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Brandenburg/Havel Baustopp für Pritzerber Hauseigentümer
Lokales Brandenburg/Havel Baustopp für Pritzerber Hauseigentümer
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07:18 23.09.2014
Abgelehnt: Marija Urbanc mit ihrem Fassadenentwurf, der sich wohl so nie realisieren lassen wird. Quelle: F. Bürstenbinder
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Pritzerbe

„Wo die Wälder und Wiesen leuchten in Grün/liegt ein Städtchen so friedlich und klein/ Pritzerbe, du liebe Heimat mein.“ Die ersten Zeilen des Pritzerbe-Liedes könnten schon bald an der Südseite des Hauses Marktstraße 22 zu lesen sein. Eingefräst in beigefarbenen Feinsteinzeugfliesen, mit denen Marija Urbanc (65) und Beate Böck (70) die gesamte Fassade ihres sanierten Hauses verkleiden wollen.

Gleich links neben der Eingangstür der nächste Hingucker: Ein Fliesenmosaik soll an eine historische Einnahmequelle der Pritzerber erinnern – den Holzeinschlag mit Pferd und Wagen. Gekrönt wird das Bild am Südgiebel von einem Bogen mit der Aufschrift Pricervi-Pritzerbe-Havelsee. Die Westseite soll ein Jagdmotiv schmücken. Auf denselben Fliesen, die zum Stein des Anstoßes geworden sind.
Denn sowohl das Material als auch die künstlerische Gestaltung der Außenfassade stoßen in der Kommune und bei den Behörden nicht auf die erhoffte Begeisterung. Das Amt Beetzsee hat sogar einen Baustopp ausgesprochen. Die geplante Fliesenverkleidung und die schon angebrachten Fensterumrahmungen aus glänzendem Granit würden nicht den Festlegungen für das Sanierungsgebiet „Altstadt“ entsprechen, argumentiert Anka Zwetz Fiedler von der Bauverwaltung. Auch Havelsee-Bürgermeister Günter Noack läuft gegen Fliesen-Fassade und Giebelmosaik Sturm. „Das passt überhaupt nicht ins Stadtbild“, wetterte Noack auf der jüngsten Sitzung des Pritzerber Ortsbeirates. Dort hatte das Ehepaar aus der Marktstraße 22 noch einmal versucht, die Kommunalpolitiker umzustimmen. Wetterfest und pflegeleicht stellen sich die beiden Rentnerinnen die Außenhülle vor. Aufgehübscht mit Motiven aus der Pritzerber Geschichte. „Da haben auch die Kinder und die Touristen etwas davon“, sagte Marija Urbanc. Außerdem sei das Haus Privateigentum.

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Die Auflagen

Die Neugestaltung der Marktstraße war das letzte Vorhaben im Rahmen der über sechs Millionen Euro teuren Pritzerber Stadtsanierung. In gut 20 Jahren wurden durch die Aufnahme ins Bund-Länder-Programm sämtliche Straßen der Altstadt inklusive unterirdische Medien erneuert.
Zahlreiche Pritzerber haben ihre privaten Häuser modernisiert. Für viele kleinteilige Maßnahmen gab es Fördermittel. Eine Sanierungssatzung macht den Bauherren allerdings Auflagen, um die historisch gewachsenen Straßenansichten zu erhalten.

Ein Argument, das Friedhelm Wolko vom Sanierungsträger BIG Städtebau nicht gelten lässt. „Die Stadt hat sich Gestaltungsgrundsätze gegeben. Daran haben sich alle Hausbesitzer im Sanierungsgebiet zu halten“, so Wolko. Typisch für die Pritzerber Baussubstanz seien die um 1880 bis 1900 durchgängig entstandenen Putzbauten mit mehr oder weniger erhabenen Fenster- und Fassadenteilen. „Gott sei Dank sind diese historischen Ansichten im Krieg nur wenig beschädigt worden“, erläutert Wolko. Verwiesen wird auf Wünsche anderer Hauseigentümer, die ebenfalls verwehrt wurden, wie zum Beispiel Gauben oder Schornsteine aus Edelstahl.

Wie es jetzt in der Marktstraße 22 weiter geht, ist noch unklar. „Wir warten zunächst die schriftliche Antwort auf unsere Anfrage zur Fassadengestaltung ab. Dann sehen wir weiter“, so die gebürtige Slowenin Marija Urbanc. Die ehemalige OP-Schwester hat schon als kleines Mädchen ihr Fahrrad selbst repariert und besitzt bis heute außerordentliche handwerkliche Fähigkeiten. Fast die gesamte Haussanierung der einst maroden und 1995 erworbenen Fischerkate wurde in Eigenleistung bewältigt. Den sechs Meter hohen Kamin setzte sie selbst. Sie zimmert Treppen, verlegt Fliesen. Auch für die Fassade wird Marija Urbanc keine Hilfe brauchen – egal, ob mit oder ohne bereits zugeschnittenem Feinsteinzeug.

Von Frank Bürstenbinder

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