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Brandenburg/Havel Bei Anruf Abzocke statt Heimarbeit
Lokales Brandenburg/Havel Bei Anruf Abzocke statt Heimarbeit
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16:45 05.03.2015
Ilona Zutz möcte arbeiten und sieht sich nun ausgenutzt. Quelle: J. Steiner
Brandenburg an der Havel

In einem Anzeigenblatt entdeckt Ilona Zutz die Kleinanzeige: „Heimarbeit für alle, z.B. Falten und kuvertieren von zu Hause. Freie Zeiteinteilung, sehr guter Verdienst.“ Dann folgt eine Telefonnummer die mit 03321 beginnt. Was aussieht wie eine Festnetzortsvorwahl, ist aber eine Nationale Teilnehmerrufnummer (NTR), also eine Vorwahl ohne Ortsnetzbezug, die zumindest im Mobilfunk wesentlich teurer ist als eine Ortsnetzverbindung.

Die Arbeit suchende Brandenburgerin wählt diese Nummer, eine Frauencomputerstimme begrüßt sie und stellt ihr einen Stundenverdienst von 19,50 Euro in Aussicht. Doch zuvor müsse sie sich unter einer anderen Telefonnummer „registrieren“, für 1,99 Euro pro Minute vom Festnetz aus. Der Mobilfunkpreis könne abweichen. Die Hausfrau tut wie geheißen und erreicht, nachdem ihr der Anrufpreis pro Minute genannt wird, einen leibhaftigen Menschen. Der will so viel von ihr wissen, dass sich das Gespräch 18 Minuten lang hinzieht, Kostenpunkt fürs Telefonat: 47 Euro.

Ilona Zutz hätte das in Kauf genommen, wäre eine Heimarbeit dabei herausgesprungen. Doch Fehlanzeige. Eine Mail, die sie zusätzlich an die genannte Adresse sendet, ist bis heute nicht beantwortet. Eine einzige Nachricht erhält sie vom „Team der Heimarbeiter-Kartei“. Ihre Angaben seien in der Kartei eingetragen und würden von „unseren Partnerunternehmen“ eingesehen .

Ilona Zutz ist längst klar geworden, dass sie perfiden Abzockern aufgesessen ist. Ihr tut es um die 47 Euro leid. „Aber schlimmer ist, dass ich mich hilflos und ausgeliefert fühle“, sagt sie. Die Brandenburgerin hat sich an die Polizei gewandt, doch die könne ihr wohl nicht helfen. Weil der Tarif des Telefonats angekündigt wurde, liegt keine Straftat vor. „Die Masche ist frech, ein fieses Spiel mit fremden Schicksalen, aber strafrechtlich kein Betrug“, erklärt Polizeisprecherin Jana Birnbaum.

Erk Scharschmidt von der Verbraucherzentale Brandenburg spricht von einem „Graubereich“. „Weil es offensichtlich nicht Sinn und Zweck ist, Leute zu einem Nebenverdienst zu verhelfen, bezeichnen wir das als Abzocke“, sagt er. Ein Betrug wäre wohl nur nachzuweisen, wenn jemand aus der Firma auspacken würde.

Die MAZ hat die betreffende Firma Kurpfalz Mediagroup aus Mannheim angerufen und gefragt, warum sie heimarbeitsuchende Menschen auf derart teure Telefonnummern umleitet.

Die Antwort: „Unser Service kostet etwas.“ Die einfache Registrierung dauere fünf Minuten, „wenn Sie ein komplizierterer Fall sind, auch mal 15 Minuten.“ Im Internet unter „Telefonspion“ schildern inzwischen zahlreiche Opfer, wie sie reingefallen sind. Ilona Zutz sagt: "Ich will wenigstens andere Menschen warnen."

Von Jürgen Lauterbach

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