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Brandenburg/Havel Bavaria-Deal befindet sich auf der Zielgeraden
Lokales Brandenburg/Havel Bavaria-Deal befindet sich auf der Zielgeraden
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21:57 18.01.2017
Mehrere Wohnblöcken in der Willibald-Alexis-Straße werden in den kommenden Jahren von der Wobra zurückgebaut. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg an der Havel

Der so genannte Bavaria-Deal ist auf der Zielgeraden, der städtischen Wohnungsgesellschaft Wobra kann in naher Zukunft ihre größte Sorge genommen werden. In dieser Woche haben sowohl der Aufsichtsrat des kommunalen Unternehmens als auch der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung jeweils einstimmig das Vertragswerk gebilligt, auch wenn es für die Stadt etwas teurer wird als geplant.

Simpel gesagt, kauft eine Wobra-Tochter die 1997 an die Bavaria (heute Tochter der dem Land Berlin gehörenden Berlinovo) veräußerten 1440 Wohnungen zurück, um sie sofort zu einem etwas geringeren Preis an die TAG AG weiterzuverkaufen. Die Differenz trägt die Stadt – mit allen Nebenkosten etwa 16 Millionen Euro, ursprünglich waren 14 Millionen Euro geplant. Doch führten der Zustand der Wohnungen und der Sanierungsaufwand zu einem etwas geringeren Verkaufspreis.

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Für die Stadt und ihr Unternehmen ist es dennoch ein Geschäft, weil sie viel mehr hätten an Garantiemieten zahlen müssen, wenn der Bavaria-Vertrag bis zum Ende im Jahr 2028 weiterbestanden hätte. Das wären nämlich mindestens 26 Millionen Euro gewesen plus Millionenbeträge für das Instandsetzen und Sanieren danach. Aufsichtsratsmitglied Alfredo Förster (SPD) hatte es in der Diskussion auf zwei Sätze reduziert: „Ich bin nicht glücklich über den Schaden, der für die Stadt und ihre Bürger entstanden ist. Deshalb ist es auch kein sehr guter, sondern ein guter Vertrag, weil damit noch größerer Schaden vermieden wird.“

Zudem erhält die Wobra von der neuen Käuferin insgesamt 534 Wohnungen aus dem Paket, die sie abreißen kann. Dazu gehören wesentliche Teile der Willibald-Alexis-Straße, in anderen Gegenden von Hohenstücken-Nord werden einzelne Blöcke herausgenommen. „Das gibt uns allen aber die Chance, durch den Rückbau in den Randlagen Hohenstückens den Stadtteil aufzuwerten. Zudem hat die Wobra die Möglichkeit ihre verbliebenen Bestände besser zu bewirtschaften“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Wobra-Geschäftsführer Stephan Falk ist ebenfalls erleichtert: „Wir hatten eine intensive Gremienarbeit in den vergangenen Monaten und eine vertrauensvolle Kooperation mit den anderen Partnern TAG und Berlinovo. Nun gilt es, das Projekt in den kommenden Wochen ins Ziel zu bringen.“ Falk arbeitet partallel an einem Umzugsmanagement für die etwa 350 Familien, die im Zuge des Abrisses eine neue Wohnung bekommen sollen. „Wenn das gemeinsam kommuniziert und gestaltet wird, gelingt dies auch. Wir haben vor Jahren schon einmal 1400 Wohnungen weggenommen und dabei gute Erfahrungen gemacht.“

In den kommenden Jahren bis maximal zum Jahr 2021 baut die Wobra nicht nur diese 534, sondern weitere 340 Wohnungen zurück – so in der Schleusener Straße und in der Felsbergstraße. Bis auf sechs Familien sind bereits jetzt alle Objekte frei gezogen. Unter anderem steht im Aufsichtsratsbeschluss auch, dass sich kein Mieter beim Umzug verschlechtern wird. In vielen Fällen gebe es sogar etwas bessere Wohnungen zum gleichen Mietzins.

Auch für die Mitarbeiter der Wobra gibt es per Beschluss eine Beschäftigungsgarantie – einige sollen die Stadtumbauprojekte betreuen, einige kümmern sich seit Jahresbeginn ums Verwalten städtischer Immobilien und Pachtobjekte, einige haben bald das Ende ihres aktiven Berufslebens erreicht.

Von André Wirsing

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