Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Beim Superintendenten steht der Kopierer in der Küche
Lokales Brandenburg/Havel Beim Superintendenten steht der Kopierer in der Küche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:50 04.05.2018
Im Pfarrhaus auf dem Lehniner Klostergelände ist unter anderem die Superintendentur für den Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg untergebracht. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Der Kopierer steht in der Küche, die den Durchgang zum WC bildet. Kommt der Kreiskirchenrat zusammen, wird es eng im Gemeinderaum – und im Terminkalender. Denn für den Treffpunkt gibt es mehrere Nutzer. Es fehlt Platz für ein Archiv und Büromaterial. Der Server für die Computeranlage ist auf einem Kellersims postiert. Die Übergänge zwischen den Arbeits- und Wohnräumen sind fließend. Besucher müssen durch das Supturbüro.

In zentraler Lage

Von der Superintendentur aus, die zentral in Lehnin liegt, steuert ein Leitungsteam die Geschicke des Kirchenkreises Mittelmark-Brandeburg. Das sind Superintendent Siegfried-Thomas Wisch und seine beiden Stellvertreter Matthias Stephan aus Raben-Rädigke und der Brandenburger Pfarrer Jens Meiburg.

Der Superintendent ist ein Leitungsamt in der Evangelischen Kirche. Zu seinen Aufgaben gehört die Dienstaufsicht über die 66 angestellten Mitarbeiter des Kirchenkreises. Darunter sind 35 Pfarrer, 14 Gemeindepädagogen, neun Kirchenmusiker, vier Verwaltungsangestellte und ein Religionslehrer.

Neben dem Dienstsitz des Superintendenten samt eines kleinen Büroteams befinden sich im Lehniner Pfarrhaus unter anderem die privaten Wohnräume der Familie Wisch. Ehefrau Almuth Wisch ist die Pfarrerin der St. Marien Klosterkirchengemeinde.

In eindringlichen Worten hat Superintendent Thomas Wisch auf der Frühjahrstagung der Kreissynode die Unzulänglichkeiten seines Dienstsitzes auf dem Lehniner Klostergelände beschrieben. Dieser befindet sich im Pfarrhaus im südwestlichen Teil der Klosteranlage. Ein Gebäude im neogotischen Stil, das 1845 nach einem Entwurf von Ludwig Persius errichtet wurde.

Kirchenkreis zur Miete

Ein Mietvertrag mit der Sankt-Marien-Kirchengemeinde Lehnin sichert dem Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg die Superintendentur im Herzen seiner Region. Von Lehnin aus werden 30 Pfarrbereiche mit 87 selbstständigen Kirchengemeinden von Havelsee bis Treuenbrietzen und von Wiesenburg bis Saarmund betreut. Doch die Ausstattung des kirchlichen Amtes ist längst nicht mehr zeitgemäß und „bauaufsichtlich bedenklich“, wie Superintendent Wisch vor den Vertretern aus allen Teilen des Kirchenkreises in Wort und Bild berichtete.

Superintendent Thomas Wisch wirbt für ein neues Kirchenkreiszentrum. Quelle: Peter Geisler

Einmütig beschloss die Kreissynode deshalb die Bildung einer Arbeitsgruppe. Unter dem Titel „Kreiskirchenzentrum“ sollen mehrere Standortvarianten auf ihre Machbarkeit und Finanzierbarkeit untersucht werden. Dabei geht es längst nicht nur um Arbeitsräume für den Superintendenten. „Neben einem Büro brauchen wir Besprechungs- und Mitarbeiterräume, moderne Sanitäranlagen, eine kleine Bibliothek sowie Räume für Archiv, Material und eine Küche“, erklärte der Superintendent.

Suche geht weiter

Einig sind sich die Verantwortlichen im Kirchenkreis, Lehnin auch in Zukunft als Sitz des Superintendenten zu favorisieren. Das entspricht dem Fusionsbeschluss der ehemaligen Kirchenkreise Lehnin-Belzig, Beelitz-Treuenbrietzen und Brandenburg. Am besten weiter auf dem traditionsreichen Klostergelände. Dazu laufen seit längerem Gespräche mit dem Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Die sozialen Einrichtungen auf dem Areal gehören zum diakonischen Unternehmensverbund. Neueste Idee ist eine Umnutzung von zwei in den 1980er-Jahren errichteten Wohnbungalows gegenüber dem Altenhilfezentrum. Die Flachbauten sind unterkellert und könnten miteinander verbunden werden. Entschieden sei jedoch noch nichts. Die ergebnisoffene Suche gehe weiter, stellte der Präses der Kreissynode, Stefan Köhler-Apel, klar.

Die Wohnbungalows aus DDR-Zeiten könnten als neuer Amtssitz des Superintendenten in die engere Wahl kommen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Verworfen wurde bereits aus Gründen des Denkmalschutzes ein Garagenanbau in der Nähe des Hospizes. Als räumlich ungeeignet erwies sich das Dachgeschoss im alten Krankenhaus. Auch zwei Zimmer im Elisabethhaus erfüllen die Anforderungen an ein Kirchenkreiszentrum nicht. Fragen nach einem Neubau bleiben im Moment unbeantwortet. Bislang ist in Lehnin kein passender Bauplatz gefunden worden.

Von Frank Bürstenbinder

Wer liest am besten? Sechs Grundschüler treten am Donnerstag im Gotischen Haus in Brandenburg an der Havel beim Landesvorlesewettbewerb gegeneinander an. Der Jury fiel die Wahl am Ende nicht leicht.

03.05.2018

Der AfD-Chef Jörg Meuthen soll mit Brandenburger Schülern diskutieren. Das provoziert Protest. Das Thema sorgt in Brandenburg häufiger für Kontroversen. Das Ministerium verweist auf klare Regeln.

06.05.2018

Der Kampf gegen die Mühlen des Eichrechts hat sich gelohnt. Andreas Krone hat die Zulassung für den umgerüsteten Tesla erhalten. Seit einer Woche kutschiert er als erster Brandenburger Fahrgäste in seinem Elektro-Luxusauto. Sogar eine Harfe passt rein.

04.05.2018