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Brandenburg/Havel „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass sie nun festgenommen sind“
Lokales Brandenburg/Havel „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass sie nun festgenommen sind“
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16:10 10.05.2019
Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei durchsuchte gemeinsam mit Kriminalisten das Asylbewerberheim Upstallstraße. Quelle: André Wirsing
Brandenburg/H

Für eine Brandenburger Familie hat die Nachricht eine besondere Bedeutung, dass die Polizei am Donnerstagmorgen vier junge Männer aus Tschetschenien festgenommen hat. „Supi, einwandfrei“, kommentiert Florian (16) die Festnahme in er Asylbewerberunterkunft in der Upstallstraße.

>>Lesen Sie mehr zur Festnahme hier.

Der Schüler Florian aus Brandenburg/Havel war am 13. April des vergangenen Jahres der Hauptleidtragende der mutmaßlichen Tschetschenen-Bande, der die Polizei 84 Straftaten zuordnet.

Schwere Kopfverletzungen mit Folgen

Den damals 15 Jahre alten Jugendlichen hatte einer von ihnen mit seiner Gruppe im Schlepptau am Brandenburger Hauptbahnhof so übel zusammengetreten, dass er schwere Kopfverletzungen davontrug und eine große Operation über sich ergehen lassen musste.

Die für ihn überraschende Nachricht, dass die Polizei die Straftat nun mutmaßlich aufgeklärt und Angreifer von damals festgenommen hat, erfuhr Florian von seiner Freundin.

Gerechte Strafe

„Ich finde es supi, dass sie die endlich mal haben“, sagt der Schüler. Er hatte sich gewundert, dass er seinen Peiniger zwar gut erkannt und zu 100 Prozent identifiziert hatte, der knapp 20-Jährige bis zum gestrigen Donnerstag aber noch frei herum lief.

„Es freut mich, dass sie jetzt wahrscheinlich ihre gerechte Strafe bekommen werden“, sagt der Jugendliche, der in einem zu erwartenden Strafverfahren vermutlich als wichtiger Zeuge angehört werden wird.

Polizeitaktik

Dass die Polizei den jungen Asylbewerbern aus Tschetschenien nach derzeitigem Stand 84 Straftaten zur Last legt, ist mehr, als Florians Familie gedacht hätte. Sie war überrascht gewesen, als die Polizei im vergangenen März verkündet hatte, dass das Ermittlungsverfahren zu dem brutalen Überfall am Hauptbahnhof vorerst abgeschlossen sei.

>>Lesen Sie mehr zu dem Angriff hier.

Im Nachhinein erklärt sich die Familie diese Botschaft als Taktik der Polizei, um die Täter in Sicherheit zu wiegen.

Wie auch immer. „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass sie nun festgenommen sind“, gesteht Florians Mutter Susann, die seit dem Überfall in ständiger Sorge um ihr Kind lebte. „Denn jetzt muss ich endlich keine Angst mehr haben, dass wieder etwas passiert.“

Noch immer Kopfschmerzen

Florian geht es mehr als ein Jahr nach der brutalen Attacke soweit zwar gut. Doch noch längst nicht sind alle Narben verheilt. Die Kopfoperation und den wochenlangen Krankenhausaufenthalt hat er zwar gut überstanden. Aber Kopfschmerzen plagen ihn immer noch.

Die Konzentrationsschwächen haben zwar nachgelassen, verschwunden sind sie aber nicht. „Ab der sechsten Schulstunde wird es schwierig für mich, bei der Sache zu bleiben“, erzählt der Oberschüler, ein nicht gerade wehleidiger Typ.

Einmal in der Woche geht er inzwischen zum Kampfsporttraining bei Sebastian Kopke alias „Satu“. Dort geht es um weit mehr als Selbstverteidigung. „Das ist in erster Linie Sport und macht mir viel Spaß“, sagt der junge Brandenburger.

Ermittlungsgruppe Kaukasus

Zur Aufklärung der bereits begangenen Straftaten und zur Verhinderung weiterer Straftaten hatte die Kriminalpolizei der Polizeidirektion West im vergangenen Jahr die Ermittlungsgruppe „EG Kaukasus“ gegründet.

Zu den herausragenden Straftaten, die die Ermittler den Beschuldigten zuordnen, gehören mehrere Raubstraftaten im März und April 2018 in der Innenstadt von Brandenburg/Havel, die schwere Körperverletzung am 13. April 2018 am Brandenburger Hauptbahnhof, mehrere, bandenmäßig begangenen Fahrraddiebstähle und Diebstähle in Brandenburg und Potsdam sowie Automatenaufbrüche sowie Körperverletzungen in und um Berlin.

Die Ursprungsfassung dieses Beitrages wurde überarbeitet.

Von Jürgen Lauterbach

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