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Brandenburg/Havel Brandenburgs Superschrauber zeigen ihre Traumautos
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburgs Superschrauber zeigen ihre Traumautos
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10:54 13.08.2019
Johannes Bollow (links) und Max Jüttner platzieren einen M 112 Motor in einer Mercedes C-Klasse. Quelle: André Großmann
Brandenburg an der Havel

Ihre Traumautos bauen Max Jüttner und Johannes Bollow selbst. Die Brandenburger sind Gründer der Bastler-Crew „Uninterested“, in ihrer 350 Quadratmeter großen Werkstatt reparieren, verändern und gestalten sie Fahrzeuge nach ihren Vorstellungen. Die Mercedes C-Klasse des Brandenburgers Johannes Bollow zieren japanische Rennsportsitze, ein schimmerndes Lenkrad und eine Wasserkühlung unterm Heck.

Die Brandenburger Max Jüttner und Johannes Bollow sind Gründer der Bastler-Crew „Uninterested“ und bauen Fahrzeuge nach ihren Wunschvorstellungen.

Mit diesen Umbauten kommt der 25-Jährige seinem Traum vom Drift-Rennwagen ein Stück näher. Sein Wagen ist tiefer gelegt, hat eine neue Aufhängung, japanische Felgen und erhält demnächst einen neuen Motor. Statt 122 PS wird der Mercedes dann von einem Sechszylinder mit 375 PS angetrieben. Eine TÜV-Plakette hat der Wagen nicht, Bollow transportiert ihn auf einem Anhänger zu Motorsporttreffen und Rennstrecken, auf denen fast ohne Regeln gefahren wird.

„Baby-Benz“ mit Luftfahrwerk

Ihn und seinen Freund Max Jüttner fasziniert das Individuelle. „Was wir bauen, ist oft nicht der Geschmack von Anderen, aber das interessiert uns nicht, denn wir haben unseren eigenen Charakter und Style und wollen das bei der Fahrzeuggestaltung zeigen“, sagt Jüttner. Der 28-jährige Erzieher begann schon im Kindesalter an Fahrzeugen zu schrauben und tüftelte mit seinem Opa an Motorrädern.

Aktuell fährt Jüttner einen „Baby-Benz“, den Mercedes 190 E. Das Fahrzeug stammt aus den Achtzigerjahren und besitzt keine Federung, sondern ein Luftfahrwerk. Mit einer Fernbedienung steuert der Brandenburger die Höhe des Fahrwerks, ein Tank im Kofferraum füllt Luftbälge über ein Magnetrelais-System. Französische Scheinwerfer und amerikanische Blinker gehören ebenso zur Ausstattung seines Mercedes 190 E wie BMW-Felgen und ein Holzlenkrad.

Fahren, bis die Funken sprühen

Als Jüttner durch die Magdeburger Landstraße fährt, sprühen Funken aus seinem Wagen. Denn durch das Herauslassen der Luft aus den Bälgen des Fahrwerks senkt sich die Karosse des Wagens und das so weit, dass Rahmenteile des Fahrzeugs den Boden berühren.

Da sich die Räder aber noch frei bewegen können und der Stahlrahmen auf dem Boden schleift, entstehen Funken. Im sozialen Netzwerk Facebook ist „Uninterested“ mit mehr als 1140 Likes die Autobastler-Crew mit der größten Fangemeinschaft in Brandenburg an der Havel.

Hobby kostet Tausende Euro

Inspirationen für neue Gestaltungen holen sie sich online und bei anderen Bastlern. Das Verwirklichen neuer Ideen treibt sie an, ein schöneres Hobby könnten sie sich nach eigenen Angaben nicht vorstellen, obwohl ihre Leidenschaft „viel Geld“ kostet. Das Duo schätzt, dass sie im Laufe der Jahre „mindestens eine hohe fünfstellige Summe“ für die Tüftelei an Fahrzeugen investiert haben.

„Es sind nicht einfach nur Reparaturen, hier muss man sich immer was ausdenken. Ohne TÜV-Vorgaben ist es möglich, das Auto nach genauen Vorstellungen zu bauen“, sagt Jüttner. Aktuell besitzt er acht Fahrzeuge und hat noch nie einen Wagen verkauft.

Johannes Bollow übernimmt alle Fahrzeugreparaturen selbst. Er und Max Jüttner suchen online nach brauchbaren Teilen und sind in der Szene vernetzt. Sie sind stolz auf ihre Leidenschaft und die Ergebnisse der Umbauten. „Es wäre vermutlich fast unbezahlbar, so ein Auto bauen zu lassen, da es viele individuelle Schritte beinhaltet und so sitzt man vermutlich ein halbes Jahr nur am Schrauben“, sagt Jüttner der MAZ.

Traum vom Ferarri

Ohne finanzielle Hürden würden ihm viele Autos einfallen, die er noch fahren will. Zu seinen Traummarken zählt Ferrari, dann allerdings kein Originalmodell, sondern eine modifizierte Variante.

Den „Uninterested“-Gründern ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder Autoschrauber ein Raser ist. „Es gibt in Brandenburg mehrere Autos mit über 1000 PS, die regelmäßig im Verkehr mitschwimmen. Dann gibt es welche, die sich ihren ersten Golf mit 150 PS kaufen und übertrieben fahren“, sagt Jüttner.

Weitere Projekte geplant

Von illegalen Straßenrennen hält er nichts, der Driftsport ist für ihn allerdings eine Kunstform. „Die Fahrer steuern das Auto in einem instabilen Zustand millimetergenau und fahren am Limit, obwohl sich das Fahrzeug jederzeit drehen könnte“, sagt der Brandenburger.

Er und Bollow driften auf Rennstrecken und reden über ihre nächsten Ideen, bei denen sie Grenzen überwinden wollen. „Die nächsten Projekte warten schon“, sagt Max Jüttner und blickt in die Werkstatt. Denn dort stehen sein schwarzer Mercedes CL 500, der als Zweitwagen modernisiert wird und eine S-Klasse aus den Achtzigerjahren, die neue Teile für den Rennstreckenbetrieb erhält.

Mehr von den Tunern

Am Sonntag, 29. September, laden die Mitglieder von „Uninterested“ zum Saisonabschluss ein. Gäste erleben ab 10 Uhr in der Upstallstraße 2 den ersten „Car-Limbo“ Wettbewerb der Havelstadt. Dabei müssen Autos ohne Berührung unter die Stange gefahren werden. Wenn alle Teilnehmer die erste Höhe schaffen, hängt die Stange in der nächsten Runde tiefer.

Von André Großmann

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