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Brandenburg/Havel Bewohner in Übergangswohnheim positiv auf Corona getestet
Lokales Brandenburg/Havel

Bewohner in Übergangswohnheim in Brandenburg an der Havel positiv auf Corona getestet

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13:23 11.06.2020
Die Unterkunft für Geflüchtete in der Upstallstraße. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Im Übergangswohnheim für Geflüchtete in der Upstallstraße in Brandenburg an der Havel wurde erstmals ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Der aus Kamerun stammende Mann zeigt Symptome, er ist also an Covid-19 erkrankt. Der Patient befindet sich aktuell im Städtischen Klinikum in Behandlung.

Die Erkrankung des Bewohners hat direkte Auswirkungen auf die gesamte Einrichtung. Das Gesundheitsamt der Stadt reagiert mit einem zweitägigen Massentest. Alle Bewohner und das Personal werden von Donnerstag bis Freitag einem Coronatest unterzogen. Das wird von der Abstrichstelle am Brandenburger Hauptbahnhof gemanagt.

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Noch keine Quarantäne angeordnet

Deren Mitarbeiter sind an beiden Tagen in der Unterkunft vor Ort, um die Tests durchzuführen. Das Gesundheitsamt begleitet die Tests. Noch wurde für das Wohnheim, Stand Donnerstagmittag, keine vollständige Quarantäne angeordnet. Den Bewohnern wurde geraten, sich in die so genannte freiwillige häusliche Isolation zu begeben.

Bei dem anberaumten Massentest handelt es sich um eine logistische Herausforderung. Immerhin ist das Wohnheim, in dem maximal bis zu 660 Menschen untergebracht werden können, aktuell mit 143 Bewohnern belegt. Hinzu kommen die Mitarbeiter, die ebenso auf Corona getestet werden.

Erwartet werden die Ergebnisse der Tests bis Samstag. Spätestens dann soll Klarheit herrschen, ob sich weitere Menschen in der Unterkunft mit dem Virus infiziert haben – und ob die Einrichtung unter komplette Quarantäne gestellt werden muss.

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Die MAZ-Redaktion hat eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen, in der Informationen, Entwicklungen und Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie in der Stadt gesammelt werden. Gleichzeitig soll die Gruppe einen geschützten Raum für Menschen zum Austausch und auch der gegenseitigen Information und Hilfe bieten. Wer in Sachen Corona auf dem Laufenden bleiben will, klickt hier.

Bisher keine Infizierungen in Übergangsheimen

Bisher sind die Brandenburger Einrichtungen, in denen oft viele Menschen auf relativ engem Raum miteinander leben, von Covid-19-Infizierungen verschont geblieben. Anders in Potsdam: Dort waren Ende Mai bereits 56 Infektionen in Übergangswohnheimen bekannt. Demnach waren mehr als zehn Prozent der insgesamt rund 500 Menschen in den 14 Potsdamer Gemeinschaftsunterkünften vom Sars-CoV-2-Virus betroffen, während der Anteil aller zu diesem Zeitpunkt bekannten Infektionsfälle in der Stadt an der Gesamtbevölkerung nur bei rund 0,35 Prozent lag. Vier Potsdamer Unterkünfte standen wegen Corona gar zeitweise unter Quarantäne.

Erster Todesfall in der Stadt

Am Mittwoch meldete die Stadt den ersten Corona bedingten Todesfall eines Havelstädters. Bei dem bereits am Dienstag verstorbenen Brandenburger handelt es sich um einen 1942 geborenen Mann, der nach einer Vorerkrankung und Operation seit mehreren Wochen im Städtischen Klinikum der Stadt Brandenburg behandelt und zuletzt auch auf der Intensivstation betreut und beatmet wurde. Der Patient und die Ärzte hatten lange dagegen gekämpft.

Die Corona-Statistik für Brandenburg an der Havel liest sich mit Stand Donnerstag trotzdem weiterhin gut: Bisher gab es 62 laborbestätigte Fälle, von denen 60 Patienten wieder genesen sind.

Von Philip Rißling