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Brandenburg/Havel Bahnhof steht offen, doch keiner geht rein
Lokales Brandenburg/Havel Bahnhof steht offen, doch keiner geht rein
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10:59 17.11.2014
Nur schnell weg. Die meisten ankommenden Zugreisenden lassen das Bahnhofsgebäude samt seiner Läden rechts liegen. Quelle: V. Maloszyk
Brandenburg an der Havel

„Am Wochenende ist es ganz schlecht“, weiß der aus Vietnam stammende Brandenburger, der früher den Obstladen in der Steinstraße führte, zu berichten.

Ein wenig mehr Zulauf hat „Asia Cook-Art und Sushi“, seit vor gut einem Monat der Zeitschriftenladen Eckert vom Wobra-Gebäude gegenüber in einen der beiden Pavillons umgezogen ist. Der neue Standort bringt durchaus mehr Kunden, sagt Filialleiterin Doris Sauer, die mit ihrer Kollegin gerade gut zu tun hat.

Der Pavillon liegt verhältnismäßig günstig. Wer vom Zug kommt oder dorthin strebt, muss keinen ganz so langen Umweg für die schnelle Zeitung oder Zigarettenschachtel gehen. Anders sieht es mit den Mietern im Hauptgebäude aus. An ihnen gehen die Kundenströme vorbei. Selbst bei Bäcker Thonke herrscht nur selten Hochbetrieb.

Der neue Hauptbahnhof hat einen Geburtsfehler, der ohne grundlegende bauliche Veränderungen kaum zu beheben ist. Während in anderen Städten die Fahrgäste das jeweilige Bahnhofsgebäude zwangsläufig betreten, um von den Bahnsteigen in die Stadt zu kommen, können Brandenburger Eisenbahnkunden ohne Mühe einen weiten Bogen um das eigentlich Herzstück des Bahnhofsgeländes machen. Wer beobachtet, was passiert wenn ein Zug einfährt, sieht Menschentrauben, die vom Gleis direkt zur Umgehungsstraße eilen, am Taxistand vorbei zu den Parkplätzen für ihre Fahrräder und Autos oder zur gegenüber liegenden Straßenbahn. Das Bahnhofsgebäude mit seinen Geschäften sehen sie allenfalls schemenhaft aus ihren Augenwinkeln. Eine Folge davon ist, dass das größte Ladenlokal im Bahnhofsgebäude noch immer unvermietet leer steht.

Willis Imbiss, vor der Sanierung ein Dauerbrenner mit der Bude neben den Bahnsteigen, ist aus Kostengründen in den hinteren Teil des Hauptbahnhofs gezogen, Richtung Busbahnhof. Sören Wilhelms gar nicht einmal so hohe Erwartungen an den neuen Standort haben sich nicht erfüllt. Anfangs hatte er nach der Neueröffnung an sieben Tagen in der Woche geöffnet. „Das tun wir uns nicht mehr an“, sagt der Inhaber, der inzwischen an den Wochenendtagen schließt und ansonsten die Öffnungszeit (5.30 bis 21Uhr) etwas eingeschränkt hat. Das Geschäft laufe schleppend und er rechne auch nicht mehr damit, dass sich etwas ändert. Sören Wilhelm: „Brandenburg ist eine Schlafstadt. Solange die Wege der Pendler nicht anders gelenkt werden, schauen sie nicht nach links und nicht nach rechts.“

Das Problem der ignorierten Geschäfte im Bahnhofsinneren war vorhersehbar. Wobra-Chef Klaus Deschner hatte es als Bauherr schon während des Umbaus im Juni 2013 im Stadtentwicklungsausschuss angesprochen. Er bat im Interesse der Händler darum, vorzubauen und die Laufwege baulich so zu gestalten, dass die Passanten das Bahnhofsgebäude ansteuern. Vergebens. Zwar sahen auch Bürgermeister Steffen Scheller und der damalige Stadtverordnete Michael Kilian (beide CDU) das geschilderte Problem auf den Bahnhof zukommen. Doch an den Plänen wurde nichts mehr geändert.
SPD und Linke wollten nicht“, sagt Kilian heute. Mit seiner Autovermietung ist er selbst Mieter im Bahnhofsgebäude.

Da er viel weniger als andere auf Laufkundschaft angewiesen ist, treffe ihn die „Misere“ nicht persönlich. Gleichwohl sieht er was los ist. Kilian: „Jeder guckt sich das doch an, eine Lösung muss her“, fordert der Geschäftsmann. Wenn die Ideen umgesetzt würden, wie man die Fahrgäste ins Bahnhofsinnere leitet, könnte man das Problem auch heute noch lösen. Anh Tuan Nguyen hat inzwischen einen Aufsteller auf den Vorplatz gestellt, damit vielleicht doch mehr Gäste auf sein Lokal aufmerksam werden. Immerhin läuft sein Mietvertrag fünf Jahre lang. Er benötigt also Einnahmen.

Von Jürgen Lauterbach

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