölpel jedoch enttäuscht: „Für die Tribünenüberdachung plante ich eigentlich eine Seilnetzkonstruktion, von der bereits ein Probefeld fertig gestellt wurde“, gesteht er. „Und auf einmal hing da so ein schweres Ding als Dach drüber.“

Die Ausstellung zur Geschichte der Regattastrecke lockte Alt und Jung in die Johanniskirche. Quelle: Tobias Wagner

Kaum jemand ahnte bei der Eröffnung, dass die Wettkampfstätte einmal zu den internationalen Top-Adressen für Kanu- und Ruderregatten sowie anderer Wassersportveranstaltungen zählen würde. Blickt Töpel auf diese Entwicklung zurück, so sei er vor allem eins: „Ich bin stolz auf all das, was an der Regattastrecke sportlich erreicht wurde.“

Von Tobias Wagner

Das Weinfest unter der Friedenswarte bietet Feinschmeckern nicht nur Klassiker für Glas und Teller. Auch Premieren locken zum Probieren ein. Manche sind erst auf dem zweiten Blick ersichtlich.

30.06.2019

Eine Mutter und ihre zwei Kinder haben der Feuerwehr wohl ihr Leben zu verdanken. In Brandenburg an der Havel kam es aus bislang unbekannter Ursache zu einem Wohnungsbrand. Alle drei wurden über die Drehleiter gerettet.

30.06.2019

Ein Kinderbuch begeistert bis heute kleine und große Leute. „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner ist spannender Lesestoff. Das dachte sich auch das Brandenburger Theater.

30.06.2019