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Brandenburg/Havel „Das Meinungsbild des Orchesters liegt uns natürlich sehr am Herzen!“
Lokales Brandenburg/Havel „Das Meinungsbild des Orchesters liegt uns natürlich sehr am Herzen!“
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19:20 27.12.2019
Christine Flieger ist seit einem Jahr Geschäftsführerin des Brandenburger Theaters. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Brandenburger Symphoniker suchen einen neuen Chefdirigenten. Die Geschäftsführerin des Brandenburger Theaters, Christine Flieger, spricht im MAZ-Interview über die Probleme und Herausforderungen bei der Suche nach einem neuen Orchesterleiter und zu der Frage: Darf der mehr verdienen als die Geschäftsführung?

Frau Flieger, im August 2019 haben Sie einen Workshop mit dem Orchester im Zusammenhang mit der Dirigentenfindung und der künstlerischen Ausrichtung des Klangkörpers angekündigt und Andreas Richter als Partner und Moderator vorgeschlagen. Was ist aus dem Workshop geworden?

Christine Flieger: Wir sind mitten im Findungsprozess für einen neuen Chefdirigenten. In Absprache mit allen verantwortlichen Personen und Gremien gehen wir derzeit davon aus, diesen Findungsprozess auch entsprechend erfolgreich zu lösen. Herr Richter berät uns dahingehend strategisch. Im Anschluss an die Neufindung wird eine Strategieplanung zur künstlerischen Ausrichtung für das ganze Haus angestrebt. Hierbei soll aber auch der oder die neue Chefdirigentin wichtige künstlerische Impulse, Ideen und Konzepte dazu beitragen. Einen Workshop werden wir voraussichtlich daran anschließen.

Bis Ende Dezember soll das Orchester eine Liste eine Liste mit fünf Kandidaten vorlegen, abgestuft in der Reihe der vom Orchester vorgenommenen Bewertung. Wie werden Sie reagieren, wenn das Orchester nur einen Namen vorlegt?

Wir freuen uns, dass die Musiker Ende des Jahres ein Meinungsbild zu den in Frage kommenden Kandidaten erstellen werden. Im Anschluss nehmen wir dann entsprechend die Verhandlungen mit den Kandidaten auf und versuchen unter der Berücksichtigung der Wünsche aller relevanten Gremien zu einem klaren Ergebnis zu kommen. Das Meinungsbild des Orchesters hierzu liegt uns natürlich sehr am Herzen, da hier das künstlerische Miteinander im Vordergrund steht und die Zusammenarbeit zwischen Orchester und Chef klaren Vorrang hat. Dennoch müssen alle weiteren Gremien auch ihr Einverständnis dazu geben. Derzeit gehe ich davon aus, dass für offene Fragen noch ein Konsens hergestellt werden kann und eine Übereinstimmung bei der Auswahl des Kandidaten herbeizuführen ist.

Herr Scheller und Herr Deschner haben dem Orchester schriftlich gegeben, dass es keine Einstellung des Chefdirigenten geben wird, die nicht vom Orchester abgesegnet wird. Fühlen Sie sich an diese Zusage gebunden?

Aus der Vereinbarung vom August geht klar hervor, dass die Vorschläge des Orchesters und des Orchestervorstandes Berücksichtigung finden. Insofern liegen hier keine gegenteiligen Auffassungen vor.

Vor einiger Zeit beklagten Sie den aus Ihrer Sicht unmöglichen Umgang mancher Orchestermusiker – insbesondere des Vorstandes – mit Ihnen. Hat sich das Verhältnis verbessert?

Wechselnde Vakanzen im Orchestermanagement haben in letzter Zeit zu Kommunikationsproblemen und nicht optimalen betrieblichen Abläufen zwischen Geschäftsführung und Orchester geführt. Das Orchesterbüro ist jetzt wieder fachlich und personell vollständig aufgestellt. Der Orchesterdirektor leitet das Orchester administrativ und steht gemeinsam mit seinen Mitarbeitern als Ansprechpartner dem Orchestervorstand und allen weiteren Orchestermusikern zur Verfügung. Hiermit sind die regulären Kommunikationsabläufe jetzt wieder hergestellt.

Da es ja weniger Chefdirigenten als Bürgermeister oder Kultur-GmbH-Geschäftsführer gibt, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Gehälter der Chefdirigenten über denen der Geschäftsführer liegen. Wäre das für Sie persönlich ein Problem? Also konkret: Werden Sie es akzeptieren, wenn die Gehaltsforderung eines angesehenen Dirigenten über Ihrem Gehalt liegt?

Ob ich damit ein persönliches Problem habe, ist irrelevant. Eine Rolle spielt die finanzielle Machbarkeit. Die Finanzausstattung des Orchesters bleibt konstant, unabhängig vom Gehalt des neuen Chefdirigenten. Die Entscheidung über die konkrete Höhe des Gehalts ist mit der Stadt und AR-Vorsitzenden abzustimmen. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich anfügen: Nein, ich hätte kein Problem damit, wenn ein Chefdirigent mehr verdient.

Vorausgesetzt, das Orchester liefert jetzt pünktlich Namen, scheint es ja schon technisch nicht machbar, dass der neue Chefdirigent zur nächsten Spielzeit verfügbar ist. Wer plant jetzt den Einsatz von Gastdirigenten oder ist eine weitere Verlängerung des Vertrages mit Peter Gülke denkbar und wer erarbeitet den neuen Spielplan für das Orchester 2020/21 – Hannes Ferrand?

Es ist möglich, dass sich in der nächsten Spielzeit sowohl Ideen von Herrn Professor Gülke, aber auch schon eines neuen Dirigent/in im Programm der Brandenburger Symphoniker wiederfinden. Auch falls ein neuer Chefdirigent noch nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen sollte, könnten seine Konzepte schon Eingang in das Programm finden. Der Künstlerische Leiter, der Orchesterdirektor und ich haben bereits verschiedene Modelle hierzu erarbeitet und können dann entsprechend rechtzeitig reagieren. Darüber hinaus sehe ich auch eine hohe Expertise im eigenen Haus in Bezug auf die Spielplanung. Dass ich Herrn Ferrand mit der Spielplanung beauftragt haben soll, ist nicht korrekt.

Wäre aus Ihrer Sicht Herr Ferrand als Chefdirigent geeignet und halten Sie ihn beim Orchester als Chef vermittelbar?

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Herrn Ferrand, mit dem Orchester und dem Haus besteht seit vielen Jahren und wird von unserer Seite auch nach wie vor für die Zukunft weiter angestrebt. Ob Herr Ferrand als möglicher Chefdirigent für das Orchester in Frage kommt, überlassen wir dem Orchester selber, das alleine seine künstlerische Eignung bewerten kann.

Von Benno Rougk

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